ITT Sturmberg

Aus Mythopedia

Vorstoß ins Hinterland des Sturmberges

Im Auftrag von Archon Walays Rabenschrey und Nyame Ka'Shalee Zress machte sich etwas mehr als einen Mond nach der Öffnung des letzten Siegels ein Erkundungstrupp von rund 70 Personen auf um einen durch zwei Texte (siehe „Bericht über die Waffe des Schwarzen Eises“ und „Ritus von Kan Thural“) beschriebenen Ort zu erforschen. Um der Expedition möglichst viele Truppen vom Hals zu halten, griff zeitgleich der Archon von Norden her die Truppen des Schwarzen Eises frontal an.

Regionale Besonderheiten

Die Expedition startete in Aldarias Wacht und wir sollten etwa eine Woche brauchen, bis wir unseren Bestimmungsort erreichten. Bereits auf dem Weg wurde uns sehr bewusst, dass das Land selbst unter dem Einfluss des Schwarzen Eises litt. Alles wirkte düster und trostlos. Auf diesem Land zu nächtigen erfrischte den Geist weit weniger als es sonst üblich ist, so dass die Kräfte der Magiewirker stark eingeschränkt waren. Mein persönlicher Eindruck war, dass ich etwa über die Hälfte meines normalen Potentials verfügte. Auch der Einfluss Terras war geschwächt. Wunden mittels mystischen Kräften zu verschließen erforderte einen höheren Aufwand und auch der Zeitraum bis zur Stabilisierung der Wundheilung war um die Hälfte erhöht. Mundane Heilung brauchte das doppelte der üblichen Zeit. Von diesem Einfluss nicht betroffen schien die Brauzeit alchemistischer Heilmittel. Im späteren Verlauf der Expedition stellten wir fest, dass ein Schutzkreis im Namen der Elemente es erlaubte, mit dem üblichen Kraftaufwand und in den üblichen Zeiträumen Wunden zu verschließen. Der Aufenthalt in einem solchen Schutzkreis verbesserte auch generell die Stimmung der Anwesenden, da der stete Druck, der auf dem Geist und der Seele lastete, dort nicht vorhanden war. Die Einnahme eines Energiefluids in einem solchen Schutzkreis hatte jedoch bedauerlicherweise eine ebenso reduzierte Wirkung wie es außerhalb der Fall gewesen wäre. Dies deutet darauf hin, dass die Reduktion des Potentials mehr eine generelle geistige Schwächung darstellt und nur durch längerfristigen Aufenthalt, möglicherweise Übernachtung, in einem solchen Schutzkreis dieses Problem beheben könnte. Entsprechende Versuche wurden angestellt, und es scheint, dass man in einem solchen Schutzkreis wirklich einen höheren Anteil seines Potentials entfalten kann. Dies erfordert jedoch einen sehr hohen Aufwand, da der Bereich konstant angegriffen wird.

Anreise

Auf dem Weg zu unserem Ziel, dessen genaue Lage nur einem Teil des Expedition bekannt war, trafen wir wiederholt auf kleine Gruppen des Feindes, die jedoch zumeist schnell zurückgeschlagen werden konnten. Erst als wir uns dem Ziel bis auf wenige tausend Schritt näherten wurden die Angriffe härter. Es gelang dem Feind auch, kurzzeitig eine der Personen teilweise zu assimilieren, die den geplanten Weg kannten. Da die Führung des Zuges nun befürchtete, auf dem weiteren Weg in zu viele Hinterhalte zu geraten, entschied sie, einen anderen Weg einzuschlagen. Die List kostete uns mehrere Stunden Umweg, Nachts in unbekanntem Wald, aber sie hatte Erfolg: Die Truppen des Feindes hatten sich auf den ursprünglich geplanten Weg konzentriert und so konnten wir den Rest des Weges unbehelligt zurücklegen.

Am Zielort angekommen jedoch erwartete uns der Feind und es entbrannte ein Kampf, den wir jedoch unter großem Kraftaufwand für uns entscheiden konnten. Der in den beiden oben genannten Texten erwähnte Obelisk befand sich noch immer dort, so dass klar war, dass das Ritual damals fehlgeschlagen sein musste.

Obelisk

Bei dem Obelisken handelte es sich offenkundig nicht um eines der üblichen Modelle, sondern etwas anderes. Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen Essenzspeicher handelte. Sich dem Obelisken zu nähern löste schnell Übelkeit aus. Diesem Effekt konnte entgegengewirkt werden, indem man laut und mit Überzeugung die Elemente anrief. Je intensiver die Anrufung und die Überzeugung dahinter, desto nähe konnte man sich dem Obelisken nähern. Eine Berührung war jedoch niemals ratsam. Nur ein einziges Mal geschah dies durch einen Unfall. Der berührende Arm wurde sofort zu Eis und musste entfernt werden.

Der Obelisk trug auf einer Seite drei Symbole. Das obere war ein bis dato unbekanntes Symbol, das mittlere schien eine lang gezogene Form des normalen Symbols des Schwarzen Eises zu sein, und das untere war ein Teil des Vo-Abzeichens.

Das mittlere Symbol leuchtete in unterschiedlichen Farben. Wenn es blau leuchtete, war der Obelisk in der Lage, verschiedene Einheiten des Feindes zu erschaffen oder herzubringen, die Bedeutung der anderen Farben ist noch unklar.

Stelen

Die im „Ritus von Kan Thural“ beschriebenen Stelen befanden sich noch immer in der Region und verschiedene Personen hatten Träume, die sie auf den entsprechenden Weg führten. Auch waren diese Personen bereits am Abend unserer Ankunft von ihrem jeweiligen Elemente berührt worden - mit Wasser bespritzt, von Kieselsteinen getroffen, etc. Im einzelnen waren dies:

  • Für Terra: Glabius Livius Ferrum, Kommandant der Legio
  • Für Aeris: Sturm von den Donos
  • Für Magica: Gwaew Gedo vom Ring der Heiler und Tiara Lea, ehemalige Nyame des Ostens und ebenfalls Mitglied im Ring der Heiler
  • Für Ignis: Assiah von den Seraphim
  • Für Aqua: Arya und Valena, zwei Heilerinnen, deren Herkunft mir unbekannt ist

Die Stelen der vier materiellen Elemente waren jeweils an einem Ort zu finden, der dem Element entgegen stand: Die Ignissteele am Fluss, die Aerissteele unter der Erde, die Aquastele an einer großen Feuerstelle. Über den Fundort der Terrasteele weiß ich nichts.

Die Stele Magicas musste von den beiden oben genannten Personen in einem Ritual beschworen werden, in dem Tiara Lea den Part der dunklen Seite annahm und ihre eigene Lebenskraft einsetze, während Gwaew Gedo den lichten Part einnahm. Zumindest bei diesem Ritual war es so, dass die jeweils nicht angenommene Seite für eine Zeit nach dem Ritual die Oberhand in der Persönlichkeit der Person übernahm. Ob dies bei den anderen Elementen auch der Fall war ist mir nicht bekannt.

Einmal geborgen konnten auch nur diese Personen die Stelen bewegen. Eine Analyse der Stelen ergab, dass es sich um elementar geweihte Objekte handelte, die jeweils auf ihr entsprechendes Element geeicht waren, die selbst aber nicht über die Kraft verfügten, dem Obelisken zu schaden.

Erlangung

Dafür benötigten wir neben den Stelen auch noch die im Ritus genannten Sphären, bei denen es sich nicht um Sphären im Sinne der Sphärenkunde sondern um Elemetare Kugeln handelte. Gefäße, die mit elementarer Macht gefüllt werden konnten. Sie konnten von den Personen, die die Stelen geborgen hatten, geschaffen werden. Zur Erschaffung mussten sie Taten vollbringen, die dem Element sehr gefällig waren. Sturm zum Beispiel musste mit einem Bogen ein kleines Ziel in einem Baum treffen und dann die herausspringende Kugel eigenhändig fangen. Gwaew Gedo und Tiara Lea beschworen ihre Kugel mit einem Ritual, was bei Magica nicht verwundert. Wie schon bei der Beschwörung der Stele musste einer von beiden den lichten, der andere den dunklen Part seiner Selbst hervorrufen. Was die anderen Aufgaben waren, ist mir nicht bekannt.

Aufladung

Nach Erlangung der Kugeln mussten diese noch aufgeladen werden, was mit Taten und Opfern für das jeweilige Element einherging:

  • Die Kugel Terras wurde geladen durch einen Kampf von Glabius gegen einen seiner Männer. Es wurde mit scharfen Waffen gekämpft, so dass das Opfer hier aus Lebensenergie der beiden beteiligten bestand
  • Die Kugel Aeris wurde durch Sturm und anwesende Naldar geladen, die jeweils einen Teil ihrer noch verbleibenden Jahre opferten • Die Kugel Magicas wurde durch Erzählungen sowie das Opfern magischer Fähigkeiten geladen
  • Die Kugel Ignis wurde durch einen Akt der Leidenschaft teilweise und durch die Opferung der Liebe zu einer anderen Person vollständig geladen
  • Die Kugel Aquas wurde durch gegenseitige Heilung von Arya und Valena mit der jeweiligen Lebensenergie der anderen geladen, also die Aufopferung für einander

Alle erbrachten Opfer kehrten nach Ladung der Kugeln zu den Personen zurück.

Eine nähere Untersuchung ergab, dass die Kugeln Terras, Aeris' und Magicas gleich stark geladen waren, Aquas etwas stärker und Ignis' etwas schwächer. Auch verlor die Kugel Ignis' stetig an Kraft. Aus der Kugel Aquas wurde ein Teil der Kraft abgelassen, die Igniskugel vor weiterem Energieverlust geschützt. Zu den Störungen gibt es zwei mögliche Ursachen:

  1. Die starke Präsenz des Schwarzen Eises in der Region griff die Energie Ignis stetig an, wodurch diese verbraucht wurde. Ebenso ist die Präsenz für die stärkere Präsenz Aquas verantwortlich, da das Gleichgewicht entsprechend verschoben war.
  2. Eine weitere mögliche Ursache für die stetige Entladung der Igniskugel könnte sein, dass die Trägerin als einzige ein das Angebot von Tanju und der weißen Wanderin ablehnte (siehe unten).

Ritual

Nachdem alle erforderlichen Komponenten vorhanden waren, machten wir uns daran, das Ritual durchzuführen. Ein Pentagramm wurde nicht gezeichnet und war offenkundig auch nicht notwendig. Es wurde ein Kreis um den Obelisken gezogen und auf diesem fünf äquidistante Orte markiert, an denen die Stelen stehen sollten. Dann machten wir uns daran, diese fünf Punkte zu reinigen. Der Obelisk bemerkte dies jedoch und wehrte sich, indem er die reinigenden Personen angriff. Ich selbst wurde zuerst vereist, ebenso die beiden Personen links und recht von mir, was jedoch niemandem aufzufielen schien. Weitere Angriffe erfolgten mit Druckwellen und Schmerzen. Die derart betroffenen Personen wurden von anderen Anwesenden unterstützt, mit Kraft versorgt und in ihrer Entschlossenheit bestärkt. Interessant war dabei, dass Mahrukkaa nicht die Elemente um Hilfe anrief, um eine der reinigenden Personen zu unterstützen, sondern Camiira, deren Paredroi und Artefaktträgerin sie ist.

Nachdem ich einige Zeit in Eis erstarrt dort stand, hört ich eine Stimme in meinem Kopf, die mich trotz meiner Gegenwehr ins Kollektiv zwang. Ich erhielt den Auftrag, die Stelen anzugreifen, wovon ich jedoch glücklicherweise abgehalten werden konnte, bevor ich ernsthaften Schaden anrichten konnte. Vom weiteren Verlauf des Rituals weiß ich nur wenig, da ich versteinert und noch immer assimiliert im Lager der Naldar lag, bevor Tiara Lea die Essen aus mir herausspülte. Als dies geschah, was das Ritual bereits vollendet, der Obelisk hatte sich aufgelöst, und auch die Truppen des Feindes, die zuletzt angegriffen hatten, waren zurückgeschlagen. Die dabei aufgetretenen Schlieren, die mir bisher nicht als Truppenteile bekannt waren, und die durch Berührung assimilieren konnten, konnten dadurch zerstört werden, dass sie mit Wasser übergossen wurden.

Berichte über das Ritual besagen, dass der Kreis erfolgreich gereinigt werden konnte und dann die Stelen aufgestellt und wie geplant die Kugeln zeitgleich in die Vertiefungen gelegt wurden. Daraufhin entstand eine weiße Lichtsäule. Als diese wieder verschwand, war der Obelisk ebenfalls verschwunden und die besagten Schlieren befanden sich am Boden und begannen, die Anwesenden anzugreifen. Auch die Stelen und Kugeln waren durch das Ritual unbrauchbar bzw. verbraucht worden. Die Kugeln zu beschwören sollte jederzeit wieder möglich sein, für die Stelen sollte jedoch Ersatz geschaffen werden, falls wir noch einmal auf einen solchen Obelisken stoßen sollten.

Funktionsweise

Die Tatsache, dass dieser Obelisk nicht wie die üblichen Obelisken des Schwarzen Eises aussah, und diese meines Wissens nach auch erst nach dem Weltenbrand das erste Mal gesichtet wurden, legt den Schluss nahe, dass es sich bei diesem Obelisken um ein Objekt bisher nicht bekannter Funktionweise handelt.

Ebenso wie die bekannten Obelisken ist er in der Lage, Einheiten des Schwarzen Eises zu erschaffen oder zu transportieren. Aber er hat auch einen direkteren Einfluss auf seine Umgebung, als dies bei bisherigen Obelisken bekannt war. Dies mag vielleicht an der generellen Verseuchung der Region durch die Essenz liegen. Aber auch das Gegenteil ist denkbar: Dass der Obelisk zur Verseuchung der Region führte. Es ist bisher pure Spekulation, was genau der Zweck dieses Obelisken war, aber meine Vermutung ist, dass er elementare Kräfte in der Umgebung abzieht und in Essenz umwandelt. Das würde folgende Dinge erklären:

  • Die Heilung von Wunden wurde nicht gestoppt sondern verlangsamt. Es wurde also ein Teil der von Terra und Aqua gegebenen regenerativen Fähigkeiten entzogen
  • Das magische Potential war eingeschränkt, es wurde also ein Teil der von Magica gegebenen Fähigkeiten entzogen
  • Die Stimmung war generell gedrückt, verzweifelt, so dass auch andere, nicht so direkt spürbare elementare Kräfte betroffen sein könnten.
  • Alle bisher genannten Dinge konnten durch Aufenthalt in einem Elementaren Schutzkreis abgeschwächt oder unterbunden werden, dem Schutzkreis wurde jedoch ständig Energie entzogen, was auch wieder auf eine Umwandlung hindeuten könnte.
  • Die Ignisenergie wurde der entsprechenden Kugel sogar merklich und direkt entzogen
  • Nach Zerstörung des Obelisken tauchten die „Schlieren“ auf, die in der Lage waren, sofort Wesen zu assimilieren, was eine andere Form der Umwandlung in schwarze Essenz bedeutet. Dies könnten letzte Fragmente des Obelisken gewesen sein.

Die meisten dieser Punkte würde jedoch auch gelten, wenn der Obelisk lediglich den Einfluss der Elemente zurückdrängt und sie nicht anzapft.

Um das noch einmal klar zu sagen: Die oben genannten Punkt und Ideen sind zum jetzigen Zeitpunkt PURE SPEKULATION! Sie sollten, bis wir weitere Informationen haben, nicht als Tatsachen angesehen werden!

Abreise

Der Feind war jedoch logischerweise nicht erfreut über unseren Erfolg und so näherte er sich in großer Zahl unserer Position. Die Berichte sagten etwas von mehreren Schwärmen, die sich in unsere Richtung bewegten. Da es an diesem Ort für uns auch ansonsten nichts mehr zu tun gab, wurden die Hütten angezündet und die mitgeführte Kanone gesprengt, um dem Feind so wenige Informationen wie möglich zurückzulassen, und wir machten uns im Eiltempo auf den Rückweg nach Aldarias Wacht.

Auf dem Rückweg erholte sich auch das Potential der Magiewirker Tag für Tag etwas mehr. Ob das nur mit der zunehmenden Entfernung zum Feind oder mit der Tatsache, dass der Obelisk zerstört ist, zu tun hatte, ist nicht geklärt.

Tanju und die weiße Wanderin

Während des gesamten Aufenthaltes in der Nähe des Obelisken hatten verschiedene Leute Träume oder hörten Stimmen, mit denen sie sich unterhalten konnten. Dabei handelte es sich um Projektionen von Tanju, dem Händler der uns den Text über den Ritus verkaufte, und der weißen Wanderin, einer bisher unbekannten Person. Sie machten den Trägern der Stelen/Kugeln jeweils ein Angebot. Über die Natur des Angebotes ist mir nicht bekannt. Jedoch weiß ich, dass die Personen, die es annahmen, sich allesamt selbst töteten, nur um wenige Augenblicke später von selbst zu heilen. Die einzige Person, die das Angebot ablehnte, vergaß alles, was mit Tanju und er weißen Wanderin zu tun hatte. Wer genau diese beiden Gestalten sind, und was ihr Plan bei all dem ist, ist momentan pure Spekulation. Sie tauchten jedoch auch körperlich in Aldarias Wacht auf, nachdem wir es dorthin zurückgeschafft hatten und unterhielten sich mit einigen der Personen, die das Angebot angenommen hatten. Mir gegenüber leugnete Tanju, irgendetwas von all dem zu wissen. Er bezeichnete die weiße Wanderin als seine Schwester, die er versuchte, zu verheiraten, was diese aber im späteren Verlauf des Abends dementierte.

Shiar Talvena

Bibliothekar von Siegelstatt