Schöpfungsgeschichte

Aus Mythopedia
Spielwelt(en):Mitraspera
Urheber:innen:Fabian Geuß
Mitwirkende:
Jahr:2018

Band 1: Das erste Zeitalter

Kapitel 0: Das NICHTS

Vor dem Anfang war das NICHTS, doch ist das NICHTS keine Leere, sondern das Absolute. Denn NICHTS war erfüllt von allen Konzepten und Ideen des Seins - leicht und schwer, dunkel und hell, links und rechts, und noch viel mehr. Die Ideen waren in ständigem Wandel und Strömungen bildeten sich darin wie erste kreative Protogedanken. Aus der Verbindung von "warm", "destruktiv" und "hell" entstand etwas, das viel später "Feuer" werden sollte und unendlich viele weitere solche Strömungen und Gedanken wurden geboren und verschwanden wieder. Diese wurden später von den Alten Herrscher:innen Kral Urien genannt, die "Seelen des Wandels".

Um zu verstehen, warum der Anfang erst später folgte, muss man die vier Gesetzmäßigkeiten kennen, die das NICHTS durchzogen: Ordo (Ordnung) und Kaos (Chaos) sind zwei absolute Extreme - gegenüberliegende Enden einer langen Reihe an Möglichkeiten, wie die Strömungen verteilt sein können. Und genau zwischen ihnen existiert ein perfekter Punkt, ein Gleichgewicht aus Ordo und Kaos - der Archaron. Eine Singularität, an der alles seinen Anfang hatte.

Denn als dieser Punkt kam und ging gab es ein vorher und nachher, nicht nur ein Vergehen der Zeit sondern auch eine Kausalität in ihr. Und dies war die vierte und letzte Gesetzmäßigkeit: Krono, welche nicht nur den Verlauf von Veränderung der Strömungen sondern auch deren Zusammenhänge zeigte. Womöglich war dies das erste Mal, dass der Archaron erreicht wurde, womöglich war dies schon unzählige Male geschehen. Doch dieses Mal war etwas anders: die vier mächtigsten Strömungen verspürten an diesem Punkt den Wunsch, etwas zu verändern, und Krono gab ihnen die Möglichkeit, dass es Bestand hatte.

Kapitel 1: Der Anfang der Zeit

Mit diesen vier vorherrschenden Strömungen bzw. den später als "die Elemente" bekannten Kral Urien, entstanden auch die Wünsche, Träume, grundlegende Triebe und Emotionen wie Angst sowie Verlangen nach Macht, Ausgleich und auch nach Ordnung oder Chaos (welche die Vorstellung von Ordo und Kaos innerhalb der vier Kral Urien sind - daher die unterschiedliche Schreibweise). Einem jeden Kral Urien waren sowohl emotionale und mentale wie auch materielle Aspekte zugeordnet, die alle einst Teil der im ' treibenden Ideen waren.

Doch der Archaron war vergangen und die Strömungen bewegten sich weiter auseinander, mal in Richtung Ordo mal hin zu Kaos. Und sie erkannten, dass es möglich war zu koexistieren und zu erschaffen, so lange sie sich nicht zu weit vom Punkt des idealen Gleichgewichts entfernten. Sie erkannten ebenfalls, dass irgendwann der kontinuierliche Fluss Kronos dafür sorgen würde, dass sie erneut zu nahe an Ordo oder Kaos geraten, dass sie einen Punkt überschreiten würden, von dem aus es nur weiter in eine Richtung ginge und alles erneut im NICHTS aufgehen würde. Doch sie entschieden, dass die Zeit bis zu diesem Punkt nicht wertlos war, sondern mit etwas Neuem gefüllt werden sollte: Mit Leben.

Das Zusammenspiel zwischen Kral Urien, Ordo, Kaos, Krono und Archaron blieb den Sterblichen später jedoch immer ein Mysterium. Vor allem, da das Schicksal der Kral Urien mit der Zeit selbst verwoben ist. Für sie gibt es kein gestern und kein morgen, sie existieren non-linear in der Zeit und werden so lange existieren wie es Zeit gibt. Oder um es mit dem Begriffen von oben zu sagen: Sowohl das NICHTS wie auch die Strömungen sind sehr wohl von der Kauslität Kronos betroffen aber nicht zwingend der Taktung unterworfen - das NICHTS existiert sogar völlig losgelöst davon. Darum wurden sie von den Alten Herrscher:innen auch oft die "Zeitlosen" genannt und es fiel ihnen schwer sie zu begreifen oder gar mit ihnen zu kommunizieren.

  • Aus dem NICHTS entstanden vier Kräfte in ständigem Konflikt.
  • Aus dem Konflikt entstand Veränderung und daraus die Zeit.
  • Aus der Veränderung entstanden vier Bewusstseine (Elemente, Kral Urien, Seelen des Wandels).
  • Dadurch entstanden auch Träume, Wünsche, Triebe, Emotionen, etc.

Kapitel 2: Die materielle und immaterielle Welt

Die vier neuen Kral Urien waren sich nun im Gegensatz zu den früheren Grundströmungen ihrer Existenz vollauf bewusst und realisierten, zu welchem Zweck sie entstanden waren. Es entsprach zwar ihrer Natur sich gegenseitig aufzuheben, doch sie hatten die freie Wahl dies auch NICHT zu tun. Um Veränderung zu ermöglichen, mussten sie einen Weg finden, wie sie sich (zumindest teilweise) vermischen konnten, damit sich etwas veränderte. Um dies zu erreichen, erschufen (wohl besser: erträumten) sie einen Ort, an dem durch die Kral Urien gelenkt die vier Grundströmungen nebeneinander und teilweise auch miteinander existieren konnten: Die materielle Welt.

Zuerst nahm sie nur einen winzigen Teil aller Existenz ein, doch bald wuchs ihre Größe und ihre Bedeutung, als die vier Grundströmungen immer stärker hinein drängten. Natürlich ist dies relativ zu verstehen, da in der Existenz unendlich viel Platz ist. Es geht hier vielmehr um die Bedeutung, die der Ort bekam. Während sich überall sonst nicht viel tat, war die neue Schöpfung voller Veränderung und Wandel. Dadurch, dass die Kral Urien die materielle Welt schufen, definierten sie die Ebene auf der sie selbst existierten aber auch, denn wie will man etwas abgrenzen ohne den eigenen Ort zu bestimmen. Das Universum war entstanden und aufgeteilt in materielle und immaterielle Welt.

Die immaterielle Welt ist dabei nicht nur die Heimat von Wünschen, Träumen, Emotionen usw. und kann niemals von einem physischen Körper betreten werden. Jedes Bewusstsein ist hier verankert, doch nur die wenigsten sind in der Lage diese Welt so gezielt zu manipulieren wie selbst niederste Lebensformen es in der materiellen Welt können. Durch die starke Verbindung des Lebens der materiellen Welt mit den Aspekte der immateriellen Welt wurden die Sphären geboren. Sie sind eine geringe Manifestation der des immateriellen innerhalb der wachsenden materiellen Welt.

Die materielle Welt erhielt zudem einen Ursprungspunkt, den Quell aller Schöpfung sozusagen. Dieser Nullpunkt der Welt sollte für alle Zeiten der einzelne Punkt sein über den alles wahrhaft Neue in die Welt kam.

  • Mit den vier Kral Urien (Elementen) entstand der Freie Wille und die Wahl.
  • Sie wählten gemeinsam zu existieren und schufen dafür die materielle Welt (Mitraspera).
  • Sie schufen ebenfalls die immaterielle Welt der Träume, Emotionen, etc.

Kapitel 3: Die Seele Mitrasperas

Irgendwann erkannten die Zeitlosen, dass die scheinbare Veränderung in der materiellen Welt nur eine ständige Wiederholung von Ereignissen war (Wind & Wetter, Schwerkraft, Grundlagen der Geologie, Hitze & Kälte, Aggregatszustände von Wasser, etc.) und von zwei ihnen bis dahin unbekannten Kräften gelenkt wurde: Chaos/Kaos und Ordnung/Ordo. Sie hießen sie zwar gut, jedoch fehlte ihnen wieder die Veränderung. Um dies in Bahnen zu lenken und die Welt zu formen, erschuf jeder Kral Urien eine Reihe mächtiger Elementarwesen, die Quihen Assil (siehe unten).

Ob die Kral Urien ein Wesen oder viele Wesen sind, ist relativ egal. Ob ihre Entscheidungen aus den Gedanken, Ideen und Wünschen vieler Einzelner in Konsens ergingen oder ob es ein einzelnes Wesen war, das zu einem Entschluss kam, ist nicht wichtig. Von Bedeutung ist lediglich, dass in den Zeitlosen wichtige Wünsche und Träume ("zu existieren", "erfolgreich zu sein", "zu wachsen", "etwas erschaffen", etc.), Emotionen sowie die Zeit und ein grundlegendes Verständnis für Ordo und Kaos (und damit auch Aspekte wie "Gerechtigkeit", "Gleichgewicht" etc.) vereint waren.

Darum ist es auch schwierig zu sagen ob "Einer" oder "Viele" ihre Existenz aufgaben, um in die, völlig der Zeit untergeordnete, materielle Welt zu wechseln. Wichtig ist nur, dass genauso viel(e) übrig blieben wie ging(en). Dort angekommen, vollbrachten sie im Grunde nur zwei Dinge. Zuerst erschufen sie die, die nach ihnen kommen sollten: Die Quihen Assil (siehe unten). Danach verschmolzen sie zu einem einzigen Wesen: Die Seele Mitrasperas war geboren und mit ihr das Leben an sich. Zuerst wuchsen aus der Seele mikroskopisch kleine Wesen, später erste Pflanzen... Bakterien... Pilze... usw. und so fort. Irgendwann kamen die ersten Tiere und dann schließlich "intelligentes Leben". Und alles was lebte war verbunden und durchdrungen durch die Seele des Landes und erfüllte das von den vier Grundströmungen geformte Land mit Bewegung und Veränderung.

Der große Kreislauf war entstanden. Alles was geboren wird, erhält ein kleines Stückchen der Seele Mitrasperas und wenn es stirbt, geht dieses Stückchen wieder in die Seele ein. Das, was von Vielen "Bewusstsein" genannt wird, beginnt mit der Geburt zu wachsen und löst sich nach dem Tod wieder auf, denn dort wird alles auf den Teil reduziert, der wieder in die Seele eingeht.

Doch alles was entsteht, erzeugt durch seine bloße Existenz auch immer ein Gegenteil, und so war es auch mit der Seele Mitrasperas. Gleichzeitig mit ihr entstand der Nechathon. Er ist eine Ansammlung aus genau so viel Kraft und Energie, wie in der Seele Mitrasperas enthalten ist. Jedoch ist die Macht im Nechathon nicht auf Milliarden von Pflanzen, Tieren und anderen Lebewesen aufgeteilt, sondern auf eine Quelle begrenzt, deren Streben es stets ist zu zerfließen und sich aufzuteilen - genauso wie die Seele versucht, sich ständig zu erneuern und aus Teilen wieder ganz zu werden. Darum stehen die Kräfte des Nechathons auch jedem sofort und leicht zur Verfügung, der weiß wo er sie findet. Nimmt nun ein Wesen aus dem Kreislauf Energien aus dem Nechathon in sich auf, wird es unwiederruflich aus dem Kreislauf entfernt. Dadurch wird nicht nur die Seele ein winziges Stück "kleiner" sondern auch der Nechathon, wie es seiner Natur entspricht, denn er muss vergehen.

  • Die Kral Urien erschufen mächtige Elementarwesen (Quihen Assil, Weltenkinder) um die Welt zu formen.
  • Die Kral Urien erschufen die Seele Mitrasperas.
  • Durch die Seele entstand das Leben auf Mitraspera.
  • Als dunkles Gegengewicht entstand der Nechathon.

Kapitel 4: Magie

Magie ist nichts anderes als Entschlossenheit und der Wille etwas zu tun. Dies kann ein Wunsch, Traum oder Verlangen sein. Während der Körper eines jeden Wesens auf der materiellen Welt verweilt, existiert der Geist auf der "anderen" Welt. Nur die Wenigsten sind sich dessen bewusst und oft scheinen die "intelligenteren" und "gebildeteren" weiter von diesem Wissen entfernt zu sein als die anderen.

Beinahe allen Wesen ist es auch möglich, den Blick "nach innen zu richten" und ihren Körper so weit zurück zu lassen, dass sie fast nur noch auf der "anderen" Welt existieren (man nennt dies auch "Träumen"). Doch nur wenige können dies steuern und bewusst reisen.

Diese jedoch stellen bald fest, dass die Welt des Geistes im Gegensatz zu der des Körpers nicht auf eine "Ebene" (/Sphäre/Raum) begrenzt ist, sondern aus vielen verschiedenen besteht. Für Viele sind diese Ebenen aber nicht miteinander verbunden; das bedeutet, dass sie einmal in der Welt des Geistes angekommen nicht zwischen den Ebenen wandern können.

  • Magie ist der Wille etwas zu tun.
  • Alle Grundströmungen und auch die Magie existieren sowohl in materieller wie auch immaterieller Welt.
  • Aber nur die Magie verbindet beide, da sie aus der immateriellen stammt aber auf die materielle Einfluss nimmt.

Kapitel 5: Die Formung der Welt

Bevor die Versuche der Seele, erste Spuren von Leben auf der Welt zu verstreuen, Erfolg haben konnte, musste diese zuerst bewohnbar gemacht werden. Dies sollte die Aufgabe der Quihen Assil ("die Weltenkinder") sein. Noch bevor die Seele entstand, also zu jener Zeit, als die Kral Urien noch vollständig waren, schuf ein jedes von ihnen aus sich heraus ein großes Geschlecht, das in Form und Wesen ihm selber ähnelte. Und - zuerst unbemerkt - entstand aus ihrem gemeinsamen Willen nach Veränderung und Wandel und Verschmelzung ein fünftes Geschlecht, welche frei vom Willen eines einzelnen Kral Urien sein sollte und später im Namen der Magie sprechen würde.

So entstanden fünf mächtige Völker, die oft auch als "Elementarwesen reinster Form", Titanen oder "die Ewigen" bezeichnet werden. Ihre Aufgabe war es, Kontinente vom Grund des Meeres zu heben, Gebirge aufzutürmen, die Winde zu lenken und der Welt Licht zu schenken - kurz gesagt: Alles auf die Ankunft des Lebens vorzubereiten. Auch die Quihen Assil wurden durch die Schöpfungsquelle (auch "Nabel der Welt" oder "Weltenschmiede" genannt) in die materielle Welt entsandt und konnten auch nur über diesen Punkt auf die Schöpfungskräfte und das zeitlose Allwissen der Kral Urien zugreifen.Die Zeit, als die Weltenkinder auf der Schöpfung wandelten, sie formten und Leben erschufen, wird heute als das "Erste Zeitalter" bezeichnet. Aus dieser Zeit stammen auch die über die ganze Welt wie kleine Regentropfen verstreuten Steine, Essenzen und Splitter der einzelnen Elemente, Überbleibsel und Rest größerer Energien, die verwendet wurden um die Welt zu erschaffen.

Die Quihen Assil blieben sogar weiter auf der Welt, als bereits intelligentes Leben dort entstand um dem Leben und jungen Völkern Vorbild und Lehrmeister zu sein. Doch schon bald erkannten sie, dass diese ihre Hilfe weder benötigten noch wollten und so beschlossen sie, sich aus der Welt zurück zu ziehen. Erst Jahrtausende später kehrten sie gerufen durch Mariên noch einmal auf die Welt zurück, um die Verfemten zu besiegen und die Siegel zu „reaktivieren“. Doch durch Ihre schiere Anwesenheit verbrannte die Welt und so kehrten auch sie wieder in ihr Exil zurück.

  • Es war die Aufgabe der Quihen Assil (Weltenkinder) die Welt zu formen.
  • Durch den gemeinsamen Wunsch nach Veränderung entstand ein fünftes Volk der Quihen Assil (die der Magie).
  • Später wurden die Quihen Assil die Lehrmeister der Sterblichen.
  • Noch später verließen sie die Welt um Platz für die Sterblichen zu machen.

Kapitel 6: Die fünf Titanengeschlechter

Jede der vier Grundströmungen gab "seinen" Quihen Assil nicht nur Form und Gestalt, sondern auch etwas von ihrer grundlegenden Haltung mit. Diese Wesensaspekte sind aber keine ehernen Gesetze, sondern mehr wie Grundstimmungen zu verstehen, die im Hintergrund bei allen Entscheidungen und Handlungen mitschwingen. Selbes ist für die Quihen Assil der Magie zu sagen, jedoch war es dort keine "Weitergabe" von Ideologien sondern eher eine Manifestation.

Das erste der fünf Völker der Weltenkinder waren die "Roten Jademeister". Sie traten meist in Form weiblicher Körper auf und verkörperten den Wunsch, Altes und Schwaches auszulöschen, um Platz für die Entstehung von Neuem, Stärkeren zu ermöglichen. Ihre Launen waren oft heftig und wankelmütig. Zwar schien ihre Kraft scheinbar die stärkste zu sein, jedoch verging sie, sobald auch die Roten Jademeister ihre Aufmerksamkeit einer anderen Sache zuwandten. Sie zügelten die Flammen an Orten, wo das Feuer übermächtig war und entzündeten es dafür andern Orts, bis alle Orte gleichermaßen die Wärme und Kraft Ignis spüren konnten. Später waren auch sie es, die Leben, welches sie als zu schwach erachteten, vernichteten ohne Spuren zu hinterlassen. Sie wählten ihr Exil im Goldenen Wagen, der Sonne, die jeden Abend untergehen muss, damit sie die Welt nicht verbrennt.

Das zweite der fünf Völker waren die "Kristallfürsten". Auch sie nahmen meist weibliche Körper und waren real gewordene Freiheit und Leichtigkeit. An nichts fest gebunden und immer unberührbar, entzogen sie sich jeder festen Bindung. Ihnen oblag es zum einen, die Winde und Stürme zu bändigen, welche anfangs in ihrem Sturm über die Welt noch alles hinfort rissen, so dass nichts von Bestand sein konnte. Zum anderen aber kontrollierten sie auch die Entstehung aller Gase und deren gerechte Verteilung. In späterer Zeit haben sie eine besondere Zuneigung für alles Leben gewonnen, dem es gelang der Erde zu entfliehen, um in der Luft zu existieren (wie etwa den Sishien oder den Weißen Bäumen). Als es für sie an der Zeit war zu gehen, wollten sie sich als einzige nicht binden. Und so streiften sie lange Zeit von einem Exilort der Weltenkinder zum nächsten und sollten erst nach der Entstehung der fünften Jahreszeit einen Ruheort finden (siehe Kapitel 13).

Das dritte Volk waren die "Herren der Tiefe", die fast ausschließlich männliche Körper wählten. Ihre grundlegende Intention war es, zu erhalten und zu heilen; sie sahen die Welt mit allem Belebten und Unbelebten als eins und machten keinen Unterschied, ob es galt einen Erdboden oder ein Volk zu nähren. Dies verfolgten sie allerdings weitaus besonnener als die anderen Titanen und mit der ruhigen Kraft, die ihnen von Anfang an zu eigen war. Sie halfen, die Kontinente vom Meeresgrund zu heben und ebenso, mit dem Kreislauf der Wolken auch an trockene Orte den Segen Aquas zu bringen. Auch waren sie es, welche den Meeren befahlen, Erze, Salze und weitere Mineralien aus dem Gestein der Tiefen zu spülen, um es an die Oberfläche zu bringen, wo es dem Leben als Nährboden dienen sollte. Ihre Heimat sind heute die tiefsten Stellen der Ozeane und wenn einer von ihnen doch einmal etwas weiter hinauf steigt, um einen Blick auf das zu werfen, was "dort oben" vorgeht, so äußert sich dies meist in schweren und verheerenden Stürmen.

Das vierte Volk nannte man die "Smaragdsänger" und auch sie wählten häufig männliche Körper. Zwar begannen sie als erste mit der Arbeit und schnitten den Fels, um Platz für die anderen Ewigen zu schaffen, doch wurde ihr Werk erst als Letztes vollendet, und von allen nur "Der Große Kreislauf" genannt. Denn darin flossen alle Werke zusammen und Leben gedieh nach der Erschaffung der Seele der Welt. Wo die Herren der Tiefe den Boden genährt hatten und die Kristallfürsten allem ihren Atem einhauchten, da konnten die Schöpfungen der Smaragdsänger gedeihen. Zahllos waren ihre Kinder: Pflanzen und Tiere jeder Art, manche klein wie Staubkörner, andere groß wie Berge. Und wo immer sie auftraten, verbreiteten sie auch ihren unumstößlichen Glauben an Wahrheit und Gerechtigkeit als die wichtigsten Prinzipien des Seins. Als sie gingen, erschufen sie sich eine große Festung am Himmel, welche als einzige in der Lage war, sich der trägen Schwere Terras zu widersetzen. Allerdings waren sie im Gegensatz zu den Roten Jademeistern nicht in der Lage, ihr Reich zu beleuchten und sind so bis heute angewiesen auf deren Licht. Ihre Festung wurde später von vielen Völkern als der Silberne Wagen (Mond) verehrt.

Das fünfte Volk waren schließlich die "Kinder des Goldenen Traumes". Sie waren die mächtigsten unter den Quihen Assil und ihre Aufgabe war es, die materielle Welt mit der immateriellen Welt so stark zu verweben, dass selbst ohne das Zutun der Kral Urien noch eine Verbindung bestand, die stark genug war, so dass Magie (der Wunsch zu Veränderung) weiterhin fließen und die vier Grundströmungen einen konnte. Um dies zu erreichen, schufen sie viele weitere Welten, von denen einige nur ein Spiegelbild der materiellen Welt waren. Eines ihrer größten Werke war die Erschaffung der Traumebene (und damit die bewusste Gestaltung und Steuerung von Träumen). Sie waren die Letzten, die gingen, da sie unter den sterblichen Völkern das höchste Ansehen genossen. Und da alle anderen Orte schon von ihren Geschwistern bewohnt waren und sie ihren geliebten Schülern auch weiterhin Trost, Führung und den Funken der Schöpfung spenden wollten, wählten sie als ihr Exil den Himmel jenseits von Wolken, Mond und Sonne. Sie sind die Sterne am Firmament und der, welcher ihre Namen kennt und die Schrift des Himmels zu lesen vermag, kann viel Kraft schöpfen aus diesem Wissen!

Manchmal kommt es noch vor, dass die Kinder des Goldenen Traumes mit den Sterblichen in Kontakt treten wollen. Dann entsteht ein Traumwesen. Diese haben erstmal keine spezifische Form, wenn sie auf das Land treffen. Sie sind eine Ansammlung magischer Traumenergie. Sobald sie jemand erblickt, gibt derjenige ihnen eine Gestalt. Da die meisten Mittelländer Traumwesen als Feen kennen, werden sie ihnen also die Form und Gestalt einer Fee geben, wie die meisten Spieler:innen sie kennen sollten. Die Gedanken der Quihen Assil können unterschiedlich groß sein. Deswegen sind auch Feen unterschiedlich groß. Sie haben nicht unbedingt die gleichen Motive wie eine Fee, im Gegenteil. Sie sind immer noch ein Medium zum Ändern der Welt, das den ursprünglichen Bestimmungen seines Erschaffers folgt.

Alle fünf Völker waren von Anfang an so unterschiedlich wie die Kral Urien aus denen sie entstanden waren. So bestand von Anfang an eine Feindschaft zwischen Kristallfürsten und Smaragdsängern sowie zwischen Jademeistern und den Herren der Tiefe. Fast ebenso erbittert war der Zwist zwischen Erde und Feuer sowie zwischen Wasser und Luft. Eine deutliche tolerantere Verbindung bestand zwischen Terra und Aqua sowie zwischen Ignis und Aeris. Die Kinder des Goldenen Traumes versuchten stets diese Konflikte auszugleichen, doch waren sie sich auch der Natur der anderen bewusst und ließen sie häufig gewähren.

  • Die Quihen Assil unterteilen sich in fünf Völker, pro Element eines.
  • Rote Jademeister (Feuer), Kristallfürsten (Luft), Herren der Tiefe (Wasser), Smaragdsänger (Erde) und Kinder des Goldenen Traumes (Magie).
  • Jeder bis auf die Kristallfürsten wählte ein Exil: Die Sonne (Feuer), Ozeane (Wasser), den Mond (Erde) und die Sterne (Magie).
  • Die Kristallfürsten fanden keinen Ort der Ruhe und blieben ruhelos.
  • Die Kinder des Goldenen Traumes haben Traumwesen als Diener:innen/Abgesandte:r (=mythodeanische Feen).

Kapitel 7: Die Alten Herrscher:innen

Die meisten Taten vollbrachten die Quihen Assil auf der Welt, indem sie diese formten. Doch war es teils auch nötig neue Kräfte und pure Schöpfungsmacht auf die Welt zu rufen. Zu diesem Zweck nutzten sie die Weltenschmiede (den "Nullpunkt" aller Schöpfung), um auf die Macht und das zeitlose Wissen der Kral Urien zugreifen zu können. Um dies leichter steuern zu können, errichteten sie einen zentralen Tempel in Form einer von vier Statuen getragenen Schale in deren Zentrum selbst der Ursprung lag. Da sie zwar fast allmächtig, jedoch individuelle Wesen waren, formten sie die Mächte des Ortes so, dass immer nur vier von ihnen zugleich (einer pro Element) auf die Quelle zugreifen konnten.

Das letzte Werk der Quihen Assil, bevor sie sich in ihr Exil zurück zogen waren die Sterblichen. Denn als die Weltenkinder mit der Formung der Welt zufrieden waren und die Seele Mitrasperas immer Stärker an die Oberfläche drängte, erschufen sie nach ihrem Ebenbild sterbliche Körper und versahen sie mit Gaben, wie sie es für nötig hielten. Dies war zugleich das Ende des Ersten und der Anfang des "Zweiten Zeitalters". Nicht jede Gruppe, die von den Weltenkindern so erschaffen wurde, sollte lange überdauern, denn ihre Leiber waren schwach und zerbrechlich. Andere verloren ihre überragende Intelligenz und wurden zu Tieren, überlebten jedoch in der einen oder anderen Form. Doch diejenigen, welche überlebten und zugleich ihren Intellekt bewahrten, sollten sich später zu den "Alten Herrscher:innen", wie sie einst genannt werden sollten, aufschwingen. Das Folgende ist nur eine kurze Liste von Völker, deren Werke oder Schaffen die Zeit überdauert haben:

Die Aeuiathan

Die Herren der Tiefe hielten lange an dem Konzept der Unsterblichkeit ihrer Kreaturen fest. Doch nur eines ihrer so geschaffenen Völker sollte die Zeit überdauern. Die Aeuiathan alterten nicht, wurden jedoch durch Krankheit und äußere Einflüsse dahin gerafft und konnten sich nicht selbst fortpflanzen. Es gelang ihnen jedoch als einzigen von Aquas Völkern, lange genug als Volk zu überdauern bis ihre Heilkräfte so enorm waren, dass es kaum noch eine Verletzung oder Krankheit gab, die sie nicht heilen konnten. (Aus diesem Volk stammte auch Thul Ag-mîn)

Die Låko Leij

Ebenfalls geschaffen durch die Herren der Tiefe hatten diese Wesen ebenfalls Terras Segen und waren Aquas einzige wahrhaft sterbliche Schöpfung, die überdauerte. Sie waren ein zahlenmäßig sehr großes Volk und lebten ausschließlich in den Meeren und sollten auch niemals diese verlassen, selbst als sie in der Lage gewesen wären, mittels ihrer Kräfte auch durch Luft zu wandeln. Das Leben an Land faszinierte sie jedoch und so hegten sie durchaus Kontakt zu den Luftatmern.

Die Ankh

Die Smaragdsänger liebten die Sterblich- und Vergänglichkeit und keine ihrer Schöpfungen war für die Ewigkeit bestimmt. Vielleicht war dies der Grund, weshalb die Ankh sich schon immer sehr für die schaffenden Künste interessierten, die es ihnen erlaubten, einen Teil ihres Geistes über ihre Lebenszeit hinaus sichtbar zu machen. Sie sollten später zu einem der größten Völker werden und aus ihren Reihen kamen die mächtigsten Konstrukteur:innen, Baumeister:innen und Bildhauer:innen. Sie erschufen die größten, schönsten und mächtigsten Städte des Zweiten Zeitalters. (Aus diesem Volk stammen Murach Doloch wie auch Hector)

Die Mora

Einen anderen Weg gingen die Mora (Gärtner:innen), welche schon immer wenige an der Zahl waren, dafür eine viel längere Lebenszeit hatten, als die anderen Alten. Sie wählten den Pfad der Hüter:innen und Wächter:innen und widmeten ihre Leben der Natur und allen niederen Lebensformen. Je älter ihr Volk wurde, umso mehr begriff es, dass es Hilfe benötigte, wenn es als Gärtner:innen der ganzen Welt auftreten wollte.

Die Nyx Ulaya

Die Nyx Ulaya werden oft auch "Das Letzte Volk" genannt, denn die Smaragdsänger schufen es zusammen mit den Kindern des Goldenen Traumes später als alle anderen Völker aller Elemente. Es war auch das einzige Volk, welches von Anfang an viele Gaben erhielt, darunter aucht die Möglichkeit, sich die Jahre, die ihre Existenz dauerte, selbst einzuteilen und oft in Jahrhunderte oder länger dauernde Schlafperioden zu versetzen. Dafür fehlte ihnen, ähnlich wie den Aeuiathan, die Möglichkeit sich selber fortzupflanzen. Die Aufgabe der Nyx Ulaya sollte es sein, über den großen Kreislauf und dessen Einhaltung zu wachen. Ihre Leben waren eng verbunden mit den Kräften der Natur und sie wachten und beobachteten mehr als selber einzugreifen.

Die Rakh'hail

Sie wurden von den Kristallfürsten erschaffen, um zwischen den Wolken zu leben. Es war der Wille Aeris, dass diese Wesen in keinster Form auf das Werk Terras angewiesen waren. Sie wurden zwischen den Winden schwebend geboren, besuchten zu Lebzeiten nur selten die Ebenen und Berge und stürzten erst in ihrem Tod hinab auf die Welt. Viele unter ihnen sahen in diesem Leben Perfektion und so erschufen sie, um ihre Freude darüber zu teilen die Sisihen (welche allerdings gegen den Willen der Rakh'hail eine starke Freundschaft mit den Mora verband, die später die Weißen Bäume für sie schufen). Einige wenige Rakh'hail allerdings faszinierte die Welt der "Erdwandler" und sie stiegen hinab, um diesen einen Teil der Freiheit, welche ihre Natur war, zu bringen. (Aus diesem Volk entstammten u. a. Irsephael und Lhor'Nathiell).

Die Aemori

Die Kristallfürsten liebten zwar die Rakh'hail und deren Hingabe für die Himmel, doch wollten sie auch den Erdboden mit ihrer Schöpfung erreichen. So entstand das Volk der Aemori, welche zwar die Lüfte bereisen konnten, jedoch auf der Erde verankert war. Sie waren zahlreich und groß und sie liebten es, ihre Schöpfungen um sich zu scharen. (Aus diesem Volk entstammte u. a. Eliar und Ar'Nathan).

Die Calisteron

Die Roten Jademeister erschufen nur wenige Völker und nur eines von diesen sollte die Zeiten überstehen. Die Calisteron waren hitzköpfig wie ihr Element, launisch und leicht reizbar. Nur eines war größer als ihre Reizbarkeit und das war ihre Hingabe zu Ignis. Ihre Projekte und Schöpfungen waren genauso zahlreich wie himmelsstürmend. Nie gaben sie sich mit Durchschnittlichem zufrieden, immer mussten es Superlative sein. Etwas, mit dem sie selbst nach längerem Versuchen nicht völlig zufrieden waren - und dies war die größte Zahl ihrer Werke - wurde vernichtet. (Aus diesem Volk entstammte u. a. Sephistikos und H.M.Z.).

Die Ca-jar

Sie waren neben den (Fischvolk) das zahlenmäßig größte Volk. Ihre Körper waren schwächlich und vermochten nichts besonderes. Doch hatten die Kinder des Goldenen Traumes in ihnen alle Elemente vereint. Ihre Körper strahlten die Wärme Ignis aus, ihre Münder atmeten die Winde Aeris, ihre Körper bestanden zum größten Teil aus Wasser und mit ihren Füßen standen sie fest auf den Boden Terras. Und ihr Geist war freier noch als der aller anderen. (Aus diesem Volk stammte u. a. Mariên).

  • Die Alten Herrscher:innen waren nicht eines sondern viele Völker.
  • Neun davon sollten sich als besonders mächtig und groß hervortun.