Ouai

Aus Mythopedia
(Weitergeleitet von Ouai-Artefakte)

Ouai

Spielwelt(en):Mitraspera
Urheber:innen:Lena Weber
Mitwirkende:Fabian Geuss, Christian Moormann, Alex Simm, Malkin Saar, Christian Müller, Johanna Steebuck, Lena Bredehöft
Jahr:2005 Erst-Auftreten. Mehrere Überarbeitungen. Letzter Stand 2017 mit großer Überarbeitung

Alle Inhalte, die zum Verständis der Ouai nötig sind, finden sich auf dieser Seite. Es gibt aber viele weitere Inhalte über und mit den Ouai. Diese finden sich hier: Kategorie:Ouai

1. Die Bruderschaft der Ouai – eine Zusammenfassung

  • Die Ouai sind ehemalige Diplomat:innen, Handwerker:innen und Offizier:innen der Elementarvölker oder geprüfte Auserwählte in der Zeit nach dem Weltenbrand. Sie wurden von den Alten Herrscher:innen erschaffen und erwählt, um zwischen den fünf sakralen Elementen zu vermitteln
  • Ouai dienten und dienen vielen Elementarvölkern als Lehrer:innen. Aus einigen Elementarvölkern werden neue Schüler:innen der Ouai ausgewählt.
  • Als die Verfemten erschaffen wurden, schlossen die Ouai diese mit in ihren Glauben ein und dienten zukünftig auch ihnen.
  • Von den Ouai spaltete sich eine Gruppierung, der Orden der Kell Goron, ab. Sie glauben an ähnliches, verfolgen aber andere Ziele mit anderen Mitteln. Sie entwickeln sich zu Erzfeind:innen.
  • Die Ouai haben sich über den Weltenbrand hinweg ihre Tradition des Friedens erhalten. Ausnahme: Die Kell Goron sind für die Ouai hasserfüllte und fehlgeleitete Wesen. Sie sehen sie wie den kleinen Bruder oder das Kind, das den falschen Weg eingeschlagen hat. Sie mögen sie nicht und gehen entschieden gegen sie vor, weil die Kell Goron auf ihrem Irrweg zu viel Leid gebracht haben.
  • Sie verehrten einst das Gleichgewicht aller zehn Elemente. Was bedeutet: Gleichheit zwischen fünf ursprünglichen Elementen und fünf der Zweiten Schöpfung. Doch mit der Zeit erkannten die Ouai, dass die Ratio die Welt soweit wandeln würde, dass sie vergeht und es keinen neuen Frieden geben könnte auf Mitraspera. Sie schlossen also die Ratio aus ihrem Glauben aus. Die Kell Goron allerdings glauben weiterhin an das Gleichgewicht der zehn Elemente.
  • Es gab eine Gruppierung der Ouai, die wieder nur die fünf sakralen Elemente verehrte und "Zirkel von Saleph" genannt wurde. Bei einem Großangriff der Kell Goron (OT 2016) starben die meisten von ihnen.
  • Alle übrigen (an neun Elemente glaubenden) bezeichnen sich als "Bruderschaft der Ouai"
  • Die Ouai mischen sich nur ein, wenn es nötig ist. Sie tun viel dafür, dass der Frieden der Neun wieder herrscht. Sie würden sogar ihr Leben geben, um den Siedler:innen das Wissen um den wahren Frieden zu schenken.
  • Die Ouai überlegen und diskutieren mit Worten, bis eine Entscheidung fällt. Das kann dauern, doch diese Entscheidung bestimmt dann für lange Zeit ihren Weg.
  • Die Ouai empfinden die Siedler:innen zuerst einmal als kleine Kinder, denen man das Verständnis zur Welt erklären muss. Allerdings ruht in den Siedler:innen auch das Potential, sich als Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen zu erweisen denen die Ouai nicht nur Lehrer:innen und Ratgeber:innen sondern auch Diener:innen sind.
  • Die Ouai wollen, wenn die Zeit gekommen ist, die Siedler:innen alleine und frei von ihnen die Welt lenken lassen. Doch immer helfen die Ouai gerne den Siedler:innen, wenn diese Fragen haben (Auch wenn ihre Antworten sehr langatmig sind :) ). Sie sehen es auch als ihre Aufgabe an, die Siedler:innen, die sich als würdig erweisen, zu verstehen lehren, was eine:n Alten Herrscher:in zu einem solchen macht und sie auf ihre Zukunft vorzubereiten.
  • Das Tattoo der Ouai ist ein Zeichen der Zugehörigkeit zu den Alten Herrscher:innen.
  • Die Ouai ehren die Alten Herrscher:innen. Obwohl durch sie die neuen Elemente entstanden, verachten Sie diese nicht dafür. Die Schuld liegt, ihrer Meinung nach, bei der Ratio, die deshalb vernichtet gehört.
  • Ab dem Rang des Ouai sind diese geschult in allen Belangen und wenig kann sie unter Druck setzen. Selbst wenn die Welt um sie herum vergeht, bleiben sie ruhig und gelassen. Sie wenden selbst dann nur ungern Gewalt an, wenn neben ihnen ihr liebstes Wesen getötet wird. Zudem haben sie hohe Immunitäten gegen Magie und Alchemie entwickelt.

2. Geschichte

2.1. Vor dem Weltenbrand

2.1.1. Gründung der Ouai

Schon vor der Erschaffung der Verfemten Elemente waren die Alten Herrscher:innen oft nicht einer Meinung und neigten zur Parteienbildung. Die meisten verschrieben sich einem der fünf Elemente und hatten oft starke Vorurteile gegenüber den anderen. Da ihnen aber auch bewusst war, dass Zusammenarbeit und Kommunikation untereinander sehr fruchtbar für all ihre Bemühung wäre, entschieden sie sich, eine Gruppe neutraler Bot:innen und Diplomat:innen zu erschaffen.

So gründeten die Alten Herrscher:innen mit dem jüngsten der erschaffenen Elementarvölker, den Ca'jel, eine Bruderschaft, deren oberste Aufgabe es sein sollte, allen Parteien zu gleichen Teilen zu dienen und zur Verständigung zwischen den Fraktionen beizutragen.

Gemeinsam wählten sie aus allen Elementarvölkern die weisesten, gelehrtesten und geschicktesten aus, denen alle zu eigen war, dass sie Essenzen manipulieren/Magie wirken konnten. Durch ihren Zusammenschluss gelang es aus ihnen besondere Fähigkeiten zu verleihen, die seitdem den Ouai zu eigen sind und sie perfekt für die Aufgabe als neutrale Bot:innen und Diplomat:innen machte. Im Laufe der Zeit übernahmen diese Diener:innen - die ersten Ouai - weitere Aufgaben. Sie schlichteten Streit zwischen den anderen jungen Völkern, traten als politische und diplomatische Vertretung ihrer Herrscher:innen auf und waren überall im Einsatz, wo die Herrscher:innen selber nicht in Erscheinung treten wollten. Sie wurden auch Lehrer der jungen Völker und Berater:innen der Alten Herrscher:innen. Viele der Ouai, vor allem die niederen Ränge, konnten dabei aber ihre Herkunft nicht ganz verbergen und fühlten sich - analog zu ihrem Ursprungsvolk - einzelnen Elementen besonders verpflichtet.

Dies hatte aber keine große Auswirkung auf ihren Ruf oder ihre Ämter.

Da in allen dieser ersten Ouai jedoch noch das jeweils ursprüngliche Elementarvolk durchschimmerte und die Alten Herrscher:innen sich Bestechung, Erpressung und Verführung zu Nutze machten, waren diese ersten Ouai nicht wirklich "unparteiisch". Erst einige Zeit später, nach einer meditativen Reinigung, Abkopplung von der Gesellschaft und tiefer mentaler Ausbildung gelang es einigen Ouaimeister:innen, die absolute Neutralität und das Gleichgewicht der Elemente zu begreifen. Diese Spitze der Ouai bildeten daraufhin den sogenannten "Rat der Ouai", eine seitdem bestehende und zurückgezogen Instanz der ältesten und weisesten Ouaimeister:innen. Außerdem begannen die Ouai mit der Zeit, die Eigenheiten ihres Elementarvolks zu verschleiern, um sich äußerlich nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Hierfür wählte man das "normalste" und durchschnittlichste, was alle Völker miteinander verband.

2.1.2. Ouai der Alten Zeit

In der Zeit der Alten Herrscher:innen dienten die Ouai ebendiesen. Etwa 9/10 der gesamten Ouai waren im Dienst der Schöpfer:innen. Die übrigen nahmen organisatorische Aufgaben innerhalb der Bruderschaft wahr. Sie waren z.B.Mitglied des Hohen Rates, Lehrmeister:innen oder noch Schüler:innen, oder kümmerten sich um die zahlreichen Bibliotheken auf Mitraspera. Nur die Ouai in den organisatorischen Diensten trugen die heute typische blau-gelbe Gewandung, der Rest tat dies nur zu besonderen Feierlichkeiten innerhalb der Bruderschaft. Alle übrigen trugen die Farben ihrer Herr:innen, es gab jedoch die Tätowierung, die sie erkennbar machte. Teilweise erlaubten die Schöpfer:innen ihnen auch kleine Kennzeichnungen oder Symbole ihrer Zugehörigkeit. Diese alte Handhabung ist heute noch erkennbar an den Ouai der Alten Herrscher:innen der Ratio.

Ouai kannten sich demnach selten gegenseitig und untereinander, sie trafen oft nie zusammen. Später geschah dies teilweise dann auf dem Schlachtfeld. Gemeinsame Kultur konnte sich demnach kaum entwickeln, der Fokus lag ganz auf dem:der Alten Herrscher:in, dem:der gedient wurde und dessen:deren Wunsch und Befehl stets ausgeführt wurde. Der Begriff Shy'Quai bezeichnet den persönlichen Ouai einer Nyame. Heutzutage stellen die Ouai der Bruderschaft keine Shy'Quai mehr. Wir sind einfach zu wenige geworden.

Die 10% in organisatorischen Aufgaben traten den Alten Herrscher:innen ebenso mit höchstem Respekt gegenüber, sind jedoch viel neutraler als ihre direkt dienenden Brüder und Schwestern.

2.1.3. Die erste Spaltung

Die Schaffung der Verfemten Elemente veränderte ihr Aufgabengebiet radikal. Wo sie früher das Sprachrohr der Alten Herrscher:innen nach außen waren, mussten sie nun primär zwischen den Fraktionen vermitteln, auch unter ihresgleichen. Die meisten blieben dabei ihrem:ihrer Alten Herrscher:in treu, was oft auch zu Konflikten zwischen den Ouai der Elemente und den Ouai der Verfemten führte.

Im Sinne des Gleichgewichts hatten sich viele Ouai der zweiten Schöpfung und ihrer Natur zugewandt oder folgten schlichtweg ihren Schöpfer:innen auf ihrem Weg dorthin. Zuerst schien alles unter dem Einfluss des Rates im Gleichgewicht zu bleiben, doch irgendwann war auch dieser machtlos. Wo früher nur zwischen den Alten Herrscher:innen der Elemente zu vermitteln war, standen die Ouai jetzt vor dem Problem, zwischen Verfemten und Elementen vermitteln zu müssen, sich gleichzeitig auch noch um die Elementarvölker und deren Belange zu kümmern. Sie hatten schlichtweg nicht die Kapazitäten, um dies zu leisten.

Ob das der Grund war, ist eher zu bezweifeln, doch schon bald begannen die kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen den Alten Herrscher:innen (der Ratiokrieg).

Bald führte diese Entwicklung dazu, dass die Alten Herrscher:innen "ihre" Elementarvölker gegeneinander in den Krieg schickten. Für sie waren diese Kampfhandlungen nicht mehr als politische Schachzüge, doch die Ouai mussten mit ansehen, wie die Jungen Völker den Blutzoll für die Intrigen ihrer Herr:innen zahlten. Die Ouai versuchten zu Beginn sogar noch, eigenmächtig und ohne Auftrag ihrer Herr:innen zwischen den kämpfenden Völkern zu vermitteln. Doch als dies die Alten Herrscher:innen mitbekamen, mussten die Ouai die Vermittlungen aufgeben und wurden sogar selbst dazu genötigt, die Wünsche und Ziele ihrer Herr:innen zu verteidigen. Wahrscheinlich, um die Elementarvölker selbst nicht zu töten, begannen die ersten Ouai gegeneinander zu kämpfen, woraus später ein Befehl der Herrscher:innen wurde, dies gezielt zu tun. Immer öfter wurden Ouai in diese Kriegshandlungen geschickt. Gezwungen zu sein, die Hand gegen andere Ouai zu erheben, veränderte die Ouai maßgeblich. Die Fraktion derer, welche an der Göttlichkeit und Unfehlbarkeit der Alten Herrscher:innen zweifelten, erhielten immer mehr Zuspruch, insbesondere aus den Reihen der Ouai, welche den elementtreuen Herrscher:innen dienten. Ein Hauptteil der Ouai stand zu jener Zeit im direkten Dienst eines:einer Alten Herrscher:in.

Doch dem gegenüber gab es etwa 1/10 der Ouai, die organisatorische Aufgaben innerhalb der Bruderschaft übernahmen, sich noch in der Ausbildung befanden oder selbst ausbildeten, sowie die Mitglieder des Hohen Rates. Diese waren bisher nicht am Krieg beteiligt und auch keinem:r Herrscher:in direkt zugeteilt und sprachen sich offen gegen die Handlungen und Befehle der Alten Herrscher:innen bezüglich der Ouai im Krieg aus.

Dies führte schließlich dazu, dass eine große Gruppe von Ouai (etwa 20% der gesamten Bruderschaft) beschloss, einen Eid der Gewaltlosigkeit zu schwören. Sie erkannten, dass sie nicht zum Krieg, sondern zur Diplomatie geschaffen waren und ihren Herrscher:innen keinen Gehorsam schuldig waren, wenn deren Auftrag "töten" lautete. Damit entsagten sie nicht ihren Herrscher:innen, sondern weigerten sich nur, in deren Auftrag anderen Ouai (oder Lebewesen ganz allgemein) Gewalt anzutun.

Die Reaktion der Alten Herrscher:innen darauf war unterschiedlich. Einige akzeptierten diesen Entschluss und trugen ihren Ouai andere Aufgaben auf, andere brachten ihre Diener:innen einfach um. Neben diesen beiden Extrema kamen alle denkbaren Zwischenstufen vor.

Das Verhalten der Alten Herrscher:innen führte jedoch zur Spaltung innerhalb der Ouai. Die Entfremdung der Ouai zu ihren Herrscher:innen führte vermutlich auch zum sogenannten "Ur-Verrat". Als langjährige Diener:innen und engste Vertraute der Alten Herrscher:innen kannten die Ouai viele derer Geheimnisse und Pläne. Als nun vor Beginn des großen Krieges die Avatare auf die Welt geschickt wurden, um der Verfemten Herr zu werden, begrüßten die Separatisten sie als vollwertige Vertreter:innen der Elemente (im Gegensatz zu den verblendeten Herrscher:innen). Sie beschlossen, sich mit diesen zu verbünden und trugen alle Informationen, welche sie über ihre Herr:innen gesammelt hatten, zu den Avataren und damit den Quihen Assil selbst. Dadurch schlug der Plan der Herrscher:innen der Verfemten fehl, "nur" die Avatare wurden unter den Siegeln gefangen und letztendlich konnten die Anhänger:innen der ersten Schöpfung sie wieder befreien.

2.1.4. Der erste Bruderkrieg

Es bildeten sich zwei neue stereotypische Gruppierungen heraus:

A) Die für die erste oder zweite Schöpfung streitenden kriegerischen Anhänger:innen der Alten Herrscher:innen

B) Die friedlichen Ratstreuen unter den Ouai

Diese Spaltung ging als der "Erste Bruderkrieg" in die Geschichte ein. Die Anhänger:innen der Alten Herrscher:innen hatten kein Verständnis für die Neutralität und das Gleichgewicht, oder wie sie es nannten: Die Feigheit und Untreue der anderen und folgten weiter freiwillig ihren Herrscher:innen, auch in Kampf und Tod . Der folgende Krieg zwischen den Ouai tobte viele Jahre und viele Ouai fanden den Tod, ebenso wie viele der Elementarvölker. Es war ein nahezu ewig andauernder Kampf und die Bündnisse, Partner- und Feindbilder wechselten nahezu stündlich.

(Dieser Bruderkrieg tobte nahezu zeitgleich mit jenem, der ganz Mitraspera beschäftigte und als "Großer Krieg" bezeichnet wird und der am Ende zum Weltenbrand führte. Es war häufig nicht klar, ob die Ouai aus eigenem Interesse oder auf Wunsch ihrer Herrscher:innen handelten. Auch die Grenzen zwischen diesen Kriegen sind verwischt und man kann sie nicht deutlich voneinander unterscheiden.)

So kam es auch unter den Ouai zur Fluktuation in den Gruppierungen, denn einige besannen sich erneut oder wurden von der Kriegslust ihrer Brüder und Schwestern gepackt. Nur der Rat selbst blieb (noch) seiner festen Linie treu. Von den Ratstreuen hatten die meisten auch zuvor schon die absoluten Machtansprüche der Alten Herrscher:innen in Frage gestellt. Unter ihnen waren nur wenige, die immer noch an dem alten Grundsatz des Pazifismus fest hielten. Innerhalb der Ratstreuen kam es darum kurz darauf zur Gründung des "Ordens der Kell Goron" und zur zweiten Spaltung.

Übrig blieb nur eine kleine Gruppe an Ouai, welche sich absolut neutral und pazifistisch zu den Alten Herrscher:innen und den Elementen in die entlegensten Winkel Mitrasperas zurückzog, um dort das Ende des großen Krieges abzuwarten.

2.1.5. Gründung der Kell Goron und zweite Spaltung

Vor den Augen der Herrscher:innen verborgen hatten sich bereits vor dem Höhepunkt des Krieges zwei Lager unter den zukünftigen Separatist:innen gebildet. Diese Gruppierungen entstanden um einen der Ouai namens Onthuthet und seinem langjährigen Freund Goroneth. Hier entstand auch der mittlerweile verwaschene Name der zweiten Gruppierung, des "Orden von Kell Goron", was soviel heißt wie "Orden vom Weg des Goroneth".....

Onthuthet und Goroneth sahen früh den Krieg voraus und wollten die treuen Ouai (in ihnen sollte die Hoffnung auf ein erneutes elementtreues Mitraspera in Frieden und Gleichgewicht liegen) schützen. In seiner Neutralität und im Gleichgewicht wollte Goroneth die Ouai weiter von den mittlerweile in seinen Augen wahnsinnigen Welt abkoppeln, bis sich "Die Herrscher:innen ihrer Taten bewusst werden und sich das natürliche Gleichgewicht wieder selbst einstellt", später wollte man "einen Neuanfang wagen", sowie ein "aktives Vorbereiten einer neuen Zeit nach dem Krieg unter der Führung der Weisheit der Ouai und im Sinne aller Elemente", denn "die Alten Herrscher:innen werden dieselben Fehler wieder machen!".

Onthuthet jedoch wollte weiterhin den Alten Herrscher:innen vertrauen und ihnen dienen, sobald sie das Wohl aller wieder vor ihre eigenen Machtinteressen stellen. Beide Gruppierungen diskutierten hitzig und innig, während draußen der Krieg mehr und mehr Tote forderte. Schließlich, nach einer finalen Gesprächsrunde, gingen beide Gruppierungen getrennte Wege, denn die Forderungen waren festgefahren und ein gemeinsamer Entschluss unmöglich. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gruppen im Streit und gingen eigener Wege, waren aber noch friedlich.

2.1.6. Ureisern und Ursilbern

Im ursprünglichen Sinne eisern ist, wer die Regeln der Quihen Assil/Elemente beachtet und nicht außerhalb dieser Grenzen agiert. Im jetzigen Sinne wird damit häufig der Kampf gegen die zweite Schöpfung gemeint. Eiserne haben im Ursprung Elementarvölker stets als Diener:innen/Sklav:innen behandelt. Heute ist eisern, wer dem eisernen Eid in seinem Wortlaut folgt.

Silbern ursprünglich hieß für die Alten Herrscher:innen zu erkennen, dass man auf der Welt mehr Schaden als Nutzen bringt, sich zurückzieht und den Elementarvölkern das Ruder überlässt (siehe Märchen Silbern).

Silbern heute heißt mit allem/jedem was existiert zu leben/arbeiten, den größten Nutzen aus einer Situation zu ziehen, durchaus mit der zweiten Schöpfung zu agieren, solang dies den Verfemten nicht hilft (also nicht zu paktieren), die Elemente nicht anzubeten, sondern als grundlegend gegeben zu betrachten. Die Elementarvölker als gleichwertig zu behandeln und sich dabei NICHT zurück zu ziehen.

Zweifler sind heute wie damals gleich: Die Allgöttlichkeit und das Recht der Elemente/Quihen Assil und deren Regeln nicht anzuerkennen, sondern zu versuchen etwas besser zu machen, weiter zu gehen, etwas zu verstehen, die Urzweifler:innen waren die ersten, die diesen Weg intensiv beschritten. Um ihren Schöpfer:innn (Elementen und Elementarwesen) nachzueifern, erschufen die Alten Herrscher:innen selbst die Jungen Völker (Naldar, Edalphi, Akata, etc.). Die Alten hatten unterschiedliche Wege, doch der Glaube an die Elemente einte sie. Als sie aber alles, was die Elemente ihnen erlaubten, erreicht hatten, spalteten sie sich. Die einen waren fest im Glauben und wollten den Status Quo bewahren. Die anderen zweifelten an den eigenen Grenzen, wandten sich von den Elementen ab und suchen jenseits von deren Segen nach neuem Wissen.

Das war die Geburt des Zweifels, des ersten Verfemten Elementes. Häufig wird die Erkenntnis, dass eine Schöpfung abseits der Elemente möglich ist (und damit einher der Beweis, dass sie nicht allmächtig sind), auch als "Ratio" bezeichnet, der Sieg der (sterblichen) Vernunft über das Göttliche. Sie ist der Zweifel an dem Gegebenen und den eigenen Grenzen. Doch da man sich von den Elementen abwandte, war alles was man erschuf dazu verdammt, keine Verbindung zum Herz der Welt - der Urseele Mitrasperas zu haben. So wurden und werden die Verfemten auch häufig die "Seelenlosen" genannt.

2.2. Die Zeit der Ruhe und der zweite Bruderkrieg

2.2.1. Zeit der Ruhe

Wenig ist über die Kriegszeit bekannt, bis schließlich der Weltenbrand ausgelöst und die zweite Schöpfung hinter Siegel verbannt wurde. Viele der Ouai waren gefallen, die treuesten Ouai der Alten Herrscher:innen der Verfemten Elemente mit diesen selbst unter die Siegel verbannt und nur wenigen gelang es, sich zu besinnen und zum Rat oder zum Orden zurück zu kehren. Noch herrschte Frieden zwischen den Ouai und dem neu gegründeten Orden der Kell Goron, dieser war jedoch mehr als brüchig. Es waren schon immer die Wesenszüge und das Verständnis über die sich neu bildende Welt dort draußen, die die Ouai und die Kell Goron trennten, und damit verbunden die Ansichten über die Alten Herrscher:innen und den Siedler:innen, die ihre Nachfahr:innen werden sollten.

Im dritten Zeitalter hatten die Ouai aufgrund der fehlenden Aufgabe bei den Alten Herrscher:innen eine ungewohnt ruhige Zeit. Viele Meister:innen nutzten dies, um sehr ausgeprägte Ruhezeiten, beinah Winterschlaf-artig, einzulegen. Es wurde aber darauf geachtet, die Lehre der anderen Völker nicht zu vergessen, es wurden neue Ouai ausgebildet und darauf geachtet, dass man die Widrigkeiten der Natur überleben konnte (Nahrung!). Es wurden viele Geschichten erzählt, die auf die erneute Ankunft der Alten Herrscher:innen vorbereiten sollte. Diese sind jedoch im Laufe der Zeit mehr in Mystik und Märchen abgedriftet und hatte am Ende wenig mit dem zu tun, was die Siedler:innen wirklich waren und mitbrachten - sehr zur Enttäuschung der Ouai.

2.2.2. Der zweite Bruderkrieg

Nach der letzten gemeinsamen Gesprächsrunde gab es nur noch wenig Kontakt zwischen beiden Gruppierungen, da sich die Kell Goron in den Boden (Tunnel Terras, Höhlensysteme etc.) zurückzogen, während die Ouai weiter in ihren Zitadellen im Hochgebirge lebten.

Es heißt, es kam zu einem letzten beratenden Treffen zwischen Goroneth und Onthuthet persönlich, danach erst begannen die blutigen Feindseligkeiten und der Hass untereinander. Was bei diesem Treffen vorgefallen ist, wissen nur diese beiden alleine. Einzig geblieben ist der Satz: "Das hätte er nicht planen dürfen, DAS war niemals unser Ziel.", den Onthuthet oft auf dem Rückweg murmelte. Was aber auch überliefert ist, dass Goroneth friedlich und innig um das Treffen bat, nicht Onthuthet. Vielleicht ist es also doch nur den jungen Ouai und Kell Goron zuzuschreiben, dass sie die Emotionen vor dem Verstand siegen ließen und es zur blutigen Feindschaft kam.

Nach diesem Treffen begann der sogenannte zweite Bruderkrieg. Es gab keine angekündigten und beratenden Treffen mehr, sondern nur blutige Zufallsbegegnungen, Guerillataktiken der zahlenmäßig unterlegenen Kell Goron und auch Entführungen von jungen Schüler:innen beider Seiten. Denkt man doch, die Ouai seien ein neutrales und friedliches Volk, so verstehen sie sich trotzdem zu wehren, gerade wenn es um das nackte Überleben geht.

Es hieß, dass die Ouai in ihrer Weisheit die fehlgeleiteten Kell Goron stoppten und deren Lehren aus den Köpfen verbannten. Aber es wurde schnell klar, dass die Kell Goron geschwächt, aber nicht endgültig besiegt waren. Schließlich trat endlich die Zeit der Erholung Mitrasperas ein, doch alle paar Dekanden brachen und brechen Kämpfe aus, sodass für die Älteren dieser Zustand der unterschwelligen Bedrohung irgendwann nichts wirklich ungewöhnliches mehr war.

2.3. Die Zeit der Siedler:innen

2.3.1. Der Bruderkrieg geht weiter

Vor einigen Jahren (OT 2006) stießen die Gruppen in Shan Meng-Ray wieder heftig aneinander: Es war ein Meister der Ouai namens Anan, der einen Verrat an den anderen Ouai begann, zu den Kell Goron überlief, zusah als der Sharuhn'Ar seine Brüder und Schwestern stellte und anschließend in einem blutigen Ritual opferte.

Was nur wenigen aufgefallen ist, dass eine weitere Kell Goron zugegen war, die aber kaltblütig vom Sharuhn'Ar getötet wurde, ohne dass Anan eingriff. Was dort wirklich vorgefallen ist, bleibt wohl weiterhin verborgen. Anan selbst ist spurlos verschwunden. Weiterhin scheinen alle Ouai des Südkontinents den Kell Goron zum Opfer gefallen zu sein oder sind einfach verschwunden. Der Südkontinent ist fest in den Händen der Kell Goron.

Im Verlauf der Jahre agierten die Kell Goron oft im Verborgenen. OT 2014/2015 begannen sie jedoch vermehrt aufzutreten, versuchten Siedler:innen auf ihre Seite zu ziehen. Sie griffen teilweise Siedlerstädte an. Nach einem verheerenden Angriff (zusammen mit dem Schwarzen Eis) im Reich der Rosen kam es zu zahlreichen Toten bei den Ouai (und den anwesenden Siedler:innen). Anschließend nahmen die Ouai eine aktivere Rolle ein und zogen aktiv gegen die Kell Goron, hoben dabei mehrere kleine Zellen aus - beiderseits sehr verlustreich.

Jahre später offenbarte sich erneut ein Kell Goron in den Reihen der Ouai. Der Naldar-Ouai Linariel aus dem Zirkel des Saleph war beim Feldzug in die Hohld (OT Chroniken 2016) verantwortlich für den Tod von fast der Hälfte der anwesenden Ouai, unter anderem seines Zwillingsbruders. Er leitete damit eine Serie von Überfällen auf Ouai auf dem ganzen Kontinent ein, bei dem hauptsächlich Zirkler:innen starben, aber auch viele Bruderschaftler:innen, bei dem Versuch ihre Schüler:innen, Freund:innen oder anwesende Siedler:innen zu schützen.

Der Bruderkrieg scheint weiter zu gehen, aktiver als vorher, denn die Kell Goron sind nicht länger zur Diskussion bereit. Die Kell Goron gehen scharf, bestimmend und brutal gegen die Ouai vor, um ihre Ziele klar zu verfolgen - Ziele, die sich noch nicht offenbarten. Doch nun scheinen sich nach den Ereignissen in der Hohld viele Siedler:innen und Herrscher:innen klar auf die Seite der Ouai zu stellen - viele, aber nicht alle. Denn in der Hohld offenbarte sich nicht nur ein Verräter unter den Ouai, sondern auch einer unter den Siedlern, ein Erzmagier aus dem Osten, Timoriel.

2.3.2. Die dritte Spaltung

Mit den auftretenden Diskussionen, ob das erste Siegel und damit der Zugang zu den Urzweifler:innen geöffnet werden sollte, begannen auch die Ouai, sich stark mit dem bis dahin als 10. Element bezeichneten Prinzip der Ratio zu beschäftigen. Sie erkannten in Diskussionen, dass die Ratio der Ursprung dessen ist, was Mitraspera in den Untergang stürzen wird, und schlossen sie aus ihrem Glauben und ihrem Bemühen um Gleichgewicht zwischen den Kräften aus. Damit stellten die Ouai sich klar auf die Seite der Siedler:innen und Herrscher:innen und hatten zum ersten Mal neben den Kell Goron einen Feind, gegen den es zu kämpfen galt.

2.3.3. Die vierte Spaltung

Ähnlich wie zu Beginn der zweiten Spaltung begann es auch hier wieder mit Diskussionen unter Meister:innen. Der Meister Saleph'a'Saar spaltete den "Zirkel des Saleph" von der Bruderschaft ab und lehrte eine andere Meinung im Umgang mit den Verfemten und Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen. Der Zirkel umfasste jedoch nie mehr als einige Dutzend Anhänger:innen und verließ die Bruderschaft nie ganz (die Pa'Jolan des Zirkels lernten gemeinsam mit denen der Bruderschaft und die Ouai und Meister:innen des Zirkels lehrten ebenfalls unvoreingenommen alle Pa'Jolan gleich). Bevor der Zirkel einen gänzlich eigenen Weg gehen konnte, wurde er von den Kell Goron beinahe vollständig vernichtet. Es existieren nur noch wenige Individuen des Zirkels und sie wurden von der Bruderschaft wieder ganz aufgenommen.

Da es aus den Reihen des Zirkels mehr Individualist:innen gab als üblich, lösten einige sich in unterschiedlicher Richtung von den Ouai: Saleph'a'Saar selbst war kurzzeitig Archon, was mit der Dienerrolle bricht; strenggläubige Anhänger:innen der Sakralen Elemente verbrachten viel Zeit mit den Tivar Khar'assil und dachten darüber nach, den eisernen Eid zu schwören und schlussendlich entpuppte sich einer des Zirkels (Linariel genannt) als Kell Goron. Dies sah die Bruderschaft mit Sorge und so lässt sie seitdem keine starken Abweichungen von ihren Regeln und Normen mehr zu.

Kommt dies doch vor, wird der:die entsprechende Pa'Jolan/Ouai zurück in die Heimstätte beordert und erst wieder auf die Reise geschickt, wenn seine:ihre Meinungen wieder dem entsprechen, was die Ouai als Kanon ansehen.

2.3.4 Der Rückzug

Nach vielen Ereignissen und den zunehmenden Herausforderungen der Siedlerschaft sowie der starken Dezimierung der eigenen Reihen, zogen sich die Ouai im Sommer (OT 2019) in ihre Gebiete zurück. Sie boten den Siedler:innen an, bei Problemen und Fragen per Briefverkehr beratend tätig zu sein. Seither sind sie nicht wieder aufgetreten.


3. Gesellschaft/Lebensweise/Darstellung

Die hier beschriebenen Ouai sind jene, wie wir sie von heute kennen und bespielen. Vor dem Weltenbrand verhielten sie sich oft anders, es gab sicher auch andere Bräuche und Rituale. Doch überliefert ist davon wenig. Sicherlich, manches mag auch gleich gewesen sein - hüllt euch lieber in Schweigen, wenn ihr nicht genau wisst, wie es früher war.

3.1. Warum heisst es eigentlich OUAI?

Ganz einfach: Auf Alt-Mitrasperani werden (außer bei Eigennamen) die Vokale nicht mitgeschrieben. Die Ouai werden damit in einem Text zu textlich unsichtbaren Diener:innen, außer man hat vor, sie absichtlich zu erwähnen.

3.2. Charaktererstellung

Als Neuling beginnt ihr IMMER mit einem:r Pa'Sedin oder Pa'Jolan, also einem:r Schüler:in. Beim Durchlesen des Guides bekommt ihr bestimmt schon einige Ideen zur Charaktererstellung. Ansonsten könnt ihr euch auch bei den älteren Ouaispieler:innen Hilfe holen. Bevor ihr mit dem Charakter erstmals spielt, sprecht ihr den Charakter mit dem:der verantwortlichen Betreuer:in durch. Es muss klar werden, dass eine:n Ouai nicht nur die Funktion ausmacht. Es muss erkennbar sein, dass trotz der Ausfüllung der Aufgaben und der damit einhergehenden Tugenden auch Eigenheiten der Person vorhanden sind.

Ouai haben kleine Tics und Macken und ganz klar erkennbare Eigenheiten. Gebt in eurem Spiel den Mitspieler:innen die Möglichkeit, euch durch euer Verhalten mehr oder weniger zu mögen, euch zu unterscheiden und auch für andere zu beschreiben. Das Spiel mit den Ouai soll durchgehend in-time sein und dabei stets vorbildhaft und interessant bleiben. Es liegt sonst nahe, eine:n Ouai nur als Funktion wahrzunehmen …als NSC eben.

Überlegt euch, welche Charaktereigenschaften und Tics euer Charakter hat. Sie müssen nicht stetig präsent sein, aber ihr solltet merkbar einzigartig und die Ouai dadurch nicht beliebig austauschbar sein. Selbstverständlich gebt ihr auch immer etwas von eurem eigenen OT-Charakter mit in den Charakter ein, versucht das nicht zu unterdrücken. Arbeitet euren Charakter so aus, dass ihr euren Mit-NSC vorher etwas zu eurem Charakter sagen könnt.

3.2.1. Kleidungsstil

Ouai tragen vorwiegend blaue Kleidung, ein paar Akzente setzende Komponenten (meist Gold und Gelb oder Unterkleidung in Hell/beige/braun) sind erlaubt. Der Stil der Kleidung ist sehr unterschiedlich, man trägt was gefällt. Allgemein sind die Schnitte altertümlich und mönchartig schlicht gehalten. Strohhüte als Kopfbedeckung und mehrere Schichten in unterschiedlichen blau und Gelb-/Goldtönen übereinander getragen (Zwiebellook) haben sich bewährt. Durch die Einflüsse der Siedler:innen wurde die Kleidung prunkvoller: Mehr Prunk, mehr Aufmerksamkeit und Respekt - das haben die Ouai gelernt. Allerdings gilt hierbei: Ein:e Pa'Jolan würde von den Meister:innen eingegrenzt werdeb, wenn er:sie zu arrogant wird, ein:e Meister:in eher nicht. Borten und allzu filigrane Verzierungen sind daher den Meister:innen vorbehalten. Ein paar Schmuckelemente, vor allem wenn es Geschenke von anderen Charakteren oder Erinnerungsstücke (auch gerne an das eigene Volk/die Vorfahren) sind, werden aber gerne gesehen.

Die Ouai tragen die in gelb oder gold gehaltenen Zeichen ihrer Bruderschaft an ihrer Kleidung. Diese Zeichen (siehe Anhang) stehen für Charaktereigenschaften des Ouai, eine Art Visitenkarte. Durch die Art der Zeichen kann auf den Charakter geschlossen werden, durch die Menge und Anordnung der Zeichen auf den Rang (2 unterschiedliche Symbole für Schüler und Ouai, 3 für Meister - genauso ist es übrigens bei den Kell Goron!).

3.2.2. Schmuck- und Erkennungszeichen

Obwohl jede:r Ouai das Ursprungsvolk versteckt, haben erst die Meister:innen eine fast komplette Ausgeglichenheit der Elemente erreicht. Schüler:innen oder Ouai streben noch danach und haben (besonders als Schüler:innen) noch nicht alles abgelegt, was einen ein Element vorziehen lässt. Was man beachten sollte: Auch bei Schüler:innen ist das nicht sofort offensichtlich, aber die Spieler:innen dürfen durchaus in der Lage sein, euer Volk herauszufinden, wenn sie sich lange und intensiv mit eurem Charakter beschäftigen. (Lange und intensiv heißt: Über viele Cons hinweg, nicht nur über ein paar Stunden).

Diese Rest-Anzeichen sind immer angeborener Natur und nicht etwas, was durch das Elementarvolk kulturell anerzogen wurde (dafür hatte das jeweilige Volk nämlich nicht genug Zeit).

Bsp.: Ein ehemaliger-Naldar Pa'Jolan ist bei den Ouai erzogen worden, er wird also nicht aus Versehen jemanden auf Naldar grüßen. Oder ein ehemaliger Edalphi nicht die enge Aufgabentrennung gewohnt sein. Dein Volk isst immer Käfer? DU nicht. Was aber geht, ist, dass einem ehemaligen Naldarkind das Erlernen und Ausführen von Windstößen ein bisschen leichter fällt und das Versteinern ein bisschen schwerer. Oder er einen leicht höheren Bewegungsdrang im Gegensatz zu den anderen hat. Eine ehemalige Edalphi ist vielleicht automatisch mehr auf Ausgleich und Zusammenarbeit aus und sie hat ein bisschen besseres Verständnis für die Wirkungsweise der Magie, als ihre Mitschüler:innen. Schmuck und Zubehör der Kleidung sollte deshalb auch immer an den Ouai orientiert sein, nicht an dem ehemaligen Volk des Charakters, das würde ja jedem offen und sehr einfach zu erraten zeigen, zu welchem Elementarvolk man einmal gehörte. Als Naldar also keine Federn, als Edalphi kein grün-gold usw. Mal davon abgesehen behängen sich Ouai ohnehin nicht über und über mit Schmuck. Etwas Schönes hier und da ist in Ordnung, aber generell gilt auch hier eher Schlichtheit.

Manche Ouai haben aber immer noch ein Erinnerungsstück an ihre Kindheit dabei. Das kann auch ein Schmuckstück sein, muss aber nicht. Dieses darf nicht zu auffällig gewählt sein, kann aber Hinweise bieten.

Mögliche Erkennungszeichen (Hier gilt "alles ist möglich, nichts ist gewiss):

  • Edalphi: Achtet auf das Äußere, trägt min. ein goldenes Schmuckteil, achtet auf die Haare/Frisur. Ist etwas besser in Magie, ist ungern alleine.
  • Naldar/Uhlane: Ist stets schnell unterwegs, trifft manchmal übereilt Entscheidungen, singt und redet gerne und oft, wählt eher lockere Kleidung.
  • Lona/Akata: Feiert gerne, lehnt den Alkohol nicht kategorisch ab, ist sehr herzlich, offensiv und extrovertiert, mag den Sommer und die Wärme. Ist kämpferischer veranlagt.
  • Ca'jel: Ist nirgendwo besonders gut oder schlecht, trägt ungern Metalle, sondern lieber Holz/Stoff, hat kaum spezielle Volkseigenschaften, kann theoretisch jede Richtung mal zeigen oder auch eine mal mehr als die andere.
  • Boro'Madar/Ankorianer: oft uneinsichtig/stur im Umgang, nicht die schnellste Person, wahrheitsliebend.

Ausspielbar sind auch die anerzogenen gegenteiligen Verhaltensweisen. Zum Beispiel fängt ein:e Ouai mit dem Blut der Naldar sehr schnell an, eine Antwort zu geben, bremst sich dann bewusst und spricht langsamer weiter. Er hat so lange eingehämmert bekommen, dass er sich bremsen muss, dass der Mechanismus irgendwann funktioniert.

3.2.3. Namen

Ein:e Ouai hat einen alten Rufnamen und einen Ehrennamen. Den Rufnamen hat er oder sie schon vor der Aufnahme in die Reihen der Ouai, als Pa'Sedin und Pa'Jolan und behält ihn auch, jedoch erhält er:sie von seinen (dann ehemaligen) Meister:innen nach bestandener Ouai-Prüfung einen Ehrennamen, welchen er:sie von da an in der Öffentlichkeit, gegenüber Fremden und auch gegenüber Schüler:innen verwendet. Es ist nicht unüblich, dass sich Ouai und Meister:in, die sich schon lange kennen, mit dem Rufnamen ansprechen. In der Öffentlichkeit ist das jedoch selten der Fall.

Es gibt keine geregelten Endsilben für Ouai Namen (wie es etwa bei den meisten Elementarvölkern der Fall ist). Für den Rufnamen gilt: Er sollte zum Hintergrund des entsprechenden Volkes passen. Für den Ehrennamen gilt: Er ist individuell und wird nur ein einziges Mal vergeben und getragen. Daher ist er oft etwas länger. Generell wäre jedoch eine Tendenz in Richtung der Namen alter Nord- und Mittelamerikanischer Ureinwohner wünschenswert. Beispielsweise Namen der Anasazi, Hopi, Hohokam, Haida, Tolteken, Azteken, Maya oder auch Inka. Ein Apostroph darf auch gerne mal sein.

Ouai-Plotfestrollen hießen in der Vergangenheit zum Beispiel: Nicaha, Anan, Kiwano, Bonbwei, Mejahna'Thaea, Majachuel'Tamar usw..


3.3. "Bruderschaft der Ouai" und "Zirkel von Saleph"-Unterschiede

Der Zirkel des Saleph wurde nach einem Feldzug in die Hohld (OT Chroniken 2016) fast gänzlich durch die Kell Goron vernichtet. Ihr solltet dennoch von ihm wissen, zum einen weil es noch vereinzelte Ouai-Charaktere gibt, die zum Zirkel gehörten, zum anderen, da dieser bei den Spieler:innen recht bekannt ist und nicht wenige Spielercharaktere mit den nun toten Ouai befreundet waren. Grundsätzlich ist zur Einstellung eures Charakters zu diesem Massaker zu beachten, wie Ouai grundsätzlich mit Wut/Rache/Trauer umgehen. Die Tatsache, dass die Toten zum Zirkel und nicht zur Bruderschaft gehörten, macht dabei wenig Unterschied. Es werden wahrscheinlich Bekannte/Freund:innen/Lehrer:innen eures Charakters gestorben sein.

3.3.1. Der Zirkel des Salpeh

Der Zirkel von Saleph war den fünf Elementen treu ergeben, bekämpfte aber die Verfemten nicht offen. Damit besannen sie sich zurück auf den Weg der Ouai vor der Schöpfung der Verfemten, als die Ca-jel angewiesen wurden, für die Alten Herrscher:innen der fünf Sakralen Elemente eine einende Bruderschaft zu gründen. Sie trugen ihre politische Meinung offener heraus als die Bruderschaftler:innen und mischten sich deutlich ein, hielten aber ihre neue Glaubensrichtung noch möglichst vor den Verfemten geheim. Ihre Elementarvolkherkunft zeigten diese offen und verschleierten sie nicht mehr. Sie zeigten ganz klar, welche Elemente ihnen am wichtigsten sind, da sie der Meinung waren, dem Gegenüber den Bruch ihrer Neutralität zeigen zu müssen.

Sie sagten es nicht, aber die Ouai des Zirkels glaubten nicht daran, dass die Siedler:innen die Geschicke der Welt allein lenken können. Sie glaubten, dass sie eingreifen müssen. All das taten sie aus Angst, dass die Welt, so wie sie sie kannten, zerstört wird und untergeht. Aus diesem Grund waren sie sehr symbolgläubig, vielleicht sogar abergläubisch. Sie hatten aber die Weisheit der Ouai immer noch in sich. Da sie für sich selbst erkannt hatten, dass sie aufgrund ihres Glaubens nicht mehr objektiv sein konnten, hatten sie entschieden, außerhalb ihrer eigenen Reihen kein Wissen mehr zu lehren. Sie überließen dies ihren 9-gläubigen Brüdern und Schwestern.

Zwischen Bruderschaft und Zirkel herrschte ein freundschaftlicher Disput, der zwar in Glaubensstreitigkeiten ausufern konnte, aber immer gewaltfrei blieb. Es herrschte reger Kontakt vor allem zwischen den Schüler:innen beider Glaubensrichtungen und alte Freundschaften zwischen den Ouai existierten natürlich auch nach der Gründung des Zirkels weiter.

3.3.2. Die Bruderschaft der Ouai

Die Bruderschaft der Ouai ist den neun Elementen treu. Sie halten sich aus politischen und diplomatischen Entscheidungen so weit wie möglich heraus - sorgen aber dafür, dass bei verschiedenen Interessengruppen beide Seiten die Meinungen und Argumente der anderen in vollem Umfang kennen. Was damit dann aber passiert, geben sie in die Hände der Siedler:innen als Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen. Denn sie glauben, dass diese gekommen sind, um die Welt zu säubern und alte Fehler wieder zu bereinigen. Wenn die Ouai sich dann einmischen würden, wäre das ein Fehler, da es von den Elementen anders gedacht war - wer weiß, was dann passieren würde.

Vor einem Weltuntergang oder neuerlichen Weltenbrand haben sie keine Angst - die Erb:innen alten Blutes werden die richtigen Entscheidungen treffen. Die Bruderschaft der Ouai beschränkt sich auf die Vermittlung von Wissen, möglichst ohne politischen Einschlag. Sie haben ein tiefes Vertrauen in die Siedler:innen als Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen, und versetzen sich selbst wieder in die Dienerrolle, als die sie einst geschaffen wurden. Die Ouai der Bruderschaft verschleiern ihre persönliche Herkunft. Sie haben ihr Aussehen so verändert, dass sie keine Ähnlichkeiten mit einem Elementarvolk aufweisen und sagen auch nicht viel über ihr Alter oder ihren Werdegang. Zwar kann es persönliche Element-Vorlieben bei den Ouai der Bruderschaft geben, diese werden von ihnen aber verleugnet. (Siedler:innen fragen unheimlich gerne danach, also ist es gut, sich zu überlegen, wie man auf solche Fragen reagiert).


3.4. Hierarchie und Klassen

3.4.1. Wie wird man Ouai?

"Verbindungen zwischen Ouai zum Ziele der Reproduktion" sind zwar nicht verboten, kommen jedoch nur äußerst selten vor. Die meisten der Ouai widmen ihr Leben ganz ihrer Aufgabe und dem Dienst am Land. Zum Glück war eine der Gaben der Alten Herrscher:innen eine sehr lange Lebensspanne, sonst wären sie wohl schon längst ausgestorben. Die "normale" Art der Sicherung des Fortbestandes der Ouai ist die Aufnahme neuer Schüler:innen aus den Reihen der Elementarvölker. Dies geschieht in zwei Stufen. Zuerst ist man ein:e junge:r Schüler:in ("Pa'Sedin") und danach kann man die Aufnahmeprüfung ablegen um "Pa'Jolan" zu werden. Damit ist man fest aufgenommen und kann den langen Weg zum Ouai in Angriff nehmen... Die charakteristischen "Punkte" der Ouai sind kein angeborenes Merkmal, sondern werden mit dem Bestehen der Prüfung zum Pa'Jolan in einem magischen Ritual geprägt (sie sind nicht verschleierbar!). In diesem Zuge legen die Pa'Jolan auch ihr völkerspezifisches Aussehen ab - sie erschaffen eine Art Illusion ihres Äußeren, um neutraler zu wirken. Dies ist sehr langwierig und wäre auch nur unter Schwierigkeiten wieder zurückrufbar, wird allerdings von der Kraft des Ouai gespeist, weshalb die Illusion verschwinden kann, wenn der Ouai dem Tode sehr nahe ist.

Der Ursprung der Zeichnungen liegt in einer Gesichtszeichnung der Alten Herrscher:innen, welche allerdings golden statt braun war und bei den Alten Herrscher:innen angeboren. Sie sind stets auf der rechten Gesichtshälfte und reichen etwa von Mitte der Stirn bis zum 1/3 des Halses. Eine Zeichnung davon seht ihr unten. Dabei ist es nicht wichtig, in welcher Anordnung die Einzelteile stehen, aber so in etwa sollte es aussehen. OT malen wir uns jeden Morgen gegenseitig die Zeichen auf. Es ist nicht möglich, durch die Aufnahme bei den Ouai Völkerspezifische Vor- oder Nachteile abzulegen. Demnach nahm die Bruderschaft nach dem Fluch von Abarchas keine Boro'Madar oder Narech Tuloch mehr auf (Abarchas verfluchte die Narech Tuloch dazu, sich den Boro'Madar anzugliedern. Dadurch waren beide Völker nicht mehr ursprünglich und demnach fehlerbehaftet, also nicht gut genug für die Ouai). Die Edalphi wurden zur Zeit ihres Fluches zwar aufgenommen, hatten aber keine Zukunft bei den Ouai, da sie bereits nach 10 Jahren starben und so kaum eine Chance hatten, ihre Ausbildung zu beenden, obwohl sie rasant wuchsen und lernten. Die kürzlich aufgetauchten Sephor'Assil wiederum werden Zeit ihres Lebens ihren Seeschlangenvorfahren immer ähnlicher und können deshalb auch nicht in die Reihen der Ouai aufgenommen werden.

3.4.2. Hierarchiestrukturen
Der hohe Rat

Die Ouai sind stark oligarchisch strukturiert. An der Spitze steht der Rat, eine Abordnung mächtiger und alter Meister:innen. Nur der Rat kann Ouai in den Rang eines:r Meisters:in erheben und Ämter in den Reihen der Ouai vergeben. Der Rat hat keinen festen Sitz, sondern trifft sich regelmäßig an alten Kultstätten der Elemente und Verfemten, um über die Zukunft des Volkes zu beraten. Sitze im Rat werden meist auf Lebenszeit verliehen, in der Regel wählt ein Ouai, der zurücktritt (weil er sein Leben beenden möchte) eine:n Nachfolger:in aus den Reihen der Meister:innen. Im Moment hat der Rat 7-8 Mitglieder, diese Zahl variiert jedoch, da er von der Bevölkerungsgröße der Ouai abhängig ist.

Das wohl berühmteste Mitglied des Rates ist Onthuthet. Über sein Alter, seine Motive und Wege wird viel gerätselt, doch Antworten hat niemand. Er scheint zu kommen und zu gehen wie es ihm beliebt, doch ist er immer dann zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Im Augenblick ist er spurlos verschwunden - niemand weiß wo er ist. Onthuthet ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme - auch was sein Alter angeht.

Die übrigen Mitglieder des hohen Rates halten Außenstehenden und auch Schüler:innen gegenüber Stillschweigen über ihr Amt. Die Ouai und Meister:innen wissen aber natürlich, wer Mitglied ist. Man hält die Tatsache im Hintergrund, um Schüler:innen (und Siedler:innen) gegenüber keine höhere Autorität aufzuzeigen, die sie beeinflussen könnte, und auch und vor allem zum Schutz der Mitglieder, insbesondere vor den Kell Goron.

Ein Mitglied des Hohen Rates, das zu alt für sein Amt geworden ist, scheidet selbstbestimmt aus und begibt sich auf eine letzte Reise durch Mitraspera. Auf diesem Weg wird er oder sie, wenn es soweit ist, sterben ( Siehe "Alter bei den Ouai").

Die Meister:innen

(Bei den Kell Goron: Adhane)

Die meisten Entscheidungen werden von den Meister:innen getroffen. Viele von ihnen reisen (teilweise auch in Begleitung von Ouai und Pa'Jolan) durch die Welt, um zu unterrichten, zu beobachten, zu vermitteln und zu lernen. Ein:e Meister:in kann in fast allen Belangen im Namen aller Ouai sprechen: Alle Meister:innen besitzen die Gabe, auf mentalem Weg in tiefer Meditation in Verbindung mit einem Ratsmitglied zu treten, um selbst um Rat zu fragen. Es gelingt dem:r Meister:in hierbei, die Stimmen aus ihrer ständigen Präsenz zu konzentrieren, einzelne Aspekte zu filtern und dadurch zu kommunizieren. Dieser Vorgang findet meist in völliger Abgeschiedenheit und Ruhe statt, um die Konzentration aufrecht zu halten. Umgekehrt ist es einem:r Meister:in des Hohen Rates aber auch möglich mit jedem:r Meister:in auf diesem Weg in Kontakt zu treten. So werden wichtige Ereignisse, Beschlüsse und Anweisungen sehr zeitnah über den ganzen Kontinent verteilt. Und es führt dazu, dass die Meister:innen manchmal etwas abwesend wirken, wenn sie sich auf das Gespräch in ihrem Kopf konzentrieren. Ouai-Meister:innen werden "Gesimae" genannt, sofern sie einer Lehreinrichtung vorstehen, die ebenfalls so genannt wird, dann halten sie sich auch die meiste Zeit dort auf.

Die Ouai

(Bei den Kell Goron: Lagaht)

Der "normale" Ouai ist zwar fertig mit der formellen Ausbildung, doch noch weit davon entfernt in den Rang eines:r Meister:in erhoben zu werden. Er (oder sie) reist entweder alleine oder in Begleitung eines:r Meisters:in, um zu lernen und selbst zu lehren. Ihm obliegt unter anderem das finden und initiieren neuer Schüler:innen und deren Ausbildung.

Die Pa'Jolan

(Bei den Kell Goron: Jonn-Sarnai)

Pa'Jolan stehen auf der höchsten Schülerstufe und haben bereits viel über den Weg der Ouai gelernt. Oft unterrichten sie schon jüngere Pa'Sedin. Am Ende der Laufbahn eines Pa'Jolan steht eine große Reifeprüfung, mit der er oder sie den Lehrer:innen (mehrere Ouai und wenige Meister:innen) beweisen muss, dass er oder sie die Position als vollwertiger Ouai verdient hat.

Die Pa'Sedin

(bei den Kell Goron: Jonn)

Die Pa'Sedin sind die jungen Schüler:innen, welche die ersten Prüfungen bestanden haben. Sie werden meist von Ouai, seltener von älteren Pa'Jolan unterrichtet und auf die Pa'Jolan-Prüfungen vorbereitet. Ihre Zahl ist groß und manche werden an den Pa'Jolan Prüfungen scheitern.

Freunde der Ouai

Freunde der Ouai wurden in der mitrasperanischen Geschichte all jene (auch Siedler:innen...), die sich dazu entschieden, Ouai zu werden. Das Konzept wird nicht mehr bespielt, weil ein:e eventuelle:r Nachfahr:in Alter Herrscher:innen sich nicht einem Dienervolk anschließen sollte.

Altes Blut

Man konnte sich bei der Bruderschaft der Ouai bestätigen lassen, "Altes Blut" zu haben, also Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen zu sein. Dazu musste man sich Mitraspera vollkommen öffnen, seine Bräuche und Kultur sowie seine Völker anerkennen und auch sich selbst anerkennen und geben, wie es den Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen gebührt. Jede:r "Altes Blut"-Träger:in ist für alle Elementarvölker prinzipiell erstmal als vertrauenswürdig eingestuft und ihre:seine Worte haben Gewicht (siehe auch "wie dient ein Dienervolk"). Neuerdings geben die Ouai diese Einschätzung nicht mehr neu aus, da sie es als eventuell gefährlich einstufen, wenn mehr Personen als nötig den Dienervölkern befehlen können.

Gefährten der Ouai

Dies sind einzelne Siedler:innen, die viel, oft und häufig mit den Ouai reisen und sie auf Feldzüge begleiten und das Lager teilen. Sie übernehmen oft unterstützende Aufgaben und genießen das Vertrauen des jeweiligen Reisezuges.

3.4.3. Vergleich der Ränge ins OT
Pa'Sedin

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre; Schulbildung: junge Pa'Sedin wie Grundschüler:innen, ältere Pa'Sedin wie Gymnasiasten bis zum Abitur; dabei jedoch erster Magieunterricht (nur die fünf sakralen Elemente), erster Unterricht in Geistteilung und erste Schritte auf dem Weg, den eigenen Körper und Geist zu beherrschen (ähnlich Buddhistische Mönche).

Pa'Jolan

junge Erwachsene, vergleichbar mit Student:innen/Gesell:innen; sie lernen Dinge wie Medizin, weiterführende Geschichte, Philosophie, verschiedene Handwerke, Beherrschung der körperlichen sowie geistigen Bedürfnisse und der eigenen Gefühle etc.; magisch lernen sie, Essenzen zu manipulieren und mit den Verfemten Kräften klar zu kommen, ihren Geist können sie mühelos in 10-14 unabhängig voneinander denkende Teile spalten; außerdem sind sie die Lehrer:innen der jüngeren Schüler in unterschiedlicher Ausprägung (Nachhilfeunterricht, Babysitter:innen, Vertretungslehrer:innen…). Da man hin und wieder an eigene Grenzen stößt, beginnen die Pa'Jolan sich auch langsam ihre Lieblingsfachrichtungen auszusuchen.

Ouai

Sind mit Lehrer:innen/Universitätsprofessor:innen/Handwerksmeister:innen vergleichbar. Sie tragen die Verantwortung für die Student:innen und auch für die Schüler:innen. Sie haben aber auch eigene Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte und einige arbeiten im Außendienst zum Beispiel bei der Auswahl neuer Pa'Sedin.

Meister:innen

Vergleichbar mit Universitätsdekan:innen, die nur noch lehren ,wenn es ihnen Spaß macht. Sie haben den Überblick, treffen Entscheidungen und repräsentieren zum Teil die Ouai offiziell nach außen. Wer will, spielt aber auch Kindergärtner:in, Koch:Köchin, Handwerksmeister:innen...

Rat der Ouai

Wie ein landesübergreifender Universitätsrat, der die grobe Richtung, in die es gehen soll, sowie neue Meister:innen bestimmt.

3.4.4. Biographie eines Ouai
Auswahl der Jünglinge

Der Orden rekrutiert seinen Nachwuchs aus den Reihen der Elementarvölker. Unter den umher reisenden Ouai befinden sich solche, die mit den Anforderungen an Jünglinge vertraut und in den notwendigen Tests und Prüfungen bewandert sind, um den würdigen Nachwuchs zu finden. Kommen diese Ouai in die Siedlung eines Elementarvolkes, nehmen sie sich die Zeit, die dortigen Kinder zu beobachten. Fällt ihnen eines besonders ins Auge, verbringen sie etwas Zeit mit ihm, spielend und redend. Während das Kind dabei nicht mehr als einen Nachmittag mit bunten Holzstücken und spannenden Geschichten in Erinnerung behält, wird es doch einer Reihe von Tests unterzogen, die seine Eignung als Ouai feststellen sollen. Seine Intelligenz wird dabei genauso bestimmt wie sein Potential als Magiewirker:in, die Veranlagung seines Jo'Kor und die Größe seines Lo-Uttan. Entsprechen diese den Anforderungen des Ordens und ist das Kind im richtigen Alter (alt genug um aufnahmefähig, aber zu jung um bereits von seinem Elementarvolk geprägt zu sein), sucht der Ouai das Gespräch mit ihm und seinen Eltern. Ausgewählt zu werden gilt als Ehre, sollten sich Kind oder Eltern dennoch weigern, wird dies von Seiten des Ordens respektiert. Oft genug aber verabschiedet das auserwählte Kind sich von seiner ehemaligen Gemeinschaft und begleitet den Ouai zu einer der Zufluchten.

Anwärter:in auf die Schülerschaft: Pa'Sedin

Ist das auserwählte Kind in einer der Zufluchten des Ordens angekommen und hat ein Bett in einem der Pa'Sedin-Schlafräume erhalten, beginnt die Ausbildung. Über Phasen freien Spiels und gezielte Sportübungen wird nach und nach der Bewegungsdrang in Bahnen gelenkt, die frühe Übertragung von Verantwortung bei Arbeitsdiensten in Küche oder Wäscherei, sowie Etiketteschulung zügeln das Temperament. Nach und nach wird der:die Pa'Sedin so auf die Verhaltensweisen und Werte der Ouai geprägt und eignet sie sich anstatt derer seines Elementarvolks an. Neben den zahlreichen spielerischen Aktivitäten wird auch mit der akademischen Ausbildung begonnen. In lockeren Klassenverbänden von etwa 10 Pa'Sedin lernen sie, die verschiedenen Schriften Mitrasperas zu lesen und zu schreiben – allen voran natürlich das den Ouai eigene Hoch-Mitrasperani. Rechnen steht ebenso auf dem Lehrplan wie die Grundlagen mitrasperanischer Geographie und Geschichte und noch einiges anderes. Immer wieder werden auch Ausflüge ins Umland unternommen, um den Unterricht anschaulich zu gestalten. Einige wenige Pa'Sedin werden sogar mit auf die weiten Reisen der Ouai oder noch seltener auf Feldzüge mitgenommen, um ihnen ein Verständnis für die Welt außerhalb des Ordens und der Siedler:innen zu vermitteln und diesen so auf die Zukunft vorzubereiten. Am Ende der Anwartschaft hat der Pa'Sedin seine Elementarvolk-Eigenschaften zwar noch nicht abgelegt (dies geschieht erst gegen Ende seiner Pa'Jolan-Zeit), aber doch soweit unter Kontrolle, dass er wie ein Ouai denkt und handelt. Sein Intellekt ist geschärft genug, dass er in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten die umfangreichen Lehren der Ouai verstehen und umsetzen kann.

Schülerjahre: Pa'Jolan

Die Pa'Jolan Zeit ist die Hauptzeit der breit gefächerten allgemeinen akademischen Ausbildung eines Ouai. Er beschäftigt sich eingehend mit der Geschichte Mitrasperas, wird im schwierigeren Umgang mit der Magie geschult, lernt Pflanzen, Tiere und die Stoffe Mitrasperas genauer kennen sowie ihre Anwendungen in der Heilkunde und Alchemie. Außerdem werden Pa'Jolan mit den Grundlagen von Sternenkunde, Militärtaktiken und anderen Spezialgebieten konfrontiert, je nach eigenem Interesse zur eigenen Freude oder zum Leidwesen der Schüler:innen.

Ein Pa'Jolan übernimmt auch schon eigene größere Aufgaben, wie zum Beispiel sehr grundlegenden Unterricht der kleinen Pa'Sedin. Sie kommen mit auf Feldzüge oder diplomatische Missionen, um dort von den Ouai und Meistern auch ihre Fähigkeiten in praktischer Anwendung zu erfahren und zu erproben. Am Ende der Pa'Jolan Zeit stehen eine ganze Reihe von Prüfungen, bewusst oder unbewusst, die nach bestehen in einem Ritual zur Ernennung zum Ouai gipfeln.

Ouai

Ein:e Ouai übernimmt alle die Aufgaben, die von den Alten Herrscher:innen übertragen wurden, denn er:sie ist vollständig ausgebildet. In diesem Stadium suchen sich die einzelnen oft einen Teilbereich des großen Wissens aus, dass sie sich als Pa'Jolan angeeignet haben und vertiefen diesen. Ouai unterrichten die Schüler:innen, forschen, kümmern sich um viele Abläufe der Heimstätte, gehen auf Feldzüge, beraten Alte Herrscher:innen, lehren die Siedler:innen und gehen auf diplomatische Missionen. Sie sind sozusagen der Grundstoff der Ouaigesellschaft.

Meister:innen/ Gesimae

Die Meister:innen der Ouai haben meistens ihr Spezialgebiet schon gefunden und sich sehr tief, meistens unübertroffen, in die Materie eingearbeitet. Wenn sie Lust haben, unterrichten sie noch, sie übernehmen teilweise die Oberverantwortung für einzelne Bereiche der Heimstätte, wie ein Manager - die Gesimae zum Beispiel führen eine Lehrstätte der Ouai.

Die meisten Meister:innen hängen sehr an den bekannten Abläufen der Heimstätte, die schon seit vielen Generationen gleich sind, und akzeptieren Wandel nur langsam. Entscheidungen zu treffen erfordert ohne einen bestimmten Druck oft jahrelange Diskussionen, um jeden Aspekt einer Sache genau von allen Seiten be-, an- und durchleuchtet zu haben, bis man zu der bestmöglichen Entscheidung gekommen ist.

Manche Meister:innen sind schon so alt oder müde, dass sie sehr viel Zeit in der Schlaf ähnlichen Starre verbringen, die den Ouai eigen ist, wenn sie Energie sparen wollen.

Der letzte Weg

Kommt ein alter Ouai zu der Erkenntnis, dass er seinen Aufgaben nicht-mehr nachkommen kann, so tritt er oder sie von der Funktionen innerhalb und außerhalb des Ordens zurück. Nachdem er oder sie noch einige Zeit bei den Ordensgeschwistern verbracht hat, wird sich schließlich von ihnen verabschiedet und er:sie wird sich auf den letzten Weg begeben. Alleine bereist er:sie noch einmal Mitraspera und die Wirkungsstätten des eigenen Lebens und verstirbt schließlich, um in der Seele des Landes aufzugehen.

Obwohl es Teil der Ordenskultur ist, dass ein alter Ouai Platz für fähigeren Nachwuchs macht, kann ihm oder ihr dies zwar nahegelegt, aber in keiner Weise eingefordert werden, die Entscheidung liegt allein bei den Betroffenen und wird vom Orden respektiert. Auch wie lange der Ouai sich für diesen "letzten Weg" Zeit nimmt, liegt ganz im eigenen Ermessen, theoretisch kann der Zeitraum zwischen Abgabe der Funktionen und der tatsächlichen letzten Wanderung mehrere Jahrzehnte andauern.

3.4.5. Ausbildung neuer Ouai

Ein:e Ouai wird aus den Reihen der Elementarvölker ausgewählt, manchmal wird man auch als Ouai geboren.

Neben Frontalunterricht über z.B. Geschichte, oder experimentelles Arbeiten oder Schriftstudium, gibt es durchaus auch so eine Art Selbsterkenntnis-Training. Dieses Selbsterkenntnis-Training wird mit einer Art Rollenspiel gemacht, welches unterschiedliche Ausmaße hat und in seiner weitreichendsten Form eine Simulation ist, in die die Schüler:innen gezogen werden und dann einen historischen Moment selbst miterleben, mitfühlen und einer der damals Beteiligten sind. Diese Simulationen werden von einem Artefakt ausgegeben und von einem:r Ouai/Ouai-Meister:in begleitet. Ein begonnene Simulation kann nicht abgebrochen werden.

Außerdem lernen Ouai sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren (Aufmerksamkeit des Geistes teilen), was insb. im magischen und kämpferischen Sinn gemeint ist.

3.4.5.1. Die Auswahl neuer Pa'Sedin

Ein Ouai achtet bei der Auswahl geeigneter Kandidat:innen vor allem auf Geschicklichkeit, Intelligenz, die Fähigkeit Essenzen zu manipulieren (also ein:e Magiewirker:in zu werden) sowie die Größen des Jo'Kor und Lo-Uttan. Bei diesen Dingen müssen die Kandidat:innen bestimmte Schwellenwerte übertreffen, um sich grundsätzlich zu qualifizieren. Das Alter der Kandidat:innen ist auch wichtig, ab 15 Jahren gelten sie als zu alt.

Es gibt spezialisierte Ouai, die auf Mitraspera herumreisen und geeignete Elementarvolkkinder suchen. Zur Auswahl schaut der Ouai den Kindern eines Dorfes eine Weile zu und schätzt die oben genannten Kriterien ab. Mit interessanten Kindern beschäftigt er oder sie sich dann eingehender, indem er:sie sie einer Reihe von als Spiele und Gespräche getarnte Prüfungen unterzieht um die Kriterien genau zu bestimmen. Gilt ein Kind als vielversprechend wird sowohl der:die Kandidat:in selbst als auch die Eltern bzw. Entscheidungsträger:innen im Volk gefragt ob es mitkommen will bzw. darf. Wird abgelehnt wird das akzeptiert. Wird angenommen wird das Kind direkt in die Heimstatt mitgenommen. Falls es noch zu jung ist wird es "vorgemerkt" (ohne den Eltern was zu sagen) und später nochmal geprüft.

Ein Pa'Sedin in der Heimstatt darf primär erst einmal Kind sein ohne von den Elementarvölkern geprägt zu werden. Natürlich bekommen sie auch Unterweisungen in den Verhaltensweisen eines Ouai sowie eine grundlegende schulische Ausbildung. Außerdem bekommen sie ihremAlter angemessene Aufgaben in den Heimstätten (putzen, kochen, nähen…). Ziel ist es, den Geist und Körper des Pa'Sedin auf die tatsächliche Ausbildung als Pa'Jolan vorzubereiten. Die Elementarvolk-Eigenschaften ab- und die Denk- und Verhaltensweisen der Ouai anzugewöhnen. Es dauert so lange bis der Pa'Sedin "geformt" ist.

3.4.5.2. Nachwuchs

Bevor ein:e Pa'Jolan zum Ouai werden kann, ist er:sie dazu angehalten dafür zu sorgen, dass sein:ihr Platz im Elementarvolk ersetzt wird. Er oder sie muss also für Nachwuchs sorgen.

Wie bei den Vor- und Nachteilen der Ouai erwähnt wird (4.2), sind Ouai nicht so einfach bereit, erfolgreich Nachwuchs zu zeugen, sondern es bedarf hierbei eines Fruchtbarkeitsrituals (3.8.1). Der Zeugungsakt läuft hierbei normalerweise auf eine sehr funktionelle Art und Weise ab, die Art wie es funktioniert lernen Pa'Jolan im Unterricht. Vergnügen ist nicht Teil der Sache, deshalb wird ein:e Ouai die Siedler:innen in dieser Hinsicht kaum verstehen können.

Für einen männlichen Ouai ist die Sache nach dem Akt geritzt, eine weibliche Ouai muss selbstverständlich noch ihr Kind austragen. Das Kind sollte dann im Normalfall danach nicht bei seiner leiblichen Mutter aufwachsen, sondern bei seinem Volk. Ob die Mutter noch stillt oder sich eine Amme sucht, ist Entscheidungssache.

Ist das Ursprungsvolk eines Pa'Jolans schon ausgestorben, so werden diese dazu angehalten sich untereinander zu paaren - natürlich so, dass keine Inzucht betrieben wird. Es werden dann gleich zwei Kinder gezeugt. Diese Kinder werden "Ouaigeborene" genannt und sie wachsen unter den Ouai auf.

3.4.5.3. Schulunterricht bei den Ouai

Der stattfindende Unterricht hängt sehr davon ab, wann, wo und bei wem er stattfindet. In der Heimstätte findet er in den meisten Fällen in einem der etwas helleren Klassenräume statt, in Ausnahmefällen auch vor den Toren in dem geschützten Tal, das dem Heimstättenberg angrenzt. Oft kommt klassischer Frontalunterricht zum Einsatz - die Lehrer:innen referieren, die Schüler:innen hören zu. Doch viele Lehrer:innen wählen auch spannendere Unterrichtsmethoden, wie zum Beispiel Lehrartefakte oder, da wo es sich anbietet, praktische Lehrstunden z.B. Heilung an lebenden Objekten, magische Übungen oder für die kleineren Pa'Sedin auch Spiele. Wie überall gibt es gute und eher nicht so gute Lehrer:innen, spannende und eher langweilige, strenge und etwas nachlässigere, einige sind im folgenden Punkt (4.2.5.4.) beschrieben. Auf Feldzügen ändert sich dabei hauptsächlich der Ort und der Umstand der Lehre. Die Lehrstunden werden manchmal unterbrochen und müssen wieder aufgenommen werden wie es gerade passt, jedoch sind sie immer auf den Moment praktisch bezogen und deshalb spannender als gewöhnlicher Heimstättenunterricht. Der Unterricht kann durch Zusehen und Begleiten älterer Ouai stattfinden, durch Gespräche im Lager, durch eigenes Ausprobieren unter Aufsicht oder auch durch gelegentliche Testfragen zwischendurch.

Alles in allem bieten sich für einen Pa'Sedin oder Pa'Jolan ständige Möglichkeiten etwas Neues zu lernen, die oft nur allzu gerne ergriffen werden.

3.4.5.4. Bekannte Ouai und Meister (un-/bespielt)

Es gibt einige Ouai-(Meister:innen) hinter den Kulissen der Heimstätte, die teilweise schon von Ouai im Spiel erwähnt, im Forenspiel benutzt oder als prägende Figuren der Ausbildung der jüngeren Ouai herbeigezogen wurden. An vielen Stellen gibt es dem Spiel einfach mehr Tiefe, wenn die anderen erkennen "Hey, da gibt es mehr als nur die Ouai, die hier herumrennen." Also wenn es passt gerne mal von der lieben Lehrerin erzählen, die abends immer ein Schlaflied gesungen hat, als ihr Pa'Sedin wart oder dem Meister, der im Geschichtsunterricht immer so furchtbar genuschelt hat, dass man kaum etwas verstehen konnte. Einige sollen hier genannt werden:

1.) Meister/in Onthuthet (unbespielt) ist der:die Leiter:in des Hohen Rates. Der ursprüngliche Name wird nicht verwendet, der Titel bezeichnet seinen Namen und Rang in einem. Wird eigentlich nur noch von anderen Meister:innen gesehen, lehrt nicht mehr. Über seinen Charakter ist daher wenig zu sagen.

2.) Meisterin Mejhana'Thaea (bespielt von Lena), Tetragesimae, ist unter den Ouai wie auch unter den Siedler:innen und Einwohner:innen Mitrasperas sehr bekannt, da sie die Ouai zu den Heerzügen begleitet. Die sehr alte Meisterin lehrt geduldig die Geschichte und Weltmechaniken Mitrasperas, prüft künftige Herrscher:innen Mitrasperas und ist für die Ouai und ihre Lehren mitverantwortlich. Auch außerhalb dessen ist sie gerne bereit einen Rat zu geben, oder auch einfach Trost, Bestätigung oder Lob. Die viel umherreisende Meisterin ist freundlich und legt großen Wert darauf selbst mit Respekt behandelt zu werden. Sie besitzt einen feinen Humor. Sich ihren Unmut einzuheimsen ist alles andere als ratsam- sowohl für andere Ouai wie auch für jeden Siedler:innen. Mejhana neigt dazu ihre eigenen Bedürfnisse vollständig hinter das Wohl Aller und Mitrasperas zu stellen.

3.) Meister Jonatho'Thaea, der Bruder von Mejhana'Thaea (nicht bespielt). Ein strenger Lehrer der magischen Anwendungen, der selten die Heimstätte verlässt. Er ist deutlich auf den Ausgleich zwischen den Elementen der ersten und zweiten Schöpfung bedacht. Im Alltag mit seinen Schüler:innen ist er fordernd, aber gütig. Seiner Schwester gegenüber loyal, wenn auch nicht immer ihrer Meinung.

4.) Meister Majachuel'Tamar (bespielt von Jörg), ebenfalls Tetragesimae, spezialisiert auf den Umgang und die Lehre der zweiten Schöpfung. Weiß sehr viel über deren Heerstrukturen. Unterrichtet zusätzlich offensive Kampftechniken (Langstock). Zeigt sich gelegentlich bei Siedler:innen. Gilt als verschroben und auf seine Art humorvoll. Majachuel ist ein klein wenig älter als Mejhana, sie tauschen gerne miteinander Kindheitsgeschichten aus.

5.) Meister Tochol'Nik (ehemals bespielt von Martin), ein sehr alter Meister, der seinen letzten Weg vor kurzem ging (2015). Tochol war vor allem gütig und für das seelische Wohl der einzelnen Ouai zuständig. Er begleitete die Ouai auf Heerzüge, legte sich aber aufgrund seiner speziellen Haltung zu der zweiten Schöpfung und der Weigerung, sich an die Anweisungen des Rates zu halten, häufiger mit Mejhana an.

6.) Meisterin Thokija'Toleo (bespielt von Lenchen), erst kürzlich vom Rat zur Meisterin erhoben, und als Gesimae in Paolos Trutz (Heneagesimae) benannt. Sie zeigt sich vor allem koordiniert und verantwortungsvoll und unterstützt bei den Heerzügen durch ihre zuverlässige Art die Ouai und Siedler:innen. Sie kümmert sich darum, dass alles seinen gewohnten Gang geht. Ein Spezialgebiet ist noch nicht entwickelt. Thokija zeigt sich eher als Allrounder. Bei den Ouai ist sie als strenge Lehrerin bekannt.

7.) Meister Tocha (ehem. bespielt von Basti), ein Meister des Zirkels von Saleph. Er gehörte zum Volk der Akata und kam durch die Kell Goron in der Hohld um (OT 2016). Er war ein guter Kämpfer und strenger Lehrer, der nicht müde wurde, seinen Schüler:innen Sanktionen und schriftlich zu erledigende Aufgaben zu geben. Häufig gab er Rätsel auf, deren Sinn sich erst lange Zeit später erschloss. Im Umgang mit Siedler:innen zeigte er sich emotional stark und war ein extrovertierter, aber freundlicher Redner.

8.) Meister Temtona (unbespielt), der leitende Baumeister der Ouai, observiert und koordiniert wichtige Bauprojekte. Er ist freundlich, aber bestimmt. Legt Wert auf Respekt und Höflichkeit. Er ist für die Instandhaltung und den Neubau zuständig. Dabei nutzt er zur Unterstützung durchaus auch Magie. Viele Bauwerke sind durch seine Macht speziell geschützt - nicht nur vor dem Umfallen. Seine Führung ist bestimmt und gut strukturiert. Temtona mag Fehlverhalten gar nicht und sanktioniert sehr hart.

9.) Meisterin Aheva'Ahni (unbespielt) ist eine Art liebe Omi in der Heimstätte. Besonders liebevoll kümmert sie sich um neue Pa'Sedin, hört sich die kindlichen Sorgen an und hilft bei der Lösung kleinerer Probleme. Sie feuert die Schüler:innen an und motiviert sie ihre Ausbildung immer ernst zu nehmen. Sie ist die Meisterin zu der traurige oder ratlose Schüler:innen am liebsten gehen und bei der man auch mal einen extra Keks abstauben kann.

10.) Meister Te'ku'attan (unbespielt) unterrichtet meistens Geschichte und hält sich oft im Lehrartefaktarchiv auf. Sein Unterricht ist deshalb ein Highlight bei den Pa'Sedin und Pa'Jolan, weil dort ständig die Artefakte zum Einsatz kommen und Frontalunterricht eine Seltenheit darstellt.

11.) Meister Hanakhaij (unbespielt) unterrichtet manchmal Geschichte. Forschungsschwerpunkt: verfemt, silbern, eisern und die Beziehungen dazwischen. Autor des häufig unter Pa'Jolan diskutierten Werkes "Psychologie und Psychose bei Fanatikern"

12.) Meister Quale'Tay (unbespielt) kümmert sich um den Garten und ab und zu löst er einen Ouai ab und hält eine Botanikstunde. Bei einigen Schüler:innen geht das Gerücht um, er sei besonders der Pestilenz zugetan, obwohl das natürlich Blödsinn ist, weil er als Meister einen hohen Grad an Ausgeglichenheit erreicht hat. Er ist dafür bekannt, ständig in der gleichen Robe herumzulaufen und zu müffeln. Manchmal reist er auch zur Bibliothek in As'Shan, um dort im Kräutergarten nach dem Rechten zu sehen - zum Leidwesen der verantwortlichen Pa'Jolan.

13.) Jun'Arai (unbespielt), ein Ouai, der oft die Ausflüge der Schüler:innen anleitet und Geographie unterrichtet. Die Ausflüge sind bei den meisten Schüler:innen sehr beliebt. Es geht dann zum Beispiel in die Natur, nach As'Shan zur Bibliothek oder zu anderen nicht allzu weit von der Heimstätte gelegenen Sehenswürdigkeiten oder Landmarken, aber auch mal auf größere Reisen zu weiter entfernten Orten.

14.) Ralan'Thani (unbespielt), Lehrerin für verschiedenste Sprachen in der Heimstätte. Damit hat sie so viel zu tun, dass sie diese so gut wie nie verlässt und sich ganz ihren Schüler:innen widmet. Sie kümmert sich besonders einfühlsam um die jüngeren Pa'Sedin. Im Unterricht hackt sie besonders gerne auf der Aussprache herum.

15.) Ukh'norram (unbespielt) Verantwortlicher für den Anbau und die Einlagerung von Nahrung. Zu jedem anbaubaren Lebensmittel kennt er Nährstoffzahlen und betet jedem, der es hören will, die Vorzüge von verschiedenen Lebensmittelkombinationen vor, die sich natürlich rein an der Nährstoffzusammensetzung und keinesfalls am Geschmack orientieren. Besonders die neuen Pa'Sedin müssen sich erstmal an das Essen gewöhnen, was durch seine Mitverantwortung auf den Tellern landet.

16.) Takena'Ki (unbespielt) Ein schrulliger Spezialist für Militärtaktiken, der von vielen ein bisschen schräg betrachtet wird. Immerhin sind die Ouai Pazifisten und er widmet sich dem Militär. Aber er wird nicht müde zu predigen wie wichtig es ist Kriege zu verstehen, um vernünftig diplomatisch tätig zu sein. Sein Unterricht ist furchtbar trocken und besteht meistens aus krakeligen wirren Pfeilzeichnungen von taktischen Militärzügen. Wer Logik mag und gut lesen kann, kann jedoch leicht Gefallen an seiner Denkweise finden und der Herausforderung, die sein Tafelbild liefert.

17.) Hiopatija (unbespielt) Ouai, die Anatomie und Heilkunde unterrichtet. (in Arbeit)

18.) Saleph'a'Saar (ehemals bespielt von David), der Meister und Tetragesimae, der den Zirkel des Saleph gründete. Nachdem er Archon der Dornen an Esthaers Seite wurde, lernte er das Herrschen und ist nach seinem Abdanken vom Hohen Rat der Ouai verwiesen worden. Er war freundlich und umgänglich, dabei aber nicht ohne Strenge, ein sehr kluger Magier, der bereit war neue Wege zu gehen. Nachdem er die Ouai verließ, arbeitete er im Auftrag Esthaers daran, Banner der Macht für das Reich der Rosen ans Land zu binden. Saleph starb im Jadekrieg, als er sich schützend vor Siedler:innen stellte.

19.) Jen'asai (unbespielt) Meister der sich um die Rekrutierung neuer Pa'Sedin kümmert. Er koordiniert die Ouai die auf der Suche nach neuen Schüler:innen sind, bestimmt die Zeitabstände, Völker und Orte in/an denen gesucht wird.

20.)Weitere Lehrer können gerne ergänzt werden. Wir haben bestimmt auch einen Sternenkundler, eine Portalexpertin, Alchemist:innen, Sphärenkundler:innen...

3.5. Verhalten

Heute sind die Ouai stark geprägt von einem ganzen Zeitalter, in dem sie nur mit den ursprünglichen Elementen konfrontiert waren, die Verfemten waren ja unter den Siegeln gefangen. Dies hat auch stark ihre Tugenden beeinflusst. Kurz auf den Punkt gebracht:

  • Ein:e Ouai ist Pazifist:in, denkt gemeinnützig und vorausschauend, handelt bedächtig, strebt nicht nach materiellem Gut oder sozialer Macht (Ämtern), sondern nach innerer Weisheit und Ausgeglichenheit und handelt selbstlos und gütig, solange dies keines der anderen Ziele, das eigene oder das Leben anderer bedroht. Er:sie kann nicht lügen, übertreibt und prahlt nicht, handelt nicht egoistisch und aggressiv, fängt niemals einen Streit an und nimmt Abstand von Hochmut, Arroganz, Maßlosigkeit, Geiz, Neid, Wut und Trägheit.
  • Ein:e Ouai drängt das eigene Wissen und Hilfe niemals auf, zögert jedoch nicht zu handeln, wenn er:sie darum gebeten wird, ganz gleich von wem. Er oder sie erweist allen großen Respekt, die bewiesen haben, dass sie würdige Nachfahr:innen der Alten Herrscher:innen sind (Archonten, Nyamen) und auch denen, die ihm:ihr selbst mit Respekt begegnen.
  • Ein:e Ouai handelt stets zum Wohl Mitrasperas in seinem:ihrem Sinne und greift auch nur dann in das Geschehen ein. Zum Eingreifen ist er:sie sich vor allem des Einflusses bei anderen bewusst und setzt diesen gezielt ein. Das eigene Wohl muss manchmal hinter diesem Gemeinschaftssinn zurückgestellt werden.
  • Ein:e Ouai würde niemals etwas tun, was dem Land schaden würde oder seinen Bewohnern (mit Ausnahme der Kell Goron). So wäre es undenkbar, etwas aus dem Kreislauf zu reißen bzw. von "der Seele des Landes" zu trennen! Der Kreislauf und das Leben selbst ist das höchste Gut!
  • Typisch für eine:n Ouai ist die Rhetorik, mit der er:sie Wissen vermittelt. So werden Fragen gerne überschwänglich und ausufernd beantwortet, während an anderen Stellen nur Schweigen oder bedächtiges Nicken folgt. Es kann aber auch passieren, dass ein:e Ouai die Frage für so belanglos hält, dass er:sie sich einfach mit etwas anderem beschäftigt oder unterhält. Oder die Frage ist nicht belanglos und er:sie ist im Gedanken darüber, wie man sie beantworten könnte (rhetorisch geschickt natürlich) so abgeschweift, dass er:sie die Frage nicht mehr wusste und dann irgendetwas anderes erzählt. Wie z.B. ein:e Arzt:Ärztin vergisst auch ein:e Ouai manchmal, dass nicht alle die Fachbegriffe beherrschen, die für ihn:sie selbstverständlich sind. Ein:e Ouai setzt manchmal zu viele davon im Vortrag versunken voraus. Wobei die Ouai, die schon viel mit Siedler:innen zu tun hatten, die Schwierigkeit dieser Eigenschaft sicher schon bemerkt haben.
  • Gerade alte Ouai-Meister:innen haben einen großen Sinn für Humor, sofern dieser nicht zu Lasten einer ihrer Prinzipien geht. Junge Ouai sind dagegen noch sehr pflichtbewusst. Der Humor der Ouai gestaltet sich jedoch teilweise als schwierig, insbesondere wenn es um Ironie oder Sarkasmus geht, da ihnen diese beiden Taktiken nicht zu gelingen scheinen - das ist wohl der Höflichkeit und dem Respekt vor Anderen geschuldet. Vor allem, wenn man dann mal eine:n Würdenträger:in im Gespräch fragt, ob man ironisch sein darf, ist der Witz schon in diesem Moment gelaufen ;-) - Ein:e Ouai hält sehr viel von Gerechtigkeit. Die Regeln, die die Archonten und Nyamen diesbezüglich als Herrscher:innen des Landes aufstellen, sind einzuhalten.
  • Pa'Jolan und Pa'Sedin haben noch nicht alle typischen Ouai-Verhaltensweisen angenommen und sind daher teilweise emotionaler und dadurch auch "menschlicher", da nicht so entrückt.
  • Was die Siedler:innen betrifft, hinterfragen Ouai gerne Begrifflichkeiten und Tun. Von Sitzordnungen (z.B. am Hof der Rosen) verstehen die Ouai nichts und haben sich angewöhnt, sich vorsichtshalber immer ans Ende einer Tafel zu setzen. Ebenso verhält es sich mit den verschiedenen Standesnormen und Gebräuchen unter Siedler:innen.

3.5.1. Auftreten

Ein:e Ouai tritt immer dann auf, wenn er:sie es für richtig erachtet und wenn er:sie es geplant hat. Die Ouai sind keine Aufschneider:innen oder Angeber:innen. Sie inszenieren sich nicht und erwarten auch nicht, dass man sie bewundert, sie sind bescheiden. Dieses totale "Understatement" führt jedoch zusammen mit ihrem guten Timing (SL sei Dank!) zum perfekten Auftritt. Zumindest sollte es so sein! Ein Ouai rennt niemals, es sei denn die Situation erfordert es. Ein Ouai zeigt niemals Zorn, höchstens Entschlossenheit (auch wenn er:sie Zorn empfindet). Selten haben sie Furcht, selbst diese zeigen sie kaum offen. Ein Ouai ist immer höflich und zuvorkommend, degradiert sich selbst aber nicht zum:r Diener:in jedes Fremden, dem er:sie begegnet. ( Siehe auch 4.3. Verhalten und 4.3.2. Verhalten in Extremsituationen )

3.5.2. Wie dient ein Dienervolk?

Ein Dienervolk ist ein von Alten Herrscher:innen für einen bestimmten Zweck geschaffenes Volk. Die meisten dieser Völker sind mit einem erhöhten Anteil eines Elementes geschaffen. Daher nennt man sie auch Elementarvolk (besonders wenn man ihnen gegenüber Respekt ausdrücken möchte). Geschaffen heißt in diesem Fall, dass die Alten Herrscher:innen es zu einem bestimmten Grund geschöpft haben, und ihm bestimmte Eigenschaften, Fehler, Besonderheiten, Fähigkeiten und Aufgaben gegeben haben. Dabei hat jedes Volk per sé andere Eigenarten, diese überschneiden sich aber an bestimmten Punkten.

Eine Eigenheit, die den meisten Dienervölkern mitgegeben wurde ist der sogenannte "Dienerbefehl": Die Alten Herrscher:innen haben, nach anfänglich problematischen Ergebnissen, den Dienervölkern den Wunsch eingepflanzt ihre Befehle auszuführen.

Jedes Volk (Ausnahme Narech Tuloch) hat eine genetische Disposition gepaart mit einer psychologischen Schwachstelle. Diese Schwäche sorgt dafür, dass das Elementarvolk seinem:r Herrscher:in dienlich sein will, sich nicht gegen ihn:sie aufwiegelt. Das Volk versucht instinktiv, die Anerkennung des:r Herrschers:in zu erlangen. Die psychologische Schwachstelle ist quasi anerzogen und kann theoretisch bekämpft werden, die genetische Disposition jedoch nicht. Man kann sich das vorstellen mit dem inneren Konflikt: "Mein Herz sagt, ich muss ihr den Gefallen tun, mein Kopf wehrt sich dagegen." Oder auch: "Ich weiß nicht, wie ich mich widersetzen soll". Im Spiel äußert sich das so, dass bestimmte Charaktere Wünsche/Befehle/Bitten äußern können, die der:die Elementarvolk-Spieler:innen unbedingt erfüllen möchte. Das hat nicht zwangsläufig etwas mit Unterwürfigkeit zu tun, jedoch durchaus damit, einen Wunsch/Bitte/Befehl schlicht nicht abschlagen zu können. Ein unerfüllter Wunsch oder missachteter Befehl verursacht dem:r Ouai nicht nur seelische, sondern auch physische Schmerzen, so wie ein schlechtes Gewissen mit einer Art Magenschmerz einhergeht, bloß intensiver. Und man weiß genau, der Schmerz geht weg, wenn man erst einmal dem Wunsch/Befehl nachkommt… Dies führt bei Meister:innen zum Verlust von magischem Potential ("Magiepunkte") und kann zum Tod führen!

Der Dienerbefehl dient der Darstellung der Welt. Das Ausspielen des Befehls soll vorrangig die große Verantwortung und das damit einhergehende Dilemma der Alten Herrscher:innen verdeutlichen. Die Welt, die Gesellschaft der Alten Herrscher:innen ist keine besonders schöne, der Dienerbefehl ist ein Weg, dies spielerisch darzustellen. Es ist ein bewusster, gerne auch spaßhafter Umgang mit dem Dienerbefehl gewünscht. Dadurch sollen nachhaltig interessante Szenen entstehen. Wir sollten uns gerade die "lustigen" Szenen dafür suchen und durch gerne auch übertriebenes Ausspielen auf nette Weise die für uns unglückliche Situation vor Augen halten.

Was dazu noch wichtig zu sagen ist: Der Dienerbefehl ist sehr unterbewusst gestrickt. Ein Ouai (außer vielleicht ein:e Meister:in) merkt nicht einmal, dass es nicht der eigener Wunsch war. Er:sie nimmt den Wunsch/Befehl einfach in das eigene Gedankenmuster auf und empfindet ihn als den eigenen. Das ist auch einer der Gründe, warum ein Ouai einen Dienerbefehl nicht als etwas schlechtes empfindet. Er:sie fragt sich höchstens später, ob das, was er:sie da gemacht hat, gut war. Ein:e Ouai ist gerne ein:e Diener:in. Das ist seine:ihre Aufgabe und Daseinsberechtigung. Siedler:innen haben in letzter Zeit immer wieder die Idee, den Dienerbefehl aus dem Ahnmark der Dienervölker zu löschen, um ihnen die Freiheit zu geben. Manche finden das auch gut - die Ouai nicht. Und ist ein:e zur Freiheit Gezwungene:r wirklich frei? Ist nicht allein schon der Wunsch der Herrscher:innen, dass die Diener frei sind, ein Befehl?

Ein Ignorieren des Befehls ist natürlich aus OT-Gründen möglich. Diese Möglichkeit sollte jedoch begrenzt eingesetzt werden. Wird dies durchgeführt, muss ggf. Der:die Befehlsgeber:in über die OT-Motivation informiert werden. Bitte abwägen.

IT ist der Befehl an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Kein Leib und Leben ist gefährdet - es widerspricht nicht der gesetzten Aufgabe des Volkes (Bei den Ouai u.a. Lehre statt Lügen, Diplomatie statt Kampf, Diene dem Land statt Einzelnen und unblutige Lösungen statt töten)
  • Es widerspricht nicht der gesetzten Aufgabe des Charakters (bsp: Kämpfer vs. Heiler)
  • Der Wunsch ist für den Charakter umsetzbar (bsp: "werde schnell gesund" oder "stirb mir jetzt nicht weg" ist allein durch Willensanstrengung nicht wirklich zu erreichen und "renne schneller als alle anderen" oder gar "flieg" geht einfach gar nicht).

Nicht alle Siedler:innen können diese Art der Autorität ausüben. Nur wer "erwiesenermaßen" ein:e Nachfahr:in der Alten Herrscher:innen ist, ist dazu in der Lage. Wichtigere Personen können Befehle anderer Herrscher:innen auch "überschreiben". Dabei gilt folgende Hierarchie (von extrem wichtig und mächtig zu nur wichtig):

Herrscher:innen, die ihr Amt verlieren, bleiben dennoch auf der "Herrscherstufe" auf der sie vorher waren. Stufen kumulieren und natürlich gibt es auch auf einer "Herrscherstufe" kleinere Hierarchieunterschiede. Bsp.: guter Freund < Archon < Archon mit dem man viel erlebt hat/ den man gern hat < "befreundeter" Archon

Tipps zum Ausspielen: Als Neuling kann es sehr ungewohnt sein, jemandem so hohen Respekt zu zollen. Hilfreich ist es für die Darstellung des Dienerbefehls, schon eine Zeit vor der Veranstaltung bewusst geäußerte Wünsche/Bitten einer Person aus dem Gesprochenen herauszufiltern, um empfänglich dafür zu werden. Am besten überlegt man sich auch, wie man welche Person anspricht oder vor wem man sich von sich aus verbeugen/knien will (z.B. dem Almahandir!). Am wichtigsten ist aber, sich selbst einen Spaß draus zu machen, die Herrschenden immer wieder eher subtil oder durch Kommentare darauf hinzuweisen, dass sie gerade etwas befohlen/gewünscht haben, das geschieht nämlich oft unabsichtlich. Außerdem hat man oft viel Interpretationsfreiheit, besonders wenn keine Zeit festgelegt wird oder wenn Sarkasmus im Spiel ist. Beispiel: "Boah, jetzt halt mal die Luft an" - *Ouai holt tief Luft* "Wie lange?"

3.5.3. Verhalten in Extremsituationen

Achtung: Dies betrifft nicht die Pa'Jolan/Pa'Sedin und muss sorgsam umgesetzt werden. Dieser Spielmechanismus dient als Möglichkeit der Reaktion in Extremsituationen und soll spielfördernd sein, dabei gleichzeitig verdeutlichen, dass auch Ouai Gefühle haben und nicht "unmenschlich" sind.

Ein:e Ouai ist im emotionalen Ausdruck zwar reduziert (gefasst und ausgeglichen), doch keineswegs gefühlskalt. Im Gegenteil sind Ouai innerlich sehr empfänglich für Stimmungen und Gefühle und können sich innerlich davon leiten lassen - sonst wäre es ihnen gar nicht möglich, ihre Aufgaben zu übernehmen, für die eine hohe sozial-emotionale Intelligenz von Nöten ist. Sie sind aber sehr gut darin, diese innerliche Bewegung für sich zu behalten.

Ouai-Meister:innen sind für Emotionen anderer empfänglicher, die eigenen können sie aber besser kontrollieren als Ouai und umgekehrt. Das führt dazu, dass emotional stark belastende Situationen eine ähnliche Intensität und Auswirkung auf sie haben. Starke emotionale Belastungen (siehe folgend) bewirken ähnliches wie ein gewaltsamer Angriff auf die Ouai/-Meister:innen und führen erst zu Unruhezuständen im Sinne seines:ihres bevorzugten Elements (siehe folgend) und dann zu wirklichem Lebenspunkt-Verlust bis zum Meditationszustand (siehe Lebenshauch unter Fähigkeiten) .

Starke emotionale Belastungen: Wenn du OT das Gefühl hast, dass die Situation dich/bzw. den Charakter überfordert und du eigentlich eine emotionale starke Reaktion zeigen müsstest, dies aber nicht zum Spiel der Ouai passt. Zum Beispiel:

  • Tod oder wahrscheinlich tödliche Verletzung eines Charakters, dem man sehr nahe steht
  • Eine Katastrophe in einem Elementarvolk (z.B. Linesti sterben aus).
  • Sehr hitzige Diskussion mit vielen Beteiligten, wobei Würdenträger:innen oder Freundschaft-der-Elemente-Träger:innen anwesend sein müssen (und man sich dessen sehr bewusst ist).

Unruhezustände , sortiert nach Element:

  • Feuer: erhöhte Reizbarkeit, zittern/beben,
  • Wasser: Schweiß abwischen, viel trinken, sich mit Wasser abkühlen, weinen
  • Luft: Umherlaufen, Luft suchen, tief ein- und ausatmen, hyperventilieren
  • Erde: Rückzug, auf den Boden setzen, nicht mehr antworten, hinlegen
  • Magie: Hand von anderen greifen, Nähe suchen, auch Unruhezustände der anderen sakralen Elemente verwendbar
  • Schwarzes Eis: gerade Haltung annehmen, sich an einem "Fokus" (Objekt, z.B. Metall-Mandala) orientieren, Dinge sortieren
  • Pestilenz: Räuspern, Husten, Kratzen, sich selbst massieren (Nacken, Schläfen)
  • Leere: ins Leere starren, langsam laufen, durch andere "hindurchgucken", langsame Reaktionen auf Andere
  • Untotes Fleisch: etwas zerstören/zerreißen (sehr langsam), Hände kneten, Haare raufen (nicht zornig wirkend)

Ein:e Ouai wird immer versuchen, das eigene seelisches Gleichgewicht wieder herzustellen, das wurde ihm:r als Schüler:in oft genug eingeprägt. Er:sie nutzt dazu die entgegengesetzten Elemente zu denen, die gerade überhand nehmen. Also ein früherer Naldar mit Terra, ein Linesti mit Ignis usw. Es kann durchaus spielfördernd sein, ab und zu in einer solchen Situation laut zu werden, aber eben nur so selten, dass klar ist, dass es sich um eine besondere Situation handelt, wenn es dann mal geschieht.

3.5.4. Alter, Tod und Trauer

Die Ouai gehen, wenn sie "zu" alt sind, "ihren letzten Weg". Das geschieht nach eigenem Willen und meist, wenn sie denken, ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden zu können. Damit geben sie alle ihre Pflichten ab, sind quasi in Rente. Sie verabschieden sich von allem, was ihnen wichtig ist, durchwandern Mitraspera oder verweilen, besuchen sogar manchmal den gleichen Ort mehrmals. Irgendwann verschwinden sie einfach ins Unbekannte, meist durch ein Luftportal.

Die Ouai haben einen reduziert abgebildeten Ahnenkult. Dabei werden die Geister gegangener Meister:innen beschworen und befragt, wenn Rat oder Unterstützung nötig ist. Trauer um die im Alter verstorbenen geziemt sich bei den Ouai nicht. Man geht davon aus, dass die Verstorbenen alles wichtige erledigt haben und die Seele in die Urseele zurückgekehrt ist, was ja ein natürlicher Vorgang ist. Um junge oder im Kampf gefallene ist eine sehr kurze Trauerphase möglich, bei der man bemitleidet, dass die Verstorbenen sich nicht verabschieden konnten. Häufig werden diese in ein Luftportal verbracht, um die letzte Reise zu simulieren. Rache für Verstorbene zu nehmen passt überhaupt nicht zu den Ouai. Wir kämpfen für die Lebenden, nicht für die Toten. Rache und Wut machen uns schwach und verblendet.

Meister:innen lehnen Trauer und ähnliche negative Gefühle grundsätzlich ab. Sie meiden den Kontakt zu anderen Trauernden, wenn sie drohen, sich davon mitreißen zu lassen. Da die Meister:innen ihre Gefühle gegenseitig spüren, ist die Gefahr, dass die einzelnen alle anderen negativ beeinflussen, zu groß. So begegnem Ouai-Meister:innen dem Tod gegenüber sehr rational und abgeklärt. Im Außenbild scheinbar unempathisch. Ein häufiger Bewältigungsmechanismus bei den Ouai, egal welchen Ranges, ist, über die Lebzeiten der Verstorbenen Anekdoten zu erzählen. Auch wird häufig in Geschichten auf die Verstorbenen verwiesen. So lässt man den anderen weiter leben und an der Gemeinschaft partizipieren. (Das wird im Spiel häufiger gemacht, besonders im Moment in Bezug auf den Zirkel des Saleph, denkt euch also gerne was passendes aus…).

3.5.5. Warum sind wir eigentlich Pro 9?

Als Ouai muss man lebendig sein. Man besteht aus fünf Elementen und ist sich dessen bewusst. Man "glaubt" nicht an die Elemente, man weiß, dass sie sind. Man verehrt sie nicht. Jegliche "Verehrungen" sind nur dazu da um Nicht-Ouai zu beruhigen. Man weiß aber um die Macht der Quihen Assil und die Notwendigkeit. Man steht dem ganzen also sehr realistisch gegenüber. Genauso mit der zweiten Schöpfung:

Die Ouai wurden von den Alten Herrscher:innen als neutrale Bot:innen, Diplomat:innen und Lehrer:innen geschaffen, das war, als es die zweite Schöpfung noch nicht gab. Die Ouai waren nach Erschaffen dieser aber gezwungen, nicht mehr zwischen fünf, sondern neun Parteien der alten Herrscher:innen zu vermitteln, da es auf einmal mehr Fronten gab. Um ihrer Aufgabe weiterhin gerecht werden zu können, mussten sie - wie immer - die Standpunkte von allen Seiten beleuchten, alle Parteien nachvollziehen und verstehen können, auch die zweite Schöpfung. Sonst wäre eine neutrale Haltung nicht mehr gegeben und quasi ihre Daseinsberechtigung aufgehoben gewesen. Heute wie damals ist die Aufgabe der Ouai nicht anders. Von der Ratio hat man sich inzwischen abgewandt, weil man weiß, dass sie der Ursprung dessen ist, was Mitraspera in den Untergang stürzen wird. Weil die Ratio die Welt selbst in Frage stellt, immer außerhalb dieser stehen wird und immer daran interessiert sein wird zu verändern, was die Ouai versuchen zu bewahren

Am Anfang des dritten Zeitalters waren die Anhänger:innen der zweiten Schöpfung genauso zahlreich wie die der ursprünglichen. Über die Generationen allerdings verblassten die Erinnerungen an die zweite Schöpfung wegen ihrer Siegelung, während die wahren Elemente weiterhin und alltäglich präsent waren. Dies führte zu einer langsam entstehenden Polarisierung der Ouai. Sie behaupten zwar weiterhin, neutral zwischen allen neun Elementen zu stehen, doch erkennt man deutlich, dass ihr Verhalten sich mehr nach den ethischen und moralischen Werten der fünf ursprünglichen Elemente richtet.

Die Ouai lernen mit den verfemten Kräften umzugehen, um sie zu verstehen, außerdem sind sie es, die die Siedler:innen vor ihrem Einfluss schützen können (z.B. Schäden am Lo-Uttan). Natürlich sind die Ouai selbst auch vor dem Einfluss der Kräfte der zweiten Schöpfung geschützt: Ein Ouai wird nicht durch die Pestilenz erkranken oder vom Schwarzen Eis assimiliert werden - das ist auch gut so, denn was könnte ein assimilierter Ouai wohl unter den Siedler:innen für Schaden anrichten…! Allerdings kann der:die Ouai dies alles nur, wenn er:sie lernt mit den Kräften der zweiten Schöpfung umzugehen, und dies auch regelmäßig übt. Der Ouai sieht in der gezielten und geübten Nutzung der verfemten Kräfte nichts schlimmes - er geht an dieser Stelle den "Silbernen Weg", der für die Ouai bedeutet, dass man maßvoll alles nutzt, was einem zur Verfügung steht, um Mitraspera zu dienen und ohne großen Schaden anzurichten.

3.5.6. Wie stehen wir zu Paktierer:innen?

Auf Mitraspera gelten die Gesetze der Archonten und Nyamen. Die Siedler:innen und Lehensnehmer:innen haben sich diesen verpflichtet und müssen sich demnach an deren Gesetze zu halten. Tun sie das nicht, machen sie sich schuldig. Wenn also Archonten/Nyamen den Umgang mit Verfemten verbieten oder eine bestimmte Art des Umgangs, so haben die Siedler:innen, die sich gegen die Gesetze stellen, Strafe verdient. Außerdem ist ein:e Siedler:in, der:die die Grundlagen nicht hat, um sinnvoll mit den Anhänger:innen der zweiten Schöpfung zu agieren, als dämlich und grundsätzlich gefährlich zu betrachten. Einer gesunden Neugier aber steht nichts im Wege, solange sie das Maß nicht überschreitet.

Die Ouai, als grundsätzlich sehr rechtschaffene und treue Lebewesen, sehen also das Paktieren von Siedler:innen als sehr kritisch an, auch wenn sie es nicht zwangsläufig verhindern oder so etwas "verpetzen" würden. Die Ouai selbst sehen ihre Handlungen nicht als Paktieren an, da sie lediglich ihrer Aufgabe und Bestimmung folgen. (siehe: 3.5.5 Warum sind wir eigentlich Pro 9?).

Wenn uns selbst jemand als Paktierer:innen beschuldigt, können wir einfach mit unserer Aufgabe kontern. Wir wurden zum Vermitteln geschaffen, können mit den Kräften umgehen und wissen um die Konsequenzen. Innerhalb unserer Aufgaben sind wir nur unserer Bruderschaft und den Quihen Assil Rechenschaft schuldig.

Seitdem die Ratio aus ihrer Siegelung befreit wurde, haben die Ouai die Kommunikation mit allen Parteien der zweiten Schöpfung eingestellt, da man mitbekommen hat, dass es eine Kooperation zwischen den Anhänger:innen des Zweifels und den anderen der zweiten Schöpfung gibt. Dies gilt bis auf weiteres.

3.5.7. Wie stehen wir zu Alten Herrscher:innen, die etwas schlimmes getan haben?

Schlimm, was ist das eigentlich? Immer eine Betrachtungsweise auf jeden Fall. Für die Ouai sind Land und Bewohner:innen wichtig. Sie vertrauen darauf, dass die Herrscher:innen einen höheren Plan haben, der etwas verfolgt, was dem Wohle Mitrasperas dient. Es muss schon viel geschehen sein, um die Ouai davon zu überzeugen, dass ein:e Herrscher:in nicht ihren Vorstellungen von "Landeswohl" entsprechend handelt/gehandelt hat. Ist es dann doch einmal so weit, dass ein:e Ouai oder sogar die Gesamtheit der Ouai zu dieser Annahme gekommen ist, dann wird versucht mit "drüber reden" zu handeln - mit den Betroffenen versteht sich. Diplomatie, Überzeugungskraft und gesunder Verstand haben noch meistens zum Erfolg geführt. Größere Handlungen und Eingreifen werden immer nur im Auftrag des Hohen Rates durchgeführt, kleine Gespräche und frühzeitiges "Beraten" und dadurch einlenken geschieht aber tagtäglich und gehört zu den Pflichten eines jeden Ouai. Dabei ist immer darauf zu achten, dass man nach Möglichkeit dem Gegenüber alle Handlungsmöglichkeiten, Vor- und Nachteile aufzeigt, die Entscheidung am Ende aber von den Herrscher:innen getroffen wird.

3.5.8. Was sollen die Siedler:innen von mir lernen?

Ouai sind die Lehrer:innen der Völker und inzwischen auch der Siedler:innen. Man kann Siedler:innen also theoretisch ALLES beibringen, was man OT selbst weiß oder kann. Für die Ouai ist es wichtig, den Siedler:innen den verantwortungsvollen Umgang mit Mitraspera und dessen Einwohner:innen zu zeigen, ihnen die geschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge zu erläutern und Gesetzmäßigkeiten (Wie funktioniert Mitraspera) aufzuzeigen. Da die Ouai Mitraspera beschützen und aufblühen lassen wollen, versuchen sie dazu auch die Siedler:innen zu motivieren. Man kann aber auch den Umgang miteinander versuchen zu lehren. Wenn jemand es speziell möchte, können auch Fähigkeiten gelehrt werden (Achtung, Essenzmanipulation finden die Siedler:innen spannend, die Ouai wollen aber nicht recht, dass Siedler:innen das können….weil sie es nicht in die Wiege gelegt bekommen haben...oder weil Siedler:innen dazu neigen die Fähigkeit zu missbrauchen (wie Timoriel)….oder aus Gründen, die auch die Ouai nicht wissen). Mit manchem Wissen, wie zum Beispiel dem genauen Umgang und das Wissen um der Aspekte des Seins, wird von den Ouai mit Vorsicht heraus gegeben. Viele Ouai wollen erst sicher gehen, dass die Empfänger:innen das Gelehrte auch sicher verstehen, sind dadurch viel umschweifender und erzählen im Zweifel z.B. die gesamte Schöpfungsgeschichte von vorne, um den Weltenbrand zu erklären

3.5.9. Wer hat Einfluss auf meinen Charakter?

Aufgrund unseres Status als Festrolle haben wir auf den Cons selten Zeit intensiv miteinander in der Bruderschaft zu spielen. Dennoch sind für unser aller Charaktere die Brüdern und Schwestern die engsten Freunde und Vertrauten, die Familie und die Sicherheit, die sie natürlicherweise wählen würden. Dies können wir im Spiel nicht so oft darstellen, wie wir wollten, und so geschieht es leicht, dass Siedler:innen oder andere Tribes eine emotional scheinbar größere Bindung haben, als wir sie untereinander. Versucht stets dies auszugleichen, kommt absichtlich mit einem Problem auch zu den anderen Ouai. Wenn ihr etwas tun wollt, was wider dem Handbuch ist, thematisiert das stets IT/OT mit dem/einem Ouai-Verantwortlichen, um die Chance des Eingreifens zu lassen. Überstürzt es nicht, nehmt euch stets die Zeit zum Nachdenken. Das würde auch euer Charakter tun, als gute:r Ouai. Sprecht untereinander über mögliche Verhaltensanpassungen, um den anderen die Chance zu geben, auf euer Verhalten zu reagieren. Vergesst die Zeit zwischen den Cons nicht, die der:die Ouai wieder daheim mit den anderen Ouai verbracht hat. Siedler:innen und andere Gruppierungen versuchen natürlich immer wieder uns zu beeinflussen und durch Gespräche bekommen wir viele Sichtweisen aufgezeigt und erklärt. Vergesst nicht, dass eure Charaktere zwar von anderen auf Cons beeinflusst werden, aber viel mehr im OT, unter dem Jahr, von ihren Brüdern und Schwestern in der Heimstätte oder den Bibliotheken! Bleibt bei den Grundsätzen der Ouai, lasst euch nicht zu viel auf Con in eine andere Richtung ziehen. Hinterfragt kritisch, was euch erzählt wird. Akzeptiert Meinungen von anderen als Meinungen von anderen. Zum Beispiel kann ein:e Siedler:in euch noch so gut den Sinn von einer Hochzeit erklären, ihr könnt es verstehen, aber trotzdem würdet ihr das nicht selbst tun. Es ist eben etwas, was Siedler:innen machen

3.5.10. Wem verrate ich wie viel über mich?

Grundsätzlich steht in diesem Handbuch wenig, was man nicht erzählen kann. Manches ist aber eher als Geheimnis zu betrachten, während anderes Grundlagen sind. Alles, was die Sicherheit der Gesellschaft oder Einzelner gefährdet oder was die Neutralität beeinträchtigt, darf nicht weitergegeben werden. Das heißt die genaue Lage der Tetragesimae und wer im Hohen Rat sitzt, gelten als absolut geheim und werden NIE heraus gegeben. Die Herausgabe des ursprünglichen Elementarvolkes und des ursprünglichen Namens können in absoluten Ausnahmefällen an einzelne Spieler:innen heraus gegeben werden, sind aber selbst unter den Ouai nicht als verbreitetes Wissen zu betrachten. Ausnahme heißt in diesem Fall: Ihr vertraut diesen Personen bedingungslos und spielt intensiv über mehrere Jahre mit ihnen. Diese beiden Infos sind mit die größten Geheimnisse und Vertrauensbeweise, die ihr geben könnt. Niemals gibt man Name/Volk eines anderen Ouai heraus. Was und wieviel ihr von eurem Charakterhintergrund herausgebt, ist euch selbst überlassen. Bitte bedenkt, dass zu deutlich gestreute Hinweise auf das ursprüngliche Volk nicht sinnvoll sind. Die Hinweise dürfen vorhanden sein, aber so spärlich gesät, dass nur eine intensive Beschäftigung mit eurem Charakter zum Herausfinden führt.

3.5.11. Was soll ich von den Siedler:inen lernen?

Die Ouai bringen ihren eigenen Schüler:innen prinzipiell alles bei, was sie dem Orden nach brauchen. Magie, Geschichte, Kämpfen, Heilen, Alchemie. Nicht alles gleichzeitig, nicht alles gleich intensiv. Übung macht jedoch auch den Meister und nur wer stetig lernt und sich fortbildet, ist wirklich gut - sich also mal einen Tipp von einer besonders fähigen und gut darstellenden Spielerin holen ist definitiv erlaubt. Tut dabei aber bitte nicht so, als hättet ihr von der Sache noch nie etwas gehört. (Außer z.B. der geschichtliche Aspekt ist wirklich nicht bekannt...lasst im Zweifel im Unklaren, ob ihr Grundlagen hattet oder nicht). Gerne könnt ihr euch Lieder, Geschichten und Bräuche der Siedler:innen erklären oder beibringen lassen, wenn es zum Charakter passt. Dabei kann kritisch mit den neu gewonnen Informationen umgegangen werden. (Seht das als so eine Art Sozialstudie über Siedler:innen an. Nur weil die das machen und ihr jetzt versteht warum, heißt das nicht ihr müsst das genauso tun. Ihr esst ja auch OT nicht ständig Käfer, nur weil ihr wisst, dass es in anderen Ländern gemacht wird).

3.5.12. Was mache ich selbst, was lasse ich die Spieler:innen machen?

Grundsätzlich ist man als Ouai immer als Festrolle zu betrachten - auch wenn man für einen Siedlercon nicht als NSC gesetzt ist. Das heißt, man versucht Plot von Spieler:innen lösen zu lassen, nicht ihn selbst zu lösen. Der Antrieb/Anfang dies zu tun kann aber von euch kommen. Manches Mal ist der:die Ouai, der:die einfach anfängt sich mit einem Problem zu beschäftigen der Antrieb für die Spieler:innen. Alle Situationen sind stets abzuwägen. Niemals löst ihr ein Problem ohne Einbindung von Spieler:innen oder dem Ansatz, dass das Folgegeschehen Spiel generiert. Stets müsst ihr die Gesamtsituation überblicken. Es ist vollkommen klar, dass das nicht immer funktioniert, hier ist die Erfahrung ausschlaggebend und der Rat der Mit-Ouai, wie man mit einer Situation umgehen sollte. Dieser kann sowohl IT wie OT eingefordert werden: Es ist eine Stärke, um Rat zu fragen! Das Wichtigste ist die Interaktion miteinander, mit den Spieler:innen. Manchmal müsst ihr agieren ("Kannst du das da für mich analysieren, wir kommen nicht weiter!"), manchmal könnt ihr abweisen ("Kannst du mein Bein nachwachsen lassen?"), manchmal müsst ihr abweisen ("Kannst du hier für mich Wache stehen?"). Versucht immer, gerade einfache Aufgaben abzugeben. Wenn ihr mit etwas angefangen habt und dann merkt, dass es läuft: Begleitet, aber ohne zu führen.

Aber lasst eure Charaktere auch nicht dumm agieren. Wenn ihr merkt, dass etwas ganz-ganz-wichtiges nicht angenommen wird, dann lasst es nicht liegen, sondern geht zum nächsten oder ändert eure Strategie. Versucht die Spieler:innen selbst auf Lösungen kommen zu lassen. Berühmt sind hierbei auch Ouai-typische Fragespiele, bei denen die Antwort durch gezielte Nachfragen vom Spieler selbst gegeben werden kann.

Als Ouai seid ihr eine Kontrollstation: Bestätigt die Spieler:innen, wo ihr könnt, wenn sie etwas richtig gemacht haben oder auf dem richtigen Weg sind, zeigt ihnen aber auch auf, wenn sie auf dem Holzweg sind. Bitte frage deine Mit-Ouai nach Erfahrungswerten, denn diese Absätze sind für das Spiel als Ouai sehr zentral, aber nur mit Beispielen gut zu erklären, welche hier den Rahmen sprengen würden. Zu guter Letzt gilt stets: Alle Spieler:innen sind Spieler:innen. Als Festrolle ist man für alle gleichermaßen Anspielstation. Versucht dennoch, charakterkonform zu agieren: Wie es in den Wald hinein schreit, so schallt es zurück.

3.5.13. Verschiedene Gedankenströmungen unter den Ouai

Unter den Ouai lassen sich besonders leicht drei verschiedene Gruppierungen einteilen nach ihrer Einstellung zu Veränderung und zu den Siedler:innen. Die erste Untergruppe - waren - die Anhänger:innen des Zirkel und die Zirkelnahen. Sie sind sehr offen, was Veränderung und die Siedler:innen angeht, greifen mehr in das Geschehen ein und gehen oft aus der Heimstätte. Sie zweifeln auch gerne mal das Gesamtsystem an sich an.

Die zweite Gruppe ist etwas weniger liberal, etwas mehr auf Traditionen bedacht, aber doch offen den Siedler:innen gegenüber. Aus dieser Gruppe stammen die allermeisten Bruderschaftler, die sich unter Siedler:innen wagen.

Die dritte Gruppe sind die stock-konservativen, die die Heimstätte kaum oder gar nicht verlassen und am liebsten alles immer so ließen, wie es immer war. Sie zweifeln gerne mal das an, was die tun, die die Heimstätte verlassen, und achten darauf, dass diese nicht von ihrem "rechten Weg" abkommen. Ouai, die sich zu stark von der Linie entfernen, werden in die Heimstätte zurückbeordert und dürfen sie nicht wieder verlassen, bis sie wieder "richtig im Kopf" sind. Ja, das ist genau so viel Gehirnwäsche, wie es sich anhört.

Auch dieser Gruppierung ist es zu verdanken, dass die Ouai furchtbar lange für Entscheidungen brauchen, wenn man sie nur lässt. Für und Wider wird immer und immer wieder abgewogen, um die optimale Lösung zu finden oder etwas am System zu ändern, wenn es schon immer irgendwie anders funktioniert hat.

3.5.14. Warum gehen welche Ouai auf Feldzüge?

Die Ouai sehen sich als erste und oberste Diener:innen der Alten Herrscher:innen und demnach auch ihrer Nachfahr:innen. Als sie die Zeichen erkannten, machten sich die Ouai als Gesandtschaft direkt zu Beginn des vierten Zeitalters auf und begrüßten die Neuankömmlinge. Anfangs war man dabei noch sehr zurückhaltend, mischte sich kaum ein und band kaum an Siedler:innen in Freundschaft an.

Mit der Zeit der Siedler:innen kamen so viele Veränderungen über das Land, dass selbst die Konservativen einsahen, dass es nötig und auch ihre Pflicht war, Ouai nach draußen zu schicken, um die Siedler:innen auch auf den Feldzügen zu unterstützen. Vorzugsweise schickt man immer wieder die gleichen Freiwilligen los, weil die Siedler:innen besser Vertrauen fassen, wenn sie Gesichter schon kennen.

Mejhana'Thaea wurde zur Anführerin der Gruppe gewählt, da sie zu den schnellen, entscheidungsfreudigen Meister:innen gehört und man einsah, dass manchmal eine halb gute Entscheidung besser ist, als eine, die zwei Jahre zu spät kommt.

3.6. Kultur

3.6.1. Feste

Es gibt zahlreiche Feste der Ouai, die ihren Urgrund nicht zuletzt in den extremsten Naturereignissen haben (Hochwasser, Waldbrände, Erdbeben,…), die dereinst stattfanden und nun noch immer im Ritus konserviert sind. Anbei seien einige Feste zur Veranschaulichung angeführt.

Fest des ersten Frühlings:

Am ersten frostfreien Morgen wird das Fest des ersten Frühlings gefeiert. Hierzu bereiten die Ouai traditionell die ungefrorene Erde mit Wasser auf und geben den Brei auf ein prasselndes Feuer. Je nachdem, ob es Ignis Flammen gelingt zu widerstehen, wird dies als gutes/schlechtes Omen gedeutet.

Fest der Träume:

Zum Jahreswechsel wird ein zwei Tage und zwei Nächte dauerndes Ritual gefeiert. Das Fest dient dazu, mit Dingen, die vergangen sind, abzuschließen und sich neuem zu öffnen. Einem:r Traumpartner:in werden Sorgen, aber auch Hoffnungen mitgeteilt und sich gegenseitig die Hände gewaschen und die offenen Haare gekämmt. Die Träume werden in einem großen Ritual empfangen und auch gemeinsam besprochen. Das Ritual ist gefährlich, solange der Zweifel in der Welt ist.

Zeremonie zu Ehren der Alten:

Eine bedeutete Zeremonie im Festkalender der Ouai stellt der Wissensaustausch mit den gegangenen Ouai dar. Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang verharren die Ouai in meditativer Haltung und treten in den Kontakt mit den Ahnen (Geister gegangener Ouai-Meister:innen), um zu erzählen, diskutieren, erleben.

Blut der Kinder:

Jedes Jahr im Frühling feiern die Ouai ein Fest, das die Harmonie zwischen tödlichen Krankheiten und reinigendem Wasser herstellen soll. Hierzu wird Wasser vom ersten Regen mit Staub vermengt und zu einer Paste verarbeitet. Diese wird auf der Haut verrieben und soll die Pestilenz daran erinnern, dass alles ein Gleichgewicht ist. Dann werden vier Ouai symbolisch in alle vier Himmelsrichtungen ausgesandt, um die Krankheitsdämonen zu vertreiben. Die anderen werden in fließendes Gewässer getaucht, um alle unsichtbaren Krankheiten fortzuspülen.

3.6.2. Sprache

Die Sprache der Ouai ist ruhig, gehoben und bedient sich zahlreicher Naturvergleiche, um Dinge zu umschreiben. Es kann durchaus sein, dass ein Ouai zur Veranschaulichung eine Geschichte und Fabel heranzieht, um den Wissensgegenstand zu vermitteln. Die Argumentation erfolgt schrittweise und hebt den Gesprächspartner stufenweise immer näher an die Erkenntnis. Die Erkenntnis selbst überlässt der Ouai dann häufig dem:r Gegenüber, so dass diese:r mit der Überzeugung geht, er:sie habe alle Erkenntnisse selbst und allein herausgefunden. Ihre Bescheidenheit trägt eben auch bis in diesen Bereich. Bei älteren Ouai kann man jedoch auch häufig vehementeres Verhalten beobachten und darf nicht nachtragend sein, wenn dieser eine:n Gesprächspartner:in deutlich auf Fehler hinweist. Der Idealismus der jungen Ouai weicht dabei mehr und mehr der Sicherheit der Aussage. Wichtig: Zeigt auch sprachliches Interesse an euren Gegenübern und unterhaltet euch ruhig über diverse Themen - seien sie aktuelle Ereignisse oder Befindlichkeiten. Solange ihr dabei höflich und interessiert bleibt, trägt eine gewisse Neugier am Gegenüber viel zum guten Spiel bei.

3.6.3. Schrift

Ouai sind neben den Alten Herrscher:innen die einzige Gruppierung gewesen, die Hochmitrasperani geschrieben hat . Mitrasperanisch wird immer in Spiegelschrift geschrieben und zwar die kompletten Zeilen. Es wird aber nur die Abfolge der Buchstaben, nicht die Zeile selber gespiegelt. Vokale werden nicht geschrieben, außer in besonderen Ausnahmen, vor allem bei Eigennamen.

3.6.4. Kunst

Ouai schätzen die Schönheit der Kunst, sie ist allerdings kein Lebensinhalt. Ihre eigene Kunst ist reduziert, zeigt meist einfache indianisch/aztekisch orientierte Bilder und lässt sich am einfachsten an den typischen Ouaisymbolen identifizieren ( siehe Anhang ). Ansonsten gilt bei der Kunst, was in allen anderen Bereichen gilt, solange es den lehrenden Zweck nicht verfehlt oder gefällt, ist es willkommen.

3.6.5. Liedgut

Das Elementarlied der Ouai

Bei sanfter Brise, Bö und Sturm,

Luft bei Wirbelwind und Wolkenturm,

bei Laubgeraschel, kühlem Rauch,

ruf ich Dich an, die Kraft der Luft!

Leben schwebt, es atmet ein,

ein Hauch vergeht, wird immer sein.


Bei Kerzenlicht und Sonnenschein, Feuer

bei Ofen, Herd und heißem Stein,

bei Flamme, Asche, Funkenflug,

ruf ich Dich an, des Feuers Kraft!

Leben brennt im Feuerschein,

wer das Licht erkennt, wird immer sein!


Bei Quelle, Fluss und stillem See, Wasser

bei Nebel, Raureif, Tau und Schnee,

bei Regen, Hagel, Eiskristall,

bei Welle,Woge, Wasserfall,

ruf ich Dich an, des Wassers Kraft!

Leben trinkt den Himmelswein,

Totes stinkt, wird immer sein.


Bei Hügel, Tal und Felsgestein,

bei Wiese, hecke, Feld und Hain,

bei Ast und Strauch und grünem Laub,

bei Humus, Kiesel, Sand und Staub,

ruf ich Dich an, der Erde Kraft!

Leben bricht das Felsgebein,

kommt ans Licht, wird immer sein.


Bei Sernenlicht und Sonnenglut

Aus der Mitte und all umfassednd,

bei dem Zauber, der alles vereint und alles verbindet

für Anfang und Ende, für Hier und Weit

Jetzt und zu anderer Zeit

ruf ich Dich an, der Magie Kraft!

Leben beginnt mit Zauberei

Zauber vergeht nicht, wird immer sein.


Bei Freiheit im Vergessen sein,

bei Eintracht ohne der Gefühle Pein,

bei Frieden im stillen Sein,

rufe ich der Leere Macht.

Der Leert Umarmung Frieden schenkt.

Freiheit gewinnt, wer dies erkennt.


Bei Ordnung in des Kampfes Tanz,

bei Einheit in des Geistes Glanz,

bei Perfektion im heutgen Ganz,

ruf ich des schwarzes Eises Macht.

Des Eises Einheit Ordnung schenkt.

Vollkommenheit gewinnt, wer dies erkennt.


Bei Stärke durch der Schwächung Kraft, Pestilenz

bei Furchtlosigkeit durch Willenskraft,

bei Leibespein und Heldenschaft,

ruf ich der öltgen Pestilenzes Macht.

Der Pestilenz Schwächung Stärke schenkt.

Willenskraft gewinnt, wer dies erkennt.


Bei Existenz ohne Werden und Gehen,

bei der Lieben Beistand die Zukunft sehen

bei Verbundenheit im ewtgen Geschehen,

ruf ich des untoten Fleisches Macht.

Das Untote Fleisch ein Sein dir schenkt.

Die Ewigkeit gewinnt, wer dies erkennt.

Ein Schlaflied für Pa'Sedin

Schlafe, schlafe, kleiner süßer Pa-sedin,

Leise säuselt Aeris dir ein Lied.

Lass dich tragen von ihren sanften Brisen,

Bis es wieder Zeit aufzustehen ist.


Schlafe, schlafe, kleiner süßer Pa-sedin,

Spür die Liebe, die dir Ignis schenkt.

Lass die Wärme dich umhüllen,

Dass du wohlig schläfst bis morgen früh.


Schlafe, schlafe kleiner süßer Pa-sedin,

Fühl die Ruhe, die von Terra kommt.

Selbst die Blumen sind zur Ruhe gegangen,

Öffnen ihren Kelch erst im Sonnenschein.


Schlafe, schlafe kleiner süßer Pa-sedin,

Sachte wiegen dich Aquas Wogen in den Schlaf.

Leises Rauschen trägt dich in die Träume,

Bis du morgen ganz erfrischt erwachst.


Schlafe, schlafe kleiner süßer Pa-sedin,

Sieh durch Magica sind wir nie allein.

Sieh die Sterne funkeln längst am Himmel,

Vor der Dunkelheit habe keine Furcht.


Schlafe, schlafe kleiner süßer Pa-sedin,

In der Leere ist es endlich still.

Wirf die Sorge tief in das Vergessen,

Dass sie morgen dich nicht niederdrückt.


Schlafe, schlafe, kleiner süßer Pa'Sedin,

Nur durch schwarzes Eis gibt es Perfektion.

Ordnung und Struktur, eine strenge Disziplin,

Jetzt ist Nacht und Pa'Sedin-Schlafenszeit.


Schlafe, schlafe kleiner süßer Pa'Sedin,

In der Ewigkeit, die im Untod ist.

Ewig währt das Leben durch den Nechathon,

Ewig wird auch dein Wissen fortbestehn.


Schlafe, schlafe, kleiner süßer Pa'Sedin,

Durch die Pestilenz wachse über dich hinaus.

Die Familie wird dich stets behüten,

darum bleib ich hier, bis du eingeschlafen bist.


Und aus früherer Zeit gibt es noch die 10. Strophe, die heute aber wohl nur noch für kleine Kell Goron gesungen wird:

Schlafe, schlafe, kleiner süßer Pa'Sedin,

Zweifel lässt beständig Neues uns entstehn.

Traue niemals blind, denk zu allen Seiten,

nur dann kannst du auch diese Welt komplett verstehn.

Die Erschaffung der Welt

Ich will erzähl'n von vor langer Zeit,

als noch niemand wandelt hier.

Waren Mächte am Werk, die zum Geleit,

an ihrer Zahl waren vier.


Sie blieben ohne Tateskraft,

nichts Neues konnt entsteh'n.

Ihr größter Wunsch, Magie erschafft,

mit der nun kann geschehn.


Schufen Wesen von so großer Macht,

wandelten durch die weite Welt.

Schufen Berg und Tal und Tag und Nacht.

Tiefes Meer und Himmelszelt.


Sie ließen dann das weite Land

Volke die ihres Bildes nah,

Hatten Schöpferkraft in ihrer Hand

Nun hört was dann geschah.


Jene Herrscher aus der alten Zeit,

die rühmten sich gar sehr.

Dann jedoch, da hatten sie befreit,

die Idee es gäbe mehr.


Verfemten das was Gutes war,

Die Kinder litten sehr.

Sie wurden bewusst sich der Gefahr

Und setzten sich zu Wehr.


Doch nicht lange dann der Frieden war,

bevor es erneut begann.

Der Weltenbrand vernichtet gar,

es unter Siegel bann.


Erst tausend Leben nach dem Schlag,

sollte es sein soweit.

Dass kommen würde jener Tag,

an dem die Welt bereit.

3.6.6. Grundbedürfnisse im Allgemeinen

Ouai benötigen weder Schlaf, noch Flüssigkeit oder Nahrung. Benötigen heißt hierbei "fürs Überleben notwendig". Doch viele Ouai haben trotzdem Freude an der weltlichen Bedürfnisbefriedigung. Jeder von ihnen hat dabei seine kleinen Marotten, die sich natürlich im Alter massiver ausprägen. So hat der Eine eine Vorliebe für Validar-Omlett, der nächste für Erdbeeren mit Sahne usw.

Da Ouai grundsätzlich aber nicht essen müssen (Pa'Sedin schon, Pa'Jolan langsam weniger, Ouai und Meister:innen nicht), entfällt ihnen teilweise diese Möglichkeit. Erinnert man sie daran, kann ein Ouai erst einmal probieren, was man alles essen kann und was dabei schmeckt, ehe ihm:r wieder einfällt, was er:sie gerne mag. "Nahrungsmittel und Essbares" sind ein immer gern geführtes Thema von Unterhaltungen. Auch hier gilt: Alte Ouai haben teilweise seltsame Vorlieben und auch teils lange nicht mehr gegessen.

Da die Ouai ihr Leben lang Essen nur geteilt haben, gelten für sie bei Nahrungsmitteln keine Besitzverhältnisse (wohl aber bei den Behältnissen dafür). Sprich: Ein herumliegender Apfel darf gegessen werden, ein Keks aus der Schale stibitzt und ein Stück Kuchen von der Hand des Gegenüber gebrochen werden. Ohne zu fragen, es ist ja selbstverständlich. Hier ist quasi spielerisch Mundraub erlaubt. Dies kann gut als Spielelement genutzt werden. Wenn man eine Gefälligkeit erfragen möchte oder Siedler:innen auf Entlohnung bestehen, ist es beliebt nach "den Spezialitäten des Heimatlandes" zu fragen.

Die Ouai können unnatürlich alt werden (im Vergleich zu dem Elementarvolk, aus dem sie ursprünglich stammen). Doch das Alter ist abhängig von zwei Faktoren: Essen und Schlaf. Ein Ouai, der viel isst und nicht schläft, stirbt früher als einer, der nicht isst und viel schläft (Winterschlaf-artig). Man kann dies allerdings auch phasenartig gegeneinander aufwiegen.

3.6.6.1. Ouai-Frühstück

Die Ouai sind Freunde eines vielfältigen Geschmackes und zelebrieren Mahlzeiten auf eine besondere Art. Dabei geht es vor allem darum, neues zu entdecken sowie um das Zusammensein. Essen dient nur sekundär zur Nahrungsaufnahme, primär ist es Geselligkeit und die Anbahnung von Gesprächen, die den Ouai wichtig ist. Gemeinsames Essen und das Sprechen darüber bedienen dies vollumfassend und sind über alle Hierarchien auch mit Siedler:innen praktikabel.

Das Ouai-Frühstück mit all seinen möglichen und unmöglichen Essenskombinationen ist inzwischen legendär und folgt ungefähr folgenden Regeln: Es werden möglichst viele unterschiedliche Speisen in die Mitte gestellt. Dann verteilt man sich darum. Man muss mindestens zwei unterschiedliche Dinge miteinander kombinieren, welche man an diesem Tag/Mahlzeit noch nicht miteinander gegessen hat. Eine zubereitete Kombination muss man immer vollständig aufessen. Es gilt diese Kombination zu kommentieren und anderen dazu zu raten oder abzuraten.

Zu bevorzugen und kommentieren ist, wenn die Kombination im Mund sowohl weich wie knusprig ist, sowie möglichst viele Geschmacksrichtungen enthält (süß, salzig, bitter, sauer, umami)

3.6.6.2. Essensversorgung bei den Ouai

Grundsätzlichen bauen die Ouai das nötige, was sie brauchen, selbst an. Getreide, Obst und Gemüse sowie unterirdisch auch Algen und Pilze werden angebaut und Tiere für Fleisch, Eier und Milch gehalten. Das Wachstum der Pflanzen wird dabei mit Magie optimiert.

Die Vorräte werden für 10 Jahre in großen "Jahresregalen" gelagert, nach Haltbarkeit sortiert. Die Lebensmittel werden eingeweckt, Fleisch und Fisch geräuchert oder gepökelt und die Behälter beschriftet mit Jahr, Tag und genauer Uhrzeit, Anbau- und Einweckort und Kürzel der Verantwortlichen. Hauptverantwortlich für Anbau und Lagerung sind zwei Meister:innen, die sich dabei strikt an den Nährstoffbedürfnissen der angebauten Pflanzen für den jeweiligen Boden im jeweiligen Jahr orientieren. Entsprechend wird die Kombination der angebauten Lebensmittel manchmal für außenstehende recht skurril. Ständig wechselnde Fruchtfolgen tragen zur Vielfältigkeit der Nahrung bei. Die Haltbarkeitssortierung und auch der Verbrauch in der entsprechenden Reihenfolge fördern die bunt durcheinander gewürfelten Essgewohnheiten der Ouai

3.7. Die schlafenden Meister:innen

Ist ein:e Meister:in sehr erschöpft, zum Beispiel nachdem er:sie eine schwerwiegende Entscheidung getroffen hat oder nach einem Feldzug, dann versetzt er:sie sich selbst in eine Meditationsstarre, um den Lebenskraftverbrauch aufs Minimum zu reduzieren.

Es ist ein offenes Geheimnis bei den Ouai, dass besonders die Schüler:innen die Nähe der schlafenden Meister:innen suchen. Welche Meister:innen grade schlafen, also in Meditationsstarre sind, spricht sich meistens schnell herum. Die Kleineren kommen oft nachts, wenn sie nicht schlafen können und kuscheln sich dazu, bis sie von älteren wieder ins Bett getragen werden. Oder sie erzählen den Meister:innen stolz, was sie am Tag alles gelernt haben, von ihren Problemen oder Sorgen. Ältere Schüler:innen üben manchmal in den stillen Räumen vor den schlafenden Meister:innen anstehende Vorträge oder versuchen sich den Rat eines:r Meisters:rin durch dessen Anwesenheit selbst zu denken. Auch die Ouai sind vor diesen Verhaltensweisen nicht gefeit und suchen gerne die beruhigende Anwesenheit ihrer Meister:innen auf.

3.7. Wohnstätten

3.7.1. Der Heimstättenberg

Die Heimstätte der Ouai liegt gut versteckt und sehr gut magisch gesichert zwei Tagesreisen nördlich von Ozymandas in den Bergen. Die Bewohnten Bereiche erstrecken sich dabei auf einen relativ hohen ausgehöhlten Berg und einige kleine angrenzende Innentäler, die als Weideland, Anbau- und teilweise als Lehrfläche genutzt werden. Dort hin findet man nur, wenn man den Weg kennt, wie gesagt, alles super krass magisch gesichert. Als Transporttiere nutzen die Ouai dabei Esel, Pferde gab es vor Ankunft der Siedler:innen nicht (Ouai können also nicht wirklich gut reiten. Wenn überhaupt.)

Es gibt einen großen Hauptausgang mit einem hohen Tor, hinter dem eine Eingangshalle liegt und einige kleinere Ausgänge, die eher zu den Anbauflächen und dergleichen führen, als wirklich nach draußen.

Der Eingangsbereich ist eine große Halle, der Boden bedeckt mit einem riesigen Mosaik, welches die Symbole der Ouai zeigt. Man findet dort auch Bildnisse und dergleichen, die wichtige Ereignisse aus der Geschichte zeigen, ab und zu stehen Grüppchen von Pa'Sedin oder Pa'Jolan mit ihren Lehrer:innen davor und bekommen bestimmte Szenen erläutert. In der großen Halle gibt es außerdem eine Art Zentrale, wo man sich abmeldet, wenn man den Berg verlässt, wo Post ankommt und fortgeschickt wird, usw..

Dies ist einer der beiden schönsten Räume der Heimstätte, ansonsten ist alles sehr schlicht und schmucklos gehalten. Der zweite schöne Raum befindet sich direkt unter der Bergspitze und bietet als einer der wenigen Räume direktes Tageslicht, was ihn zum beliebtesten Aufenthaltsraum der meisten Ouai macht. Seine Form gleicht der einer Blume, wobei aus den Blütenspitzen jeweils Gänge in alle Richtungen abgehen. Einer davon führt zum Beispiel in die Ratshalle der Meister:innen und gerade die Schüler:innen dürften ab und zu neugierig schauen, wer da wohl so ein und aus geht und darüber spekulieren, ob der:die entsprechende Meister:in wohl auch ein Ratsmitglied ist. Der ganze Raum ist getragen von Säulen, in den Nischen finden sich Sitzecken, die gerne von lernenden Schüler:innen belegt oder als Treffpunkt genutzt werden.

Außer in diesem Raum ist es relativ dunkel im gesamten Berg. Licht wird magisch verbreitet, nur ab und zu gibt es einen Tageslichtkanal an die Oberfläche. Nahe der Ratshalle beginnen dann auch schon die Zimmer der Meister:innen. Jede:r hat ein eigenes kleines Kabuff, spärlich eingerichtet, es passt nur ein Bett, ein Schrank, ein Tisch und ein oder zwei Stühle hinein. Weiter weg von der Ratshalle und auch weiter in die Tiefe finden sich dann die Zimmer der Ouai, Pa'Jolan und Pa'Sedin. Nicht zu weit auseinander, damit immer jemand da ist, der sich um Alpträume oder dergleichen kümmern kann. Die Ouai haben Doppelzimmer, die Pa'Jolan schlafen meist zu viert in einem Raum und die Pa'Sedin in ihren Unterrichtsgruppn á 8-10 Kindern. Stockbetten gibt es keine, nur Einzelbetten.

Auf der anderen Seite von dem Blumenraum weg finden sich die Klassenzimmer, weiter nach unten Bibliotheken, Lagerräume für Artefakte, Nahrung, Kleidung, Material und so weiter. Auch in der Nähe des Blumenraumes der Speisesaal, verbunden nach unten mit einem Lastenaufzug mit der Küche. In diesem Bereich finden sich auch die Waschküche und andere Hauswirtschaftsräume.

Im ganzen Berg gibt es nur einige wenige Räume, die im Winter ernsthaft geheizt werden, da die großen Säle und Gänge einfach sehr schwierig warm zu halten sind. Eins der ersten Dinge, die die Pa'Sedin deshalb lernen, ist sich ein Feuer und Licht zu machen. Es ist nämlich nicht nur kalt, sondern auch dunkel. Viele der Nebengänge enden im Dunklen, manchmal gibt es kleine Laternenstationen, an denen man sich eine nehmen kann, um sie anderswo wieder hinzustellen. Manche Gänge sind ungenutzt, weil sie irgendwo eingestürzt sind, manche führen über freischwebende Treppen durch die Dunkelheit, unten hört man den Bach rauschen, der durch den Berg fließt und alle mit Trinkwasser versorgt. Wer sich hier nicht auskennt, kann sich leicht verlaufen. In viele Bereiche dürfen deshalb gerade die jüngeren Pa'Sedin nicht oder nur unter Aufsicht. Relativ schnell lernen sie dann, sich kleine Karten zu zeichnen, bis sie sich orientieren können.

Das ganze ist zudem nicht logisch aufgebaut. Die Heimstätte der Ouai ist uralt, schon im zweiten Zeitalter genutzt und seitdem wurde sie immer wieder an- oder umgebaut.

3.7.2. Die Gesimae

Gesimae ist nicht die Übersetzung für "Ouai-Meister:in", sondern bezeichnet eher eine:n Direktor:in/Dekan:in/Leitung einer Lehrstätte/Schule/Labor/Forschungseinrichtung der Alten Herrscher:innen. Der Begriff "Gesimae" bezeichnet gleichzeitig diese Lehrstätte. Damit ist der heutige Sprachgebrauch nicht gleichzusetzen mit der eigentlichen Bedeutung.

Die heutige zentrale Heimstätte der Ouai ist und war immer schon eine Tetragesimae, also eine der höchsten Einrichtungen dieser Art unter voller Kontrolle der Ouai. Die neu eingerichteten Bibliotheken/Schulen/Foren in den Siegeln werden von den Ouai alle gleichrangig als Heneagesimae bezeichnet.

Es gibt neu gebaute Heneagesimae in: Ardor (Osten), Paolos Trutz (Norden), As'Shan (Reich der Rosen) (Auch Ouai-Bibliothek in As'Shan genannt) und an unklaren Orten im Westen und Süden, die noch festgelegt werden müssen. Diese werden von den Ouai stetig besetzt, die Belegschaft wird aber jeden Mond ausgetauscht, um keine Spezialisierung und Vorlieben zu schaffen

3.7.3. Die Bibliothek in As'Shan

Die Bibliothek ist ein sternförmig (6 strahlig) aufgebautes Gebäude, was durch zwischen den Zacken außen gezogene Verbindungsmauern inzwischen sechseckig ist. In der Mitte ist die öffentlich zugängliche Bibliothek, in deren Zentrum das Hauptzugangsregal ist. Groß ist die Bibliothek allerdings nicht: der Innenraum hat etwa 5 m Durchmesser. Die Räume drumherum sind: ein Essens- und Gemeinschaftsraum, eine Schreibstube (mit Kamin, 2 Tischen mit Stühlen und einem Sessel), ein Lagerraum und drei noch undefinierten Räumen. Vor der Bibliothek brennt in der Dunkelheit häufig Feuer. Durch einen Hintereingang der Bib kommt man in eine Art Garten mit Anbau. Dahinter liegen kleine Blockhütten, durch Wege verbunden, quasi Privaträume (Schlafen etc.). Die Bibliothek ist eine der wenigen Gebäude in As'Shan mit einem festen Dach und einem befestigten Weg zur Hauptstraße.

3.8. Magie/Aspektetheorie

3.8.1 Magiedarstellung

Ouai sind hoch magiebegabte Wesen und ein paar Besonderheiten gibt es, die beim Wirken von Magie wichtig sind. Vor allem werden beim Wirken von Magie nicht laut die Elemente oder die Quihen Assil angerufen, wie Siedler das gerne tun. Das macht keinen Sinn und hilft nicht, außer, dass es vielleicht mehr Außeneffekt hat (man macht das also durchaus, wenn man Siedler:innen etwas zeigen möchte...vielleicht). Sichtbar ist beim Wirken von Magie/Essenzen vor allem die sehr spezifische Art der Handbewegung: Ouai scheinen kleine Fäden aus der Umgebung zu pflücken und zu einem Gebilde zu weben, um dieses dann auf die Reise zu schicken, z.B. als Windstoß. Die Bewegung ist dabei relativ sanft und fast kunstvoll (wohingegen sie bei den Kell Goron eher fordernd und zackig ist). Die Bewegung resultiert daraus, dass die Ouai die Kraft der Elemente/freie Essenzen um sich herum als ebensolche feinen schwirrenden dünneren und dickeren Fäden um sich herum wahrnehmen. Aus diesem Grund werden auch nicht zwangsläufig Komponenten verwendet, wie die Siedler:innen (und wie es im Regelwerk steht, ein NSC muss das nicht). Wichtige Referenz: Essenzmanipulation!

Zu bedenken ist bei Magiewirkung jedoch immer, dass sie nicht pappnasig aussehen soll - das passiert ohne Komponenten und laute Rufe leider leicht. Es ist deshalb gut, wenn man sich vorher überlegt, wie man seinen Mitspieler:innen in die Ouai-Art der Magiewirkung einbindet. Etwa indem man beim Heilen IT erzählt, was man gerade tut oder Vorwarnungen ausspricht. ("Ich werde nun deine Wunde reinigen, bitte halt still, auch wenn du das Gefühl hast, dass Wasser an dir herabläuft. Ich nutze dafür die Kräfte des Wassers", "Es könnte gleich wehtun, wenn ich deine Knochen zusammenschiebe" etc.). Beim Windstoß bieten sich große eindeutige Gesten mit dem Körper an, genauso beim Versteinern. Beim Analysieren der Ouai-typische Einsatz aller Sinne (aufs Magische übertragen). Im großen und ganzen sind das die Zauber, die Ouai am häufigsten brauchen.

3.8.2 Magische Untersuchung

Bei einer magischen Untersuchung wird nie zuerst damit begonnen, Magie zu wirken. Bereits junge Schüler:innen werden angelernt, das Untersuchungsobjekt erst mit allen Sinnen zu betrachten und auch Details genau zu beachten.

In Reihenfolge heißt das: Sehen, Fühlen, Riechen, Hören, Schmecken.

Man versucht das in Erfahrung gebrachte mit bereits bekannten anderen Untersuchungsobjekten in Relation zu stellen. Erst wenn dies abgeschlossen ist und kein genaueres Ergebnis erfahrbar ist, wagt man sich langsam an die Untersuchung. Dabei sieht man nach, ob das Objekt Personen oder die Umgebung beeinflusst, ob eine Verbindung zu außenliegenden Kraftspeichern/Linien vorhanden ist oder das Objekt mit anderen in Verbindung steht. Dann erst sieht man sich das Objekt selbst an. Erst magisch, dann vielleicht auch alchemistisch.

Ein Ouai wird stets versuchen, das Objekt und seine Wirkung als gesamtes zu betrachten. Er wird einen gewissen Ehrgeiz entwickeln, etwas verstehen zu wollen, kann es durchaus als Rätsel betrachten, das es lohnt zu ergründen. Sollte das Objekt aber an irgend einer Stelle den Anschein machen für ihn oder andere gefährlich zu sein, oder seinen Geist beeinflussen zu wollen, wird er die Untersuchung unterbrechen, um niemanden zu gefährden.

3.8.3. Aspektetheorie

Differenzierung Bruderschaft- und Zirkel-Ouai

Die Ouai der Bruderschaft und vom Zirkel Salephs unterscheiden sich in Glauben, Schwerpunkten und Verhalten. Dies ist auf aspektheoretische Abweichungen zurückzuführen, die sich vor allem dadurch erklären, dass die Zirkel-Ouai der Möglichkeit zur Nutzung verfemter Kräfte entsagen und die entsprechenden Regionen ihres Lo-Uttan versiegeln. Außerdem wird die Existenz des ursprünglichen Elementarvolkes eines Zirkel-Ouai durch eine höhere Dominanz der entsprechenden Elementkräfte stärker ausgelebt. (Da es keine Zirkel-Ouai mehr gibt, werden sie hier nicht weiter aufgeführt)

Bruderschaft-Ouai

Betrachtung des Lo-Uttan:

  • die sakralen Elementkräfte sind in der Regel miteinander im Gleichgewicht oder stehen in einem guten Verhältnis zueinander
  • bei manchen Ouai auch leichte Präferenz für ein Element, zeigt sich durch leicht erhöhten Anteil dieses Elements, trotzdem insgesamt Gleichgewicht möglich
  • verfemte Kräfte sind nicht enthalten, es gibt aber dafür nutzbare Bereiche, die der Ouai benötigt, um diese Kräfte aufnehmen und manipulieren zu können, ohne sie dauerhaft zu speichern; da diese Speicherung aber möglich wäre, können durchaus auch minimale Rückstände von verfemten Kräften vorhanden sein
  • Beispiel für die Kraftverteilung bei einem halbwegs ausgeglichenen Ouai mit Aeris-Präsenz: 21% Aeris, 19% Ignis, 19% Aqua, 19% Terra, 19% Magica, je 1% von Leere, Pestilenz, SE, 0% von UF (wegen Aeris)

Ouai-Meister:innen haben ein sehr hohes Gleichgewichts- und Machtniveau, bei Pa'Jolan ist das Lo-Uttan weniger ausgeprägt und das Ungleichgewicht sowie die elementare Präferenz größer.

Analyse: Der Ouai ist nicht als "verfemt" wahrnehmbar, eine normale Analyse des Lo-Uttan lässt die sakralen Kräfte erkennen, der minimalste Anteil verfemter Kräfte ist nur bei einer wirklich tiefgehenden und genauen Analyse erkennbar.

Gesamt-Betrachtung:

  • Kahat: Merkmale des Ursprungsvolkes nicht sichtbar bzw. verschleihert
  • Jo'Kor: entwickelt sich linear mit Erweiterung
  • Lo-Uttan und Batodd und den Rängen des Ouai, Neutralität und AH-Unterwerfung sichert langsames aber konstantes Ausweiten bis zur natürlichen Grenze
  • Lo-Uttan: vor allem die 5 sakralen Elemente enthalten, allerdings Nutzungs- und Speicherbereiche für die verfemten Elementkräfte und von ihnen ggfs. minimale Präsenzen, ungefähres Gleichgewicht (siehe oben)
  • Batodd: je mehr Macht, desto weniger Emotionalität, Fokus auf Wissen+Weisheit, leichter Schatten auf der Seele je nachdem wie stark der Ouai verfemte Kräfte genutzt hat, allerdings keine offensichtlicher "Verfemten-Makel"
  • Doran: Normal können verfemte Mächte nutzen und beeinflussen
3.8.4. Essenzmanipulation

Ouai beherrschen die Essenzmanipulation.

3.8.5. Typische Ouai-Artefakte

In der kulturellen Hochzeit der alten Herrscher:innen haben die Ouai nahezu ihr gesamtes Wissen nicht nur auf Papier festgehalten, sondern auch auf diversen Arten von Kristallen und anderen nicht näher benannten Speichermedien. Auch wurde das Wissen unterschiedlich aufbereitet: Manches kann man einfach nachlesen (wie in einem Buch oder einer DVD/CD), anderes wurde in Bildern dargestellt oder wurde in interaktiven Projektionen gespeichert. Die meisten Artefakte können sprachlich ihre Bezeichnung ausgeben, damit sie besser sortiert werden können. Viele Artefakte haben besondere Zugangsberechtigungen für Ouai-Meister:innen, sofern sie von einem dieser erstellt worden sind. Das ermöglicht weitergehende Informationen oder Status-Abfragen. Jedes Artefakt hat ein bestimmtes Speichermedium, eine Energiequelle und ein Abspielgerät, allerdings gibt es davon jeweils verschiedene Versionen. Nicht alle Teile passen also immer automatisch zu anderen Versionen. (Wie ein Plattenspieler, den man drehen muss, ein Kassettenrekorder mit Batterien/Strom, ein CD-Player, MP3, DVD, Blue-Ray usw….)

Ouai-Projektionen in-persona sind häufig genutzt und bedeuten meist, dass ein NSC als Interface für ein Artefakt verwendet wird, der das Aussehen eines Ouai hat. (Zu Bedenken: Bekleidung muss geschichtlich angepasst sein!)

Geschichtliche Projektionsartefakte

Eine für Plots häufiger verwendete Artefaktreihe, die ein historisches Ereignis oder einen Zusammenhang erklärt. Typisch sind zum Beispiel geschichtliche Lehrartefakte, die die Schüler:innen in eine Vision versetzen, bei der sie eine geschichtliche Person darstellen und die Geschichte so selbst miterleben. Dies geschieht meist in verschiedenen Etappen, die bei "nicht korrekter geschichtlichen Handlung" wiederholt werden kann/muss. Meist ist eine Projektion inbegriffen, die durch die Geschichte führt. Üblich ist, dass man Grundlagen-Informationen zu dem zu spielenden Charakter bekommt und dann glaubt, man sei tatsächlich dieser. Man reagiert auf die Umwelt und auf andere in der Projektion. Je nach Artefakt kann man außerhalb der Vision befindliche Personen wahrnehmen oder nicht.

Steuerungsartefakte

Es gibt für einige Objekte, zum Beispiel für bestimmte Portale oder besondere Räume Artefakte, die von einem:r Alten Herrscher:in gebaut wurden und mit oft Ouai-Projektionen besetzt wurden. Diese können mannigfaltige Aufgaben haben, sind aber meist nicht von den Ouai selbst konstruiert

Magie- und Kampf-Lehr-Artefakte

Vom Analyse-Lehr-Artefakt, über Abwehr- oder Angriffszauber-Artefakte, von Windstoß-Lenk-Artefakten bis hin zu neu gebauten für besondere Anwendungen (siehe: Kell Goron-Kampf für Siedler:innen) ist hier alles möglich. Die Regale der Ouai sind voller Artefakte für solche Zwecke und dienen meist dem Selbststudium.

3.9. Rituale

Es gibt kaum feste Riten im Alltag der Ouai. Mit dem Eintritt in die Reihen der Ouai legen die Schüler:innen jeden früheren Glauben und damit einhergehenden Bräuche ab. Jedoch werden Pa'Sedin und Pa'Jolan nicht einzeln in ihren neuen Rang übernommen, sondern in Gruppen, was immer Feierlichkeiten mit sich bringt. Die Verleihung der Ouai- und Meisterwürde hingegen ist eher ein stiller und sehr persönlicher Akt.

Wie die Siedler:innen in der Nacht schlafen, versuchen die Ouai in der Ruhe der Nacht ihre Gedanken zu sammeln. Oft findet man in einer Gruppe von Ouai nur wenig "wache". Diese wachen über die anderen, während die anderen meditieren, um ihre innere Ruhe erneut zu finden und zu bestärken. Es kommt der Neuordnung der Gedanken und dem Überdenken des Tages nahe und doch ist diese Meditation so viel mehr. Man könnte es als "Einklang mit allem und jedem auf Mitraspera" verstehen.

Ab und zu jedoch sieht man kleine Gruppen Ouai, die traditionelle Übungen zur Konzentration und eleganten Kampftechnik zu vollziehen, die sich vor allem auf geschicktes Ausweichen und das, sofern dies unausweichlich scheint, sichere und schnelle Ausschalten der Gegner abzielen. Gleichzeitig finden die Ouai darin Entrückung und neue Kraft. Diese Übungen reichen von ruhigen, langsamen, bis zu eleganten, schnellen Bewegungen.

Spiele und Wettstreite

Ebenso wie die Feste lieben die Ouai Wettstreite und Spiele aller Art. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein Ouai bereitwillig eine Partie Schach, Dame oder ein anderes Denk- und Strategiespiel annimmt. Auch vor sportlichen Herausforderungen schrecken die Ouai nicht zurück. Solange sie im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten sind und bleiben, sind sie Vergnügungen aller Art nicht abgeneigt, je nachdem wie stark Ignis sie in Besitz genommen hat. Alkoholische und sinneserweiternde Getränke und Speisen wirken allerdings nur sehr begrenzt bei Pa'Jolan und nur in Ausnahmefällen bei Ouai. Bei allen gastlichen Festspielen bleiben sie jedoch stets höflich und zurückhaltend und warten ab, bis sie eingeladen und zur Teilnahme gebeten werden. Spiele, die vom Ouai erfordern seine Prinzipien aufzugeben, werden grundsätzlich abgelehnt. Man lässt sich vor Spielbeginn die Regeln genau erläutern.

3.9.1 Das Fruchtbarkeitsritual

Ouai sind per sé unfruchtbar, um Kinder zu bekommen gibt es Rituale. Das für Männer ist noch nicht definiert, das Ritual für Frauen sieht folgendermaßen aus: Das Ritual ist zu vollziehen, während die Frau in der Mitte ihres Zyklus steht.

Sie riecht in dieser Zeit wohliger und weniger stark als gewöhnlich. Gleichzeitig wirkt sie anziehender für den Mann, was den kommenden Akt einfacher gestaltet. Die Anleitung ist vor der Durchführung vollständig zu lesen und alle Utensilien bereitzulegen. Es ist förderlich, wenn sowohl Frau wie Mann einen Sud aus Kräutern in den Monden vor dem Ritual täglich zu sich genommen haben, der die Fruchtbarkeit erhöht.

Es ist ein Raum mit weißen Tüchern zu behängen und mit einer großen Wanne zu bestücken. Weiße Kerzen sollen verteilt werden. Die Wanne soll mit angenehm warmem Wasser gefüllt sein, die Kerzen indes den Raum ausreichend erhellen. Der Raum darf nach Entzündung der Kerzen nicht von einem Mann betreten werden. Ein rotes Tuch wird vom künftigen Vater und anderen Männern mit Wünschen und Träumen für die künftige Familie beschrieben und bemalt, während die Frau im Ritual auf den Akt vorbereitet wird. Für die Herren wird ein roter Saft aus Trauben, Ei, Salz und Brot gereicht. Die Frau im Ritual nimmt einen roten Wein zu sich, ein halbes Ei und ebenso Salz und Brot, bevor sie das Wasser besteigt. Anwesend im Ritual der künftigen Mutter sollen eine Frau, die bereits geboren hat, und eine Frau, die noch nicht von einem Mann berührt wurde, sein. Sie geleiten jene Frau, die Mutter werden möchte, durch den Ritus. Ein Zusatz aus Buttermilch und Honig ist dem Wasser zuzufügen, kurz bevor die Mutter hinein geleitet wird, wenn sie bereits im Raume und entkleidet ist. Bei rauer Haut kann Meersalz auf Wunsch der Frau beigemengt werden. Außerdem sind Blütenblätter förderlich. Die zukünftige Mutter soll etwa ein bis zwei viert eines Takts im Wasser verbleiben. Das Haar ist in dieser Zeit von der Jungfrau mit wohlig duftender Seife zu waschen und dabei mit einem groben Kamm zu kämmen. Die Frau soll sich entspannen und ihrer eigenen Atmung lauschen. Sie soll die Hände auf ihren Bauch legen, indem die Spitzen der Daumen und der Zeigefinger sich berühren. Alle Fingerspitzen liegen dabei am Beginn des Haares, welches ihren Schoß bedeckt. Die Altfrau ruft in dieser Zeit die Quihen Assil an. Zusätzlich legt die Altfrau ihre Hände an die Füße der künftigen Mutter und schenkt ihrem Körper zusätzliche Kraft, reinigt dabei alle Linien, die ihren Körper durchziehen, von möglichen Stauungen. Eventuelle Hemmungen und Blockaden sind durch gutes Zureden zu mildern. Bei Bedarf ist eine Stärkung des Batodd durch das Jo'Kor und Lo-Uttan vorzunehmen. Nach dem Bade soll die künftige Mutter mit einem Rosmarinöl eingerieben werden. Dabei soll sie sich selbst den Bauch und Busen benetzen und sich in Gedanken hervorrufen, wie das Kind in ihr wächst, wie sie es hält und säugt. Den Rücken und die Arme werden von der Altfrau benetzt, die dabei die Tageslast hinfort nehmen soll. Die Jungfrau hält dann ein weiches Tuch bereit, mit welchem sie die künftige Mutter abtupft. Einreiben der Haut ist zu vermeiden. Ein sachter warmer Wind wird herbei gerufen, um das Haar zu trocknen. Gemeinsam legen vor dem Ankleiden die Alt- und die Jungfrau der Frau Körperschmuck an, der die Symbole der Elemente trägt. So ist in der Mitte eine Bauchkette anzubringen, die Magica im Zentrum des Körpers hält. Die vier anderen Elemente sind nach ihrer natürlichen Anordnung durch jeweils zwei Arm- und Fußbänder an die Hand- und Fußgelenke zu binden, die vor oder beim späteren Akte nicht gelöst werden dürfen. Während die Altfrau die Frau anschließend in ein weißes Gewand hüllt, holt die Jungfrau das rote Tuch vom Manne, welchen sie im gleichen Zuge in die Kammer bittet, in der der Akt vollführt werden soll. Das rote Tuch wird am Gewand der Frau hinzugefügt. Sie soll es bis zur Geburt des Kindes stets bei sich tragen. Nachdem die Frau gekleidet ist, wird sie baren Fußes zum Manne geführt. Das Haar ist offen zu tragen. Sie muss in die geöffneten Arme des Mannes hineingeführt werden. Das Paar ist im Raume allein zu lassen, um in Ruhe den Akt zu vollführen. Wenn dieser beendet ist, soll die Frau an Ort und Stelle verbleiben. Der Mann holt Jung- und Altfrau hinzu. Sie kleiden die werdende Mutter in Kleidung ihrer Wahl und flechten ihr das Haar in anliegender Art am Kopf. Das rote Tuch ist am Körper zu tragen. Bis zum Ende der zwei kommenden Monde trinkt die Frau nach Anleitung weiter den Kräutersud. Das Ritual kann innerhalb der Zyklusmitte der Frau jeden Mond wiederholt werden.

3.9.2. Die Pa'Jolan Weihe

Vor der Weihe wird jeder Pa'Jolan ausgeschickt seinen:ihren Platz in den Reihen der Elementarvölker zu ersetzten, indem er:sie ein Kind zeugt (Dies kann im Bedarfsfall auch danach geschehen, siehe "Nachwuchs" ). Außerdem sollte er:sie Mitraspera bereist haben, um alle wichtigen Orte gesehen und erlebt zu haben (beschleunigte Reisewege über Portalsystem oder Tunnel Terras sind dabei häufig). Die Weihe der Pa'Jolan findet traditionell vor dem Sonnenuntergang statt. Der Pa'Jolan wird am Tag der Weihe bei Sonnenaufgang auf die Suche geschickt Symbole für die neun Elemente zu finden. Diese werden von ihm:ihr am Ende des Tages im Kreis angeordnet. Sind mehrere Pa'Jolan an der Weihe beteiligt dürfen sie dies gemeinsam tun. Sie müssen dem anwesenden Ouai-Meister den Grund für die Wahl erläutern. Zudem muss jeder Pa'Jolan eine:n Fürsprecher:in finden, der:die nicht aus den Reihen der Ouai stammen darf. Wird das Licht langsam dämmrig ziehen alle anwesenden Ouai ein schlichtes und traditionelles Ouai-Gewand an, befreien sich von ihrer Zier.

Alle an der Zeremonie Beteiligten betreten den Kreis mit blanken Füßen, freien Händen und offenem Haar. Es findet unter freiem Himmel statt. Der Ouai-Meister führt durch die Weihe: Die Pa'Jolan werden einzeln darum gebeten ihre:n Fürsprecher:in vorzustellen und zu erläutern warum sie diese Wahl getroffen haben. Dieser soll Kund tun, warum er:sie den:die Anwärter:in für geeignet hält und sich ggf. Rückfragen stellen. Ist dies bei allen Anwärter:innen geschehen treten sie vor und sprechen folgendes zu jedem Elementsymbol:

"[Element/Quihen Assil] du kennst mich als [Name des Schülers]. Ich danke für dein Geleit. Nun trete ich ein in die Reihen der Ouai. Meinen Namen werde ich ablegen, die Treue werde ich dir halten." Danach tritt der Anwärter vor den Ouai-Meister, der ihm den Namen verkündet, den er fortan tragen wird.

Der Anwärter geht nun wieder durch die Runde der Elementsymbole und spricht: "[Element/Quihen Assil] hier stehe ich vor dir in Demut. Dem Wohle Mitrasperas werde ich nun als Ouai dienen. Fortan wirst du mich kennen unter dem Namen [neuer Name]. Ich bitte dich, mir ein Geleit zu sein auf den Wegen die folgen werden."

Hat der:die Anwärter:in die Runde beendet, tritt er:sie wieder vor den:die Ouai-Meister:in, der:die die Anwärter:innen in den Reihen der Ouai willkommen heißt und dies zumeist auf eine brüderliche, fast liebevolle Art tut. Im Anschluss an die Zeremonie gibt es zumeist ein fröhliches Fest und Beisammensein.

3.9.3. Ritualkleidung und -verhalten

Ouai würden um Magie zu wirken, am liebsten alle irdischen Belange abwerfen. Unter sich oder gar allein könnte es daher durchaus vorkommen, dass sie nackt sind. Das machen wir natürlich nicht wirklich auf einem Con. Auf jeden Fall ist aber stets das Haar offen zu tragen, die Füße müssen bar den Boden berühren. Jegliche Zierde ist abzuwerfen, sodass man nur im Unterkleid an einem Ritual teilnimmt/durchführt, bei dem man selbst Magie wirkt. Auch bei kleineren Aktionen, insbesondere dann, wenn viel Kraft fließen soll oder man sehr feinfühlig wirken muss oder etwas analysiert, wird dies mit reduzierter Gewandung durchgeführt. Ein feiner Beobachter kann somit einen Ouai auf dem Weg zu einem Ritual schon identifizieren.

Dieser Fall tritt natürlich nur ein, wenn man Magie wirkt, indem man Essenzen manipuliert. Zaubern aus einem selbst heraus (wie z.B. in Kelriothar) kann man auch einfach so machen.

3.10. Kampf

Obwohl sie einen Kell Goron in den Fähigkeiten und Begabungen in kaum etwas nachstehen, wollen die Ouai einfach niemanden verletzen. Die Ouai beobachten die Gegner:innen und versuchen sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei setzen sie meist Worte ein und weichen den Angriffen möglichst aus. Doch es kommt immer öfter vor, dass die Ouai ihre Fähigkeiten einsetzen, um die Gegner:innen aufzuhalten und zur Besinnung zu bringen.

Gegen eine:n deutlich unterlegenen Kell Goron wird folgende Taktik angebracht. Der:die Kell Goron wird beiseite geschoben, er:sie wird verlangsamt oder kurzzeitig versteinert. Die Kell Goron sind nicht offen für die Worte der Ouai und daher lassen die Ouai die Kell Goron stehen, damit diese über ihre Taten meditieren können.

Ouai, die sich ganz dem Kampf widmen, haben einen ganz besonderen Kampfstil entwickelt. Doch bei den Ouai gibt es nur sehr wenige, die sich so sehr für den bisher eher "verhassten" Kampf einsetzen. Der Kampfstil besteht hauptsächlich aus geschickten und ausweichenden Manövern, durch die man für die Gegner:innen nicht greifbar ist. Der Stil ist für seine konstanten, kreisförmigen Bewegungen bekannt, die den Gegner:innen einen Angriff und sogar einen Treffer fast unmöglich machen. Ein weiteres Merkmal ist, dass sie ihren gesamten Körper einsetzen und immer einen festen Stand haben. Dabei benutzen sie viel dynamische Fußarbeit und auch einige Angriffe kommen zum Einsatz.

Eine weit verbreitete Technik ist es, sich hinter die Gegner:innen zu stellen und dann ihre Bewegungen zu kopieren. So hindern sie sie daran, das Gesicht zu ihnen zu drehen. Weiterhin ist zu bemerken, dass ein:e Ouai auch entscheiden kann, dass es den Kampf nicht wert ist. Er:sie vertraut dann auf die Macht des Hohen Rates und die Möglichkeiten der Elemente und versteinert sich auf eine bestimmte Methode selbst.

3.10.1. Waffen

In der Gesellschaft der Ouai gab es bisher keine Waffen. Zwar konnten Werkzeuge zeitweise diese Funktion erfüllen, jedoch bleiben sie auch dann Werkzeuge (z.B. ein Wanderstab). Genauso wenig benutzten sie Rüstung oder Schilde. Dieser Umstand hat sich dahingehend verändert, dass Ouai zum Selbstschutz Waffen (und auch wenige Rüstungsteile wie Armschienen, mehr nur nach Absprache) tragen. Sie haben beschlossen, dass sie überleben wollen, denn wenn die Ouai erst einmal gefallen sind, wer erhält dann das Wissen und lehrt die Nachfahr:innen der Älteren Götter. Aus diesen Gründen fiel das Abwägen der Beweggründe nicht schwer. Trotzdem lehnen weiterhin die meisten Ouai das Tragen von Waffen und die damit zusammenhängende Aggressivität ab und schützen sich lieber auf magische Weise oder indem sie sich einfach nicht in Gefahr begeben. Und nachdem die Regel gilt "jeder ist für seinen eigenen Schutz verantwortlich" wird die Meinung des Einzelnen respektiert (ein:e ältere:r Ouai wird natürlich trotz dieser Regel auf die eigenen Schüler:innen oder auf Jüngere acht geben).

3.10.2. Der Kampf gegen Kell Goron

siehe Kell Goron

4. Fähigkeiten

Jede:r Ouai kann sowohl weltliche wie auch magische Fähigkeiten erlernen. Grundsätzlich lehren die Ouai ihre Schüler:innen in sechs Gebieten: Heilkunde, Geschichtskunde, Sprachen, Geschicklichkeit, Alchemie und Magie. Solange ihr ein gutes Spiel für alle Beteiligten entstehen lasst, könnt ihr auch über eure Lebenspunkte leben oder über eure Magiepunkte hinaus zaubern, ihr könnt aber auch einfach umfallen und so tun, als wärt ihr besiegt. Gutes Spiel mit allen auf der Veranstaltung ist unser Ziel.

Ein:e Ouai kann auch sehr wohl eine Stufe ohne die entsprechenden Fertigkeiten (oder die einer niedrigeren Stufe) beherrschen (das wird dann eventuell durch eine anwesende SL spontan so bestimmt). Meister:innen können noch mal einiges mehr als die anderen Ouai. Wieviel wird manchmal erst klar, wenn es im Spiel angesprochen oder dargestellt wird. Ein Beispiel: Den Meister:innen ist es möglich, große Visionen herbei zu rufen und zahlreiche Wunder Kraft ihres Willens zu wirken. Einige beherrschen sogar die Gabe, in die Träume anderer zu blicken oder in diesen sogar mit Anderen zu sprechen.

Pa'Sedin

LP: 5 MP : 30-50 Keine Ouai-Starre

Alle Heilfähigkeiten/Heilzauber, alle Geschichten und Legenden, Abwehrzauber; keine Angriffszauber (also: Windstoß, Barriere, Entwaffnen, Licht, Feuer und Effekt erkennen 1+2) 1 beliebige Immunität (aus dem SC-Bereich) Siehe zusätzlich Thema Essenzmanipulation

Pa'Jolan

LP: 7 MP: 150-250 Keine Ouai-Starre

Alle Fähigkeiten aus dem SC-Bereich, alle Effekte bis 10 EP aus dem SC-Bereich des Regelwerks, 3 Immunitäten (von bereits beherrschten Effekten) Siehe zusätzlich Thema Essenzmanipulation

Ouai

LP: 10 MP : 500-750 Ouai-Starre möglich

Alle Fähigkeiten und Effekte des SC-verfügbaren Regelwerks (plus NSC-Zauber Druckwelle), zu wählen sind 6 mögliche Immunitäten (SC-Bereich) Siehe zusätzlich Thema Essenzmanipulation

Ouai-Meister:in

LP: 25 MP: extrem viele (2000-2500) Ouai-Starre möglich

Alle Fähigkeiten, Immunitäten (SC-Bereich) und Effekte des Regelwerks (inkl. Druckwelle, Furcht, Zweikampf) sowie bei Bedarf Plotrelevante Fähigkeiten; Meister:innen haben eine absolute Giftimmunität (Also auch gegen Heiltränke) Siehe zusätzlich Thema Essenzmanipulation

4.1. Starre und Lebenshauch

Ouai und Ouai-Meister:innen (keine Schülerränge!) sind nicht mehr durch pure Waffengewalt umzubringen, spüren aber Schmerz und Wucht. Sie können nicht verbluten. Werden sie angegriffen und fallen auf 0 LP, wird eine Druckwelle ausgelöst. Nach Möglichkeit versteinert der:die Ouai aber bereits, bevor das der Fall ist. Der:die Ouai setzt sich auf den Boden bzw. lässt sich auf den Boden fallen (außerhalb der Schlachten-Linie, aber nahe am Kampfort) und verfällt in einen Starre-Zustand (versteinern), indem er:sie meditiert (Meditationsposition einnehmen). In diesem erleidet er:sie keine Schmerzen mehr, regt sich nicht mehr. Dieser Zustand dauert 30 Minuten an oder solange die Gefahr besteht, man Kampfeslärm hört... In dieser Zeit ist der:die Ouai nur von einer vertrauenswürdigen Person erweckbar (=Lebenshauch). Danach hat der:die Ouai 3LP. Vergehen die 30 Minuten ohne einen Lebenshauch, kann der:die Ouai von sich aus aufstehen, ist aber geschwächt und hat nur 1LP und hat die eigene, komplette Magie damit verbraucht sich zu regenerieren. Gerade beim Lebenshauch ist viel Raum für freies Spiel, der genutzt werden sollte.

Diese Fähigkeit ist nur einzusetzen, wenn ein "zielloser" Angriff geschah. Sprich, wenn es dem Gegner egal wäre, ob der:die Ouai stirbt oder lebt. Sollte jemand versuchen, gezielt und planvoll genau gegen diese:n Ouai vorzugehen und seinen oder ihren Tod herbeiführen wollen, so liefert ein schönes Spiel. Verteidigt euch, wehrt euch im Rahmen eurer Fähigkeiten und kostet diese voll aus, fügt demjenigen gerne auch Schaden zu - ihr seid nicht wehrlos. Stellt er:sie sich aber gut an, so dürft ihr nach einem letzten "aufgebahren" aber auch sterben…

4.2. Ahnmarkeigenschaften der Ouai

(Festzumachen an der Endstufe der Ouai, den Ouai-Meister:innen. Alle darunter haben Tendenzen, die noch nicht stark ausgeprägt sind)

Negativ:

  • Beschlossen wurde ein den Ouai eigener krankhafter Drang zur Selbstverbesserung und dem Ausbau des eigenen Machtpotentials. Indem ihnen die Möglichkeiten des manipulierten Ouai-Ahnmarks gezeigt wurde, fühlt sich ein:e Ouai süchtig danach, diese Möglichkeiten weiter zu erforschen und auszubauen und dabei selbst immer mächtiger zu werden. Dieser Drang liegt auch der Abspaltung der Kell Goron zugrunde, da sie ihm jenseits der Moralvorstellungen des Ordens folgen. Als Konsequenz behalten die Ouai sich gegenseitig im Auge, um solche Tendenzen frühzeitig eindämmen zu können.
  • Weiters sind Ouai vollständig gegen alchemistische Produkte immun. Dies beinhaltet Tränke genauso wie Salben oder Pillen, Gifte, Heiltränke oder Alkohol – einfach alles.
  • Durch die Manipulation sind alle Ouai steril. Sie können sich nur fortpflanzen, wenn dies durch ein Ritual begleitet wird, dass ihre Sterilität kurzzeitig aufhebt. Um diesen Umstand geheim zu halten, pflegt der Orden das Zölibat. Wie alle anderen Elementarvölker auch sind die Ca'jel grundsätzlich fortpflanzungsfähig und verlieren dies erst im Laufe des Pa'Sedin-Daseins.
  • Außerdem haben Ouai ein grundsätzlich schwächeres Immunsystem. Zum Tragen kommt dies meist erst in hohem Alter, wenn jede körperliche Überlastung eine Krankheit zur Folge haben kann. Berüchtigt ist hierbei der "Meisterhusten", welcher anfänglich einer Erkältung gleicht, sich jedoch oft in eine Lungenentzündung verwandelt. Er ist berüchtigt bei den Ouai und es gilt stets, dies zu vermeiden. Aber auch nicht ordentliche geheilte Wunden neigen besonders schnell zu Wundbrand und anderen entzündlichen Prozessen.

Positiv

  • Telepatische/empathische Verbindung (Stimmen hören, Kommunizieren)
  • Langer "Winterschlaf", aus dem man erweckbar ist. Verlängert dadurch das Gesamtleben. (Herzschlag, Atmung und Temperatur dabei gering). Brauchen Hilfe um erweckbar zu sein.
  • Langes Leben
  • Meditations-Stasis-Fähigkeit
  • Sensorische Wahrnehmung von Machtgefügen
  • Spüren des Weltgefüges und Machtlevels, Manche Aspekte eines Wesens spüren können, Neutralität und Fähigkeit Banner der Macht abnehmen und transportieren zu können: Einverständnis der Quihen Assil sowie Erfahrung, eigenes Machtlevel und andere Art des wahrs (viel "Astralsicht" ab Ouai)
  • Aussehen wird rituell verändert, um Neutralität zu vermitteln und den äußerlichen Anschein "nicht nur ein Volk" zu wahren.
  • Nahrungsaufnahme ab Ouai/Meister:innen nicht unbedingt notwendig.
  • Immunität gegen alle alchemistischen Rezepturen
  • großes magisches Potential
  • Magiewirker:innen (Aufnahmekriterium in den Orden)
  • Widerstandskraft gegen körperliche Gewalt

4.3. Darstellung und Spielprinzipien

Als Ouai ist man immer Festrolle. Das heißt, dass du, der du dies liest, ausgesucht bist, das Volk (besser: den Orden) zu bespielen, das als erstes in dieser Spielwelt und aus dieser Welt aufgetreten ist. Gleichzeitig bedeutet das auch, dass du eine der am schwierigsten zu spielenden Rollen verkörpern sollst.

Es ist schwierig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den vielen Regeln (ausgeglichen, ruhig etc.) und einem Charakter mit Stärken und Schwächen zu finden. Trotzdem ist dies enorm wichtig: Für dein eigenes Vergnügen und das der anderen. Außerdem sollst du ein umfangreiches Wissen über Mitraspera angesammelt haben, sollst dies aber nicht in die Welt hinaus posaunen, sondern abwägen mit was du deinem Gegenüber ein schönes Spiel mit Tiefe bieten kannst. Manchmal ist es notwendig Details auszulassen, um jemanden nicht mit Infos zu erschlagen, manchmal hilft es aber auch, detailreicher zu sein, um den anderen ein wenig ins Staunen zu bringen. Und ab und zu muss und darf man auch mal sagen, dass man etwas nicht weiß, sollte den Spieler:innen aber dann sagen können, wer es wissen könnte. Wenn man dieses Handbuch so liest, könnte man glauben, Ouai wären unbesiegbar, allwissend und unfehlbar. Dem ist nicht so. Es wird immer jemanden geben, der besser, spezialisierter oder sonst etwas ist als ihr. Und dies gehört zu eurem Charakter. Als Ouai seid ihr darauf angewiesen, dass man mit eurer Rolle spielt und sie im Spiel unterstützt. Umgekehrt ist das von euch auch gefordert. Eine Nyame wird das Land mehr spüren als ihr, ein Naldar wird schneller rennen, ein Akata besser Feuer machen können als ihr. Ihr müsst nicht alles wissen, nicht alles können und nicht alles machen. Als Ouai ist man eher eine Art Allrounder - theoretisch ist man in allem geschult. Aber zwischen Theorie und Praxis liegt ein Unterschied. Ouai sind immer eher Unterstützer:innen, lehrt lieber den Spieler:innen die nötigen Fähigkeiten als alles selbst zu machen und steht dann stolz im Hintergrund wenn "dein:e Spieler:in" tolle Dinge tut. Interagiert mit den Spieler:innen, helft ihnen, lasst sie euch helfen und nutzt dabei die Fähigkeiten eurer Figur, so wie es eben ins Spiel passt.

5. Freund und Feind - wie stehe ich zu den anderen

Zu den Elementarvölkern besteht oft eine enge Verbindung, oft betreiben die Ouai Schulen in den Reihen der "jungen" Völker und rekrutieren ihre Pa'Sedin aus deren Reihen. Wenn es außerhalb der Siedlungen der Elementarvölker zu Kontakt kommt, dann meistens mit militärischen Einheiten, welchen die pazifistischen Ouai misstrauisch und oft etwas resignierend begegnen ("Sie kämpfen noch immer einen Krieg, der vor Äonen begann!"). Grundlegend allerdings mit Freundschaft und Respekt, denn sie fühlen sich ja noch immer als Lehrmeister:innen und Vorbilder.

Gleiches gilt für die Verfemten Völker, nur eben dass letztere die Ouai nicht mehr als Sprachrohr der Herrscher:innen akzeptieren. Sie werden lange zögern, bis sie die Ouai angreifen und sind meist zu Gesprächen bereit. Es existieren momentan keine Schulen der Ouai in den Reihen der Verfemten.

Gegenüber den Herrscher:innen Mitrasperas verhalten sich die Ouai sehr respektvoll - und dabei ist es egal, ob es sich dabei um die Elemente oder deren direkte oder indirekte Gesandte - die Avatare, Archonten und Nyamen - handelt.

5.1. Aerisvölker

5.1.1. Naldar

Früher waren es die Naldar, die nahezu am meisten von den Ouai lernten. Auch jetzt sind sie das Elementarvolk, zu dem das beste Verhältnis besteht. Zwar finden die Ouai das Verhalten der Naldar teils zu arrogant, doch da die Gründe dafür bekannt sind, sind sie nachsichtig. Man könnte das Verhältnis freundschaftlich beschreiben. Es gibt mehr Naldar bei den Ouai, als aus irgend einem anderen Volk.

5.1.2. Shir'Tanaar

Die Shir'Tanaar galten für die Ouai als ausgerottet. Sie sind sehr kriegerisch und stehen daher genau konträr zu dem Verhalten der Ouai. Das Blutsaugen an sich stört die Ouai weniger als die Unkontrolliertheit und Wildheit mit der dies geschieht. Man hat keine Bündnisse mit ihnen, bindet sie nicht aktiv ein - man steht sich aber auch nicht feindlich gegenüber. Es gibt keine bekannten Shir'Tanaar bei den Ouai.

5.2. Die Aquavölker

5.2.1. Linesti und Agathon

Die einstigen Linesti waren einst distanziert und misstrauisch gegenüber den Ouai, es fielen auch durchaus verbal angreifende Worte. Die einstigen Agathon waren einst Schüler:innen der Ouai. Sie traten ihnen sehr wohlgesonnen gegenüber auf, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Vor kurzem wurden die beiden Wasservölker zu einem von ihrem Element zusammengeschlossen - als eine Art Bestrafung wurde ihnen ihr Name genommen. In diesem Moment der Furcht zeigten die Ouai großer Verständnis und boten den Völkern Hilfe und Unterstützung an, die auch teilweise angenommen wurde. Der Streit mit den Linesti wurde in diesem Zuge beigelegt. Es kann Ouai oder auch Pa'Jolan aus den Wasservölkern geben.

5.2.2. Sephor'Assil und Sephora

Die riesigen Seeschlagen - die Sephora - wurden noch nie gesichtet. Die Sephor'Assil sind wie ein kleines Wunder, entstiegen aus einem Geschichtsbuch, da sie lange Zeit für ausgestorben gehalten wurden. Das Verhältnis ist vorsichtig-misstrauisch, da die Sephor'Assil gefährlich sind. Immerhin wurden sie zum Töten Alter Herrscher:innen erschaffen (zwar die der Ratio, aber trotzdem).

5.3. Die Ignisvölker

Da die Lona und Akata während der Zeit der Ruhe gemeinsam mit den Naldar lagerten und die Völker auch früher viel Kontakt hatten, bestand ein gelegentlicher Austausch. (OT 2013) wurden die Lona mittels eines Angriffs über ihr Ahnmark von Shai ksun Aret, einer Urzweiflerin, und ihrer Ouai Ni'Shanhaz umgebracht. Es starben dabei alle Lona, nur die Pa'Jolan/Ouai/Meister:innen der Ouai überlebten schwer verletzt. Ein Jahr später gab es einen erneuten Angriff, diesmal auf die Akata. Etwa die Hälfte, vielleicht etwas mehr, des Volkes wurden dabei auf die gleiche Art getötet.

5.4. Die Magicavölker

5.4.1. Edalphi

Das Verhältnis der Ouai zu den Edalphi ist neutral. Seit einigen Jahren ist der Fluch der Edalphi gebrochen und es werden wieder Edalphi über den Schülerrang hinaus ausgebildet, weil sie nicht vorher sterben. Alle Edalphi gelten mittlerweile als Ableger:innen des Eisernen Eids.

5.4.2. Eliondar

Eliondar gibt es keine als Ouai, da sie zu der Gründung schon zu alt waren, um später aufgenommen zu werden. Der bekannteste Eliondar ist Gaheris, der sich einen Körper mit der Edalphi Larell teilt. Beide bewachen den Tempel des Goldenen Wagens. Derzeit gibt es außer Gaheris keinen bekannten Eliondar.

5.5. Die Terravölker

5.5.1. Boro'Madar

Die Boro'Madar halten die Ouai für das gleiche wie die Kell Goron. Sie vermeiden die Kommunikation und halten die Ouai für "Worte im Mund-Verdreher". Die Ouai wissen das und versuchen mit ihnen möglichen Mitteln das Verhältnis zu verbessern, was scheinbar auch gelungen scheint. Sie bemühen sich sehr gegenüber von Boro'Madar ihre Sprache zu vereinfachen - das gelingt ihnen aber nicht so recht. Da die Boro'Madar und Narech Tuloch einst verbunden wurden, gab es lange Zeit keine Ouai aus ihren Reihen, jedoch ist das jetzt wieder möglich.

5.5.2. Narech Tuloch

Seit sie sich nach ihrer Verbindung mit den Boro'Madar wieder an die Oberfläche gewagt haben, haben sie gemerkt, dass die Ouai eben nicht wie die Kell Goron sind und stehen uns aufgeschlossener gegenüber. Zu ihrer Kultur gehört der Glaube, dass eine Geschichte aufzuschreiben, diese tötet. Im Umgang mit ihnen ist diesbezüglich also Aufmerksamkeit anzuraten, lieber die Informationen merken und später aufschreiben, wenn der Narech Tuloch nicht mehr dabei ist. Narech Tuloch gelten unter den Ouai tendenziell als eher unklug und wenig höflich, deutlich zu kriegerisch und zu langsam. Ausnahmen bestätigen die Regel.

5.5.3. Laka-tain

Laka-tain sind Naturwesen, die immer einen Ort/Baum/See/etc "bewachen". Sie werden nur selten gesehen, da sie eher Einzelgänger:innen sind und in einer Art Winterschlaf mit der Natur verschmelzen können. Sie sind recht mächtig und wir begegnen ihnen mit Respekt.

5.6. Ouai

Untereinander verhalten sie sich sehr brüderlich, allerdings deutlich an der Rangordnung orientiert. Jeder spricht jeden ohne Zögern an, wählt aber seine Formulierungen entsprechend dem Rang des Anderen. Befehle gibt es kaum, lediglich Bitten. Diesen wird aber sofort nachgekommen oder eine Begründung geliefert, weshalb das gerade nicht möglich ist

5.7. Kell Goron

Das Verhältnis der Ouai zu den Kell Goron ist definitiv feindlich. Es gibt immer wieder Angriffe, bei denen Ouai ums Leben kommen

5.8. Siedler:innen

Die Ankunft der Siedler / Rückkehr der Verbannten / Erwachen der Alten Herrscher:innen stellt für die Ouai einen wichtigen Zeitpunkt dar, da sie endlich wieder hoffen dürfen, eine Funktion in der Welt erfüllen zu können. Die Meinung über und mit den Siedler:innen ist zentraler Bestandteil des Spiels, lest dazu z.B. " Verschiedene Gedankenströmungen unter den Ouai ". Siedler:innenn mit Rang (etwa Nyamen oder Neches'Re) wird weder Wunsch noch Bitte ausgeschlagen, sofern es nicht gegen die Prinzipien des Ouai verstößt ( siehe "Dienervolkbefehl" ). Einem:r freundlichen und höflichen Siedler:in, der:die zeigt, dem Blut Alter Herrscher:innen würdig zu sein, wird die gleiche Ehre zuteil. Dennoch kann der Ouai auch deutliche Worte sprechen, sollten sich Siedler:innen ihnen gegenüber falsch ausdrücken, sie beleidigen oder ähnliches. Insbesondere Ouai-Meister:innen erwarten auch, dass man ihnen Respekt zollt, auch als Nachfahre der Alten Herrscher:innen.

5.9. Neutrale

Die Grauen sind unter den Siedler:innen als Neutrale oder Neutrale Avatare bekannt, welche erst mit den Siedler:innen auftauchten, so glaubten die Ouai lange. Schließlich bekam man heraus, dass die Grauen eine weitere Form der zweiten Schöpfung sind (ein sogenanntes "Geringeres Übel"). Die Grauen scheinen auf unbekannte Weise und zu unbekanntem Zweck dem Land Kraft zu entziehen.

5.10. Schwarzes Eis

Mit einem Rakh kann man keine Unterhaltung führen, mit einem höheren Rang allerdings schon. Seit dem Übergriff des Schwarzen Eises bei Shan Meng-Ray sind die Ouai aber sehr vorsichtig ihnen gegenüber und halten lieber etwas Abstand. Da die Ouai oft nicht erkannt werden, ist Aufklärungsarbeit zu leisten: Am einfachsten, indem man den Sharuhn des Schwarms zu sich bitten lässt und ihm:ihr erklärt, wer man ist.

5.11 Untotes Fleisch

Bisher gab es wenige Kontaktmöglichkeiten der Ouai und Anhänger:innen des Untoten Fleisches. Sie werden mit Respekt bedacht, auch Unterhaltungen sind möglich. Wie beim Schwarzen Eis ist ein wenig Abstand aber vorerst ratsam. Die Untoten erkennen sie oft nicht, hier ist Aufklärungsarbeit zu leisten.

5.12 Leere

Die Ouai sind respektvoll zurückhaltend gegenüber der Leere. Die Leere selbst, besonders die Viinshar, zeigen eher Abstand zu den Ouai. Dies könnte darin begründet sein, dass ein:e ausgebildete:r Ouai viel Wissen und Macht in sich vereint. Er oder sie ist daher nur schwer durch die Mittel der Leere zu beeinflussen.

5.13 Pestilenz

Der Umgang mit der Pestilenz ist wie allen Verfemten gegenüber respektvoll. Die Kommunikation mit Anhänger:innen der Pestilenz ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, das wissen auch die Ouai.

5.14. Tivar Khar'assil/ Die ewigen Schwerter

Während des zweiten Zeitalters gab es einen Vorfall, bei dem Ouai der Eisernen und der Zweifler:innen für ihre Herr:innen auf einem Schlachtfeld verhandelten, während die Armeen schon "mit den Säbeln rasselten". Ein Sohn Orphaliots, Athariot, wartete dabei nicht das Ende der Verhandlungen ab, sprintete vor und zog seine Krieger:innen mit. Die im Zentrum stehenden Ouai wurden dabei teilweise umgebracht. Nach dieser Schlacht entschuldigte sich Orphaliot bei den Ouai und schwor ihnen, dass sie nie wieder von den seinen angegriffen werden würden, denn sie würden außerhalb der kriegerischen Handlungen stehen und nur tun, wozu sie geschaffen seien. Dieser Friede gelte solange, wie die Ouai keinen Tivar Khar'assil angreifen würden, und umgekehrt. Damals gab es die Abspaltung der Kell Goron noch nicht, was diese somit in den Frieden einschloss. Im 4. Zeitalter wurde dieser Frieden zwischen Kell Goron/Tivar Khar'assil gebrochen. Die Ordensführung der Tivar Khar'assil (Faryanne und Valas) schlossen daraufhin einen mündlichen Vertrag (mit Mejhana'Thaea), dass der Waffenfrieden nur noch zwischen den Ouai (und allen Schüler:innen) und Tivar Khar'assil (und allen Laienorden) gelten möge. Aber diesmal ohne die Kell Goron.

5.15. Der Weltenrat

Der Weltenrat an sich ist eine einstmals von Alten Herrscher:innen ins Leben gerufene Instanz. Jetzt kontrolliert der Weltenrat die Weltenschmiede und einen nicht zu verachtenden Machtanteil Mitrasperas. Weder kann man ihre Macht, noch ihre Existenz verkennen. Die Ouai kennen die jetzigen Mitglieder des Weltenrates (je nach Charakter) schon vor ihrer "Göttlichwerdung". Die Ouai sind sehr zurückhaltend, was die jetzige Verehrung des Weltenrates angeht, führen sie selbst nicht durch. Sie nutzen auch die Möglichkeiten des Weltenrates nicht, verurteilen aber auch nicht jene, die es tun. Für die Ouai stehen die Quihen Assil, die Herrscher:innen (Archonten und Nyamen) und das Wohl des Landes an erster Stelle. Die Anhänger:innen des Weltenrates werden behandelt wie alle anderen Siedler:innen auch

5.16 Khal'Hatra

Wir finden das Reich merkwürdig und stehen ihm sehr vorsichtig gegenüber, da es eventuell nicht allzu gut für das Land an sich ist. Solange allerdings die Alten Herrscher:innen dahinter stehen, kann man da nicht viel machen. Mit Merth'yar ist es ähnlich. Er ist ein Alter Herrscher und ein geliebtes Kind, natürlich muss man tun, was er sagt! Und der ist ziemlich toll, auch wenn wir in den Ecken unseres Bewusstseins wissen, dass Dinge, die er getan hat/tut nicht so besonders toll sind (z.B. Naldar foltern). Wenn wir das Gefühl haben, dass ein Alter Herrscher uns nicht gut tut, dann halten wir uns bewusst von ihm fern, viel mehr können wir nicht machen. Seit man eine Delegation nach Khal'Hatra geschickt hat, die nicht zurück kehrte und zu der der telepathische Kontakt plötzlich abbrach, sieht man in dieser Fraktion keine geeigneten Verhandlungs- und Gesprächspartner:innen. Man versucht nicht mehr zu vermitteln, hält sich von ihnen eher fern. Man geht davon aus, dass man als Ouai im Reich der Rache nicht willkommen ist.

6. Anhang

6.1. Ouai-Symbole

Ouaisymbole inkl. Bedeutung

6.2. Ouai-Zeichnung im Gesicht (Körperseite bedenken)

Gesichtszeichnung der Ouai